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Hagelsturm statt Sommerregen – Verbraucherinformation der ERGO Group

 

Bereits Hagelkörner ab etwa zwei bis drei Zentimetern Durchmesser können – abhängig von ihrer Fallgeschwindigkeit und Windstärke – erhebliche Schäden an Fahrzeugkarosserien, Scheiben und Gebäuden verursachen. Gerade in den Sommermonaten steigt das Risiko an. Die ERGO Experten Janna Poll und Peter Schnitzler erklären, wie sich Haus und Fahrzeug wirksam schützen lassen und worauf Betroffene im Schadensfall achten sollten.

Sommerzeit ist Hagelzeit

Mit den kommenden warmen Monaten beginnt in Deutschland wieder die Hagelsaison, erhöhte Gefahr besteht zwischen Mai und August. Hagel kann überall auftreten, aber es gibt sog.\“Hagel-Hot-Spots\“wie der Schwarzwald, das bayerische Voralpenland und Teile Hessens. Während das Auto oft Dellen und gesplitterte Scheiben davonträgt, leiden am Haus vor allem Dächer, Fassaden, Rollläden und Solarpanele.

Auto schützen – zu Hause und unterwegs

Das Fahrzeug ist daheim auf einem geschützten Stellplatz am besten aufgehoben, zum Beispiel in einer Garage oder unter einem Carport. Autofahrern, die unterwegs in einen Hagelschauer geraten, rät der Kfz-Experte bei ERGO, Peter Schnitzler, die Geschwindigkeit zu reduzieren und – wenn möglich – Schutz unter einer Brücke, einem Vordach oder in einer öffentlichen Garage zu suchen. Wenn sich keine dieser Möglichkeiten bietet, ist es besser, anzuhalten und hinten Platz zu nehmen. Aufgrund des Winkels zerbersten Glasschiebedach und Windschutzscheibe im Gegensatz zur Heckscheibe besonders schnell.

Haus und Grundstück sichern: kurzfristige Maßnahmen

Zieht ein Unwetter auf, heißt es: Alle Luken dicht! Es gilt, Türen, Fenster und Dachfenster zu schließen. Markisen gehören eingefahren, da sie leicht reißen. Ist starker Hagel angekündigt, sollten die Rollläden besser oben bleiben, da größere Hagelkörner sie schnell beschädigen können. Besser ist es, sich während des Hagels nicht an oder unter Fenstern aufzuhalten, um sich vor eventuellen Glassplittern zu schützen. Wenn die Zeit reicht, sollten Gartenmöbel und -Geräte untergestellt werden.

Was langfristig vor Schäden schützt

Langfristig lohnt sich die Vorsorge: Die Regenrinnen sollten immer frei sein, damit das Schmelzwasser der Hagelkörner abfließen kann. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Wartung des Dachs sinnvoll, um lockere oder gebrochene Ziegel zu ersetzen oder undichte Stellen zu beheben. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Solarpanele, da sie zu den empfindlichsten Bauteilen am Haus gehören. Bereits Hagelkörner ab einer Größe von zwei Zentimetern können die kostspielige Technik beschädigen. Bei neuen Solarmodulen sollten Hausbesitzer deshalb unbedingt auf die Hagelwiderstandsklasse achten. Ein zertifiziertes Panel spart im Ernstfall eine Menge Ärger. Und wer saniert, sollte robusten Materialien wie hagelresistente Dachziegel, Dachfenster mit Sicherheits- bzw. Verbundsicherheitsglas und stabile Rollläden den Vorzug geben.

Hagelschaden – was tun?

Betroffene sollten Schäden unverzüglich bei ihrer Versicherung melden. Wichtig ist dabei eine gründliche Dokumentation mit Fotos oder Videos.\“Dokumentieren Sie großzügig. Ein Foto der Hagelkörner neben einem Zollstock hilft der Versicherung enorm, die Intensität des Ereignisses einzuschätzen und die Regulierung zu beschleunigen\“, so Janna Poll, Versicherungsexpertin von ERGO. So schnell die Meldung erfolgen sollte, so ruhig sollten die nächsten Schritte überlegt sein: Provisorische Maßnahmen wie eine Plane über ein Loch im Dach zu legen, um weitere Schäden zu verhindern, sind selbstverständlich erlaubt. Für größere Reparaturen ist eine Abstimmung mit der Versicherung wichtig.

Versicherungen und finanzielle Absicherung

Hagel zieht oft Folgeschäden nach sich, die teurer sind als der primäre Schaden. Eine gute Versicherung ist daher wichtig. Ein kurzer Überblick: Für eine zerbrochene Windschutzscheibe oder eine verbeulte Motorhaube als Folge eines Sturms oder Hagels ist die Teilkaskoversicherung zuständig. Gut zu wissen:\“Eine Vollkaskoversicherung enthält automatisch eine Teilkasko, die ohne Schadenfreiheitsklassen auskommt. Daher gibt es auch keine Rückstufung in eine teurere Klasse\“, so Schnitzler. Wichtig zu wissen: Wer nur mit einer Kfz-Haftpflicht versichert ist, bleibt auf den Kosten sitzen. Schäden am Haus übernimmt die Wohngebäudeversicherung.\“Hier ist ein Update sinnvoll, falls zum Beispiel Wintergärten oder PV-Anlagen nachträglich hinzukamen\“, rät Poll.

Checkliste: Gut vorbereitet durch die Hagelsaison

Kurzfristig reagieren:

– Wetterwarnungen verfolgen

– Fenster, Türen und Markisen sichern

– Gartenmöbel und lose Gegenstände wegräumen

– Das Auto möglichst geschützt abstellen

Langfristige Maßnahmen:

– Das Dach regelmäßig warten lassen

– Die Regenrinnen und Abflüsse freihalten

– Hagelresistente Materialien bei Sanierungen einplanen

Grundsätzlich:

– Versicherungsschutz prüfen und ggf. anpassen

Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 4.855

Posted by on 18. Mai 2026.

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Categories: Allgemein

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