Impuls 17 – Stressbalance

\“Stress ist unvermeidbar – Umgang mit Stress ist erlernbar\“
Wissen in kürze
Stress findet sich bei den meisten Erkrankungen und Einschränkungen unserer Lebensqualität in der Ursachenkette. Oder er entsteht, wenn ein Symptom oder eine Erkrankung offensichtlich wird und behindert dann die Heilung. Dabei ist Stress von seiner Funktion her in der Evolution als unverzichtbare Motivation zur Veränderung entstanden, als Reaktionauf eine mögliche Bedrohung oder auch nur eine Änderung der Lebensumstände. Bei drohender Gefahr reagieren wir ganz automatisch mit einer körperlichen und geistigen Stressreaktion: gesteigertem Blutdruck und Puls, verstärkter und vertiefter Atmung oder Atemanhalten, Schwitzen, Alarmierung, Tunnelblick und weiteres. Ein Grund für die allgegenwärtigen Stresssymptome mag einerseits die andauernde Belastung sein, andererseits aber auch die vermeintliche Unfähigkeit auf eine stressige Situation angemessen zu reagieren: bei einer Auseinandersetzung mit der Chefin können wir nicht mehr einfach fliehen oder kämpfen, was der natürliche Impuls wäre. Könnten wir körperliche Symptome in einer Stresssituation ausagieren, würden wir schnell wieder in einen ausgeglichenen Körperzustand zurückfinden. Gründe für die andauernde Stressbelastung finden sich auch darin, dass es heute nicht mehr konkrete Situationen allein sind, die die Stressreaktion auslösen, sondern sich häufig ein Stressor in unseren Gedanken und Bewertungen entwickelt. So ist das Geräusch des klingelnden Telefons an sich kein bedrohlicher Umstand. Wenn ich aber erwarte, nach dem Annehmen des Gespräches ein konfliktreiches Gespräch mit einem Vorgesetzten führen zu müssen, wird mitunter die gesamte Kaskade der Stressreaktion ausgelöst.
Der präventologische Perspektivwechsel
Wir sind nicht machtlos gegenüber den äußeren Gegebenheiten. Zwar können wir die Umstände oft nicht direkt beeinflussen, deren Bewertung und damit der Umgang damit liegen aber in unseren Händen oder vielmehr in unserem Geist. Dadurch können wir von Erleidenden zu aktiv Handelnden werden. Körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, die Pflege unterstützender sozialer Kontakte und der bewusste Umgang mit Herausforderungen können uns darin unterstützen, auch längerfristige Belastungen zu überstehen.
Der Alltagstipp
Wenn Sie in einer Situation Stresssymptome bemerken, können Sie einmal versuchen, den körperlichen und geistigen Folgen nicht sofort und in vollem Umfang nachzugeben. Setzen Sie ein\“Stoppschild\“. Wenn möglich, nehmen Sie einige bewusste Atemzüge. Versuchen Sie, sich gedanklich für einen Moment neben sich zu stellen und die Situation von außen, als Beobachter, zu analysieren. Vielleicht verwenden Sie hierzu die ABC-Regel: Was war genau der Auslöser der Situation? Wie haben Sie dann die Situation bewertet? Und welche Consequenz auf körperlicher, geistiger oder Verhaltensebene folgte? Mit etwas Abstand können Sie in einem vierten Schritt Ihre Bewertungen mit sich selbst diskutieren, z.B. derart, dass man die Situation auch ganz anders sehen könnte und dass Sie sich vielleicht von vorschnellen, erlernten Gedankenmustern haben leiten lassen.
Dieser Impuls wurde von unserem Präventologen Dr. Stefan Kanduth verfasst.
Sein Ort: 21335 Lüneburg
Sein Schwerpunkt: Integrative Allgemeinmedizin
Website:www.hausarzt-am-kurpark.de
Categories: Allgemein
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