Illegale Drohnennutzung bekämpfen, legalen Betrieb ermöglichen

„Dass eine Drohne offenbar unbemerkt auf das Flughafenvorfeld gelangen konnte und dort eher zufällig entdeckt wurde, zeigt, wo der Kern des Problems liegt“, legt Dr. Gerald Wissel, Vorsitzender des Vorstands im UAV DACH – European Association for Unmanned Aviation, den Finger in die Wunde. „Wir haben bereits im vergangenen Dezember einen Maßnahmenkatalog zum Thema Drohnendetektion und -abwehr vorgelegt. Zwei der zentralen Forderungen sind die Etablierung eines Echtzeit-Lagebilds für den unteren Luftraum sowie die verpflichtende elektronische Kennzeichnung aller Luftraumteilnehmer mittels ADS-L. Nur wenn die Sicherheitsbehörden jederzeit wissen, welche Luftfahrzeugsysteme hier legal unterwegs sind, lassen sich adäquate Gegenmaßnahmen ergreifen und die Sicherheit für bemannte und unbemannte Luftraumteilnehmer sowie am Boden gewährleisten.”
Die Modernisierung der technischen und regulatorischen Strukturen im unteren Luftraum ist eine wichtige Zukunftsaufgabe von nationaler wie europäischer Bedeutung, die dringend angegangen werden muss. Nur so lässt sich ein praxistauglicher Rahmen für die in den nächsten Jahren rapide wachsenden kommerziellen Drohnenanwendungen schaffen. Und das bei gleichzeitig gesteigerter öffentlicher Akzeptanz und zusätzlich erhöhterSicherheit im unteren Luftraum.
Der untere Luftraum bietet großes Potenzial für Anwendungen im öffentlichen Interesse. Dazu zählen Dienste für Sicherheit, Versorgung und Inspektion. Jedoch gefährdet die illegale und missbräuchliche Nutzung von Drohnen Menschen, kritische Infrastrukturen und den gesellschaftlichen Rückhalt für kommerzielle Anwendungen. Deshalb unterstützt der UAV DACH politische und gesellschaftliche Maßnahmen zur wirksamen Detektion und Abwehr illegaler Drohnennutzung – im Einklang mit Grundrechten, Datenschutz und einem innovations- und wirtschaftsfreundlichen Regulierungsrahmen.
„Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat erneut offengelegt, dass die aktuellen Schutzkonzepte dringend nachgeschärft werden müssen und dass Einzelmaßnahmen der Länder sowie das bei der Bundespolizei angesiedelte Drohnenabwehrzentrum das grundsätzliche Problem nicht lösen und daher allenfalls Teile einer zukunftsfähigen Sicherheitsarchitektur darstellen können“, fasst Dr. Gerald Wissel zusammen. „Die vom UAV DACH Ende des vergangenen Jahres vorgelegten konkreten Maßnahmen für eine effektive sowie effiziente Drohnendetektion und -abwehr in Europaadressieren genau die Herausforderungen, die uns in Leipzig/Halle einmal mehr schonungslos vor Augen geführt wurden.”
Der UAV DACH ist derälteste und größte europäische Industrieverband für unbemannte Luftfahrt mit mehr als 250 Mitgliedern aus über 10 Ländern.
Seit seiner Gründung im Jahr 2010 engagiert sich der Verband mit Sitz in Berlin mit seiner Expertise und intensiver Mitarbeit in zahlreichen nationalen, europäischen und internationalen Gremien und Organisationen.
Der UAV DACH vertritt die Interessen kommerzieller Drohnenanwendungen in Europa und verfolgt folgende Ziele:
– Förderung einer wachsenden und wettbewerbsfähigen nationalen und europäischen UAS-Industrie
– Reale Anwendungsfälle durch klare und praxisnahe Regeln ermöglichen
-Öffentliche Akzeptanz durch Sichtbarkeit, Transparenz und Sicherheit stärken
– Missbräuchliche oder illegale Drohnenaktivitäten bekämpfen und sanktionieren
Categories: Allgemein
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