Geschäfte, Geld und MAcht / Kommentar der\“Fuldaer Zeitung\“(20. Februar 2026) zur Festnahme von Ex-Prinz Andrew / Epstein-Skandal

Doch im Großen und Ganzen zeigen die weiteren Vorwürfe gegen den Ex-Prinzen die ganze Tragweite des Epstein-Skandals. Auch in Großbritannien sind Teile der politischen Elite involviert – bis hin zu Premier Keir Starmer, der einen Freund Epsteins zum Botschafter in den USA ernannt hat. Immer deutlicherwird auch: Der Skandal erschöpft sich nicht im Bild des skrupellosen Sexualverbrechers, der Mädchen missbrauchte und diese, wie es ein Opfer ausdrückte,\“wie einen Obstteller herumreichte, von dem sich jeder nehmen durfte\“; er berührt Fragen von Macht, Einfluss und ökonomischen Interessen, es geht auch um Geschäfte und viel Geld. Ein Ende des Skandals ist auch nach der Veröffentlichung von Millionen Seiten der Epstein-Akten durch das US-Justizministeriums jedenfalls nicht in Sicht – zumal viele nach wie vor geschwärzte Namen in den Akten neue Fragen aufwerfen.
Hat die Krone nun nach dem Drama um Prinzessin Diana ihre nächste existenzielle Krise? Wohl kaum. Andrew, dem inzwischen alle seine Prinzen- und Herzogstitel entzogen wurden, spielt als Nummer acht der Thronanwärter faktisch keine Rolle mehr. Die Familie hat ihn verstoßen und kaltgestellt: keine royalen Aufgaben, keine militärischen Ehren, keinPalastbüro, Rausschmiss aus der komfortablen Royal Lodge. Die Stabilität der Krone liegt bei Charles III., seinem Sohn und Thronfolger William und dessen Frau Catherine sowie den Kindern, die die Monarchie geradezu vorbildlich-unprätentiöser repräsentieren. Für eine Fortsetzung dervom Publikum gefeierten Netflix-Serie\“The Crown\“taugt die Causa Epstein aber allemal. / Bernd Loskant
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