Innovative Ideen für mehr Gesundheit: Der 12. MedTech Pitch Day gibt kreativen Start-ups eine Bühne

Für die Veranstaltung hatten sich hundert junge Unternehmen aus 14 Ländern beworben – nicht nur aus Europa, sondern auch aus Afrika und Nordamerika. Die ausgewählten Start-ups aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien treffen nun auf rund 40 potenzielle Investor*innen und können sich mit Entscheidungsträger*innen führender Medizintechnik-Unternehmen vernetzen.
Ausgerichtet wird der MedTech Pitch Day seit vielen Jahren vom Seed-Investor HTGF, dem Medizintechnologie-Unternehmen B. Braun mit seinem B. Braun Innovation Hub, der B. Braun-Stiftung und dem Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Dräger. Als lokale Partner unterstützen die Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten, in deren Räumen die Veranstaltung stattfindet, sowie die Innovationsplattform BadenCampus.
\“Das deutsche Gesundheitssystem ist für junge Innovator*innen komplex und schwer zu durchdringen\“, sagt Dr. Thilo Brinkmann, Geschäftsführer der B. Braun-Stiftung, die in diesem Jahr zusammen mit B. Braun die Gastgeberrolle übernommen hat.\“Mit dem MedTech Pitch Day erleichtern wir Start-ups die Suche nach Partner*innen – und fördern zugleich wichtige Innovationen in der Medizintechnik.\“Alexander Katzung, Vice President Acceleration&Innovation beim B. Braun Innovation Hub, betont den Wert einer Zusammenarbeit zwischen jungen und etablierten Unternehmen:\“Vom MedTech Pitch Day profitieren nicht nur die Start-ups. Auch ein weltweit führendes Unternehmen der Medizintechnologie wie B. Braun kann durch die Kooperation mit innovativen Start-ups noch schneller auf neue Entwicklungen reagieren und neue Potenziale erschließen\“.
\“Mit dem MedTech Pitch Day bieten wir innovativen Start-ups eine Plattform, sich zu vernetzen und ihre Lösungen zu präsentieren. Der frühe und direkte Zugang zu Investoren und Industriepartnern macht oft den Unterschied zwischen Idee und Markterfolg\“, sagt Dr. Achim Plum, Geschäftsführer des HTGF, einem der führenden und aktivsten Seed-Investoren in Deutschland und Europa.
In einer einleitenden Podiumsdiskussion sprechen Digitalisierungsexpert*innen aus den veranstaltenden Unternehmen und der klinischen Praxisüber die Zukunft der Medizintechnik vor dem Hintergrund von künstlicher Intelligenz und dem Internet of Medical Things (IoMT). Danach folgen die Live-Pitches: Jeweils zehn Minuten plus Zeit für Nachfragen haben die Start-ups, um das Fachpublikum von ihren Projekten und Produkten zu überzeugen.
Aisthesis Medical aus London nutzt künstliche Intelligenz (KI), um durch eine Auswertung von Klinikdaten die Gefahr einer Blutvergiftung bis zu 48 Stunden früher zu erkennen als bisher. Medinexify aus Grünwald bei München will das Medikamentenmanagement im Krankenhaus KI-gestützt automatisieren und so Fehlern, Verschwendung und Compliance-Risiken vorbeugen. ARON Surgical aus München erzeugt\“digitale Zwillinge\“von Patient*innen als Grundlage für ein Navigationssystem, das Chirurg*innen bei minimalinvasiven Operationen per Augmented Reality unterstützen soll. CorTec aus Freiburg entwickelt eine voll implantierbare Hirn-Computer-Schnittstelle, mit der Hirnaktivität gemessen und stimuliert werden kann, um neurologische Funktionen etwa nach einem Schlaganfall wiederherzustellen.
Clee Medical aus Genf möchte neurochirurgische Eingriffe am Gehirn mit einem auf Optischer Kohärenztomografie (OCT) basierenden System, das während der Operation hochauflösende Live-Bilder liefert, sicherer und effizienter machen. BIOS Medical aus Davos rüstet Standard-Hüftimplantate mit smarten Sensorenaus, die Belastung und Heilungsverlauf kontinuierlich messen und den Patient*innen so eine Rehabilitation zu Hause ermöglichen. Auch die Behandlung von altersbedingter Makuladegeneration mit niederenergetischem Licht (Photobiomodulation), die bislang nur zeitaufwendig in Klinik oder Augenarztpraxis möglich ist, könnte künftig in den eigenen vier Wänden erfolgen: Ciromed aus Leverkusen arbeitet an einem Heimgerät.
Dass sich selbst das alltäglichste Handwerkszeug im Krankenhaus immer noch verbessern lässt, will Puray aus München mit einem selbstdesinfizierenden Katheter beweisen, der dank integrierter Fotodesinfektion 99,99 Prozent auch resistenter Keime auf der gesamten Oberfläche abtötet. Auf die Versorgung der allerjüngsten Patient*innen zielen zwei Start-ups: InhalPlusaus Hannover entwickelt eine Inhalationstechnologie für Frühgeborene, die hochkonzentrierte Aerosole getrennt vom Atemgas zuführt, dadurch die Wirkstoffabgabe deutlich steigert und Hospitalisierungs- sowie Langzeitschäden reduziert. Sencilia aus Groningen (Niederlande) möchte die Infusionssicherheit auf Neonatologischen Intensivstationen mit nicht-invasiven Sensoren erhöhen, die geringste Infusionsflüsse bis 0,1 Milliliter pro Stunde exakt steuern und einen Venenverschluss frühzeitig erkennen.
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