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Bigott bis zum Babyglück – Kommentar der\“Fuldaer Zeitung\“(17. Juli 2026) zu Spahns Umgang mit dem Thema Leihmutterschaft

 

Keine Frage: Zwei Männer können hervorragende Eltern sein – womöglich sogar bessere als manche Mutter und mancher Vater, deren Nachwuchs eher Unfall als Ergebnis eines bewussten Kinderwunsches ist. Im Hause Spahn könnten die Voraussetzungen kaum besser sein: finanzielle Sicherheit, stabile Verhältnisseund zwei Männer, beseelt vom Kinderglück. Und dennoch muss Jens Spahn scharf für das kritisiert werden, was er und sein Ehemann getan haben. Denn genau in seinem Verhalten liegt der Kern aller Politikverdrossenheit im Land: dass Politiker anders reden, als sie handeln.

Auch Spahns Worte konnten nicht drastisch genug sein, wenn es darum ging, Leihmutterschaft – für viele Paare die einzige Möglichkeit, Eltern zu werden – zu verteufeln.\“Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden\“, sagte der CDU-Politiker vor einigen Jahren. Diese Haltung hat eröffentlich immer wieder vertreten. Nun nimmt er genau den Weg in Anspruch, den er anderen moralisch abgesprochen hat. Das ist heuchlerisch, scheinheilig und bigott.

Man könnte einwenden, der Vorgang, den er via\“Bild\“an die Nation adressierte, sei Privatsache und gehe dieÖffentlichkeit nichts an. Doch der 46-Jährige ist kein Hinterbänkler, dem man gerne mal eine Position gegen die eigene Partei verzeiht. Als Fraktionschef ist er einer der einflussreichsten CDU-Politiker, der nun deutsches Recht mit Füßen tritt und den Wertekanon seiner Partei verlässt. Denn mitnichten handelt es sich bei der Frage der Leihmutterschaft um ein Thema, bei dem ein Politiker die Position beliebig wechseln kann wie die Meinung zu einem Tempolimit. Hier geht es um essenzielle Fragen des Lebens, die die Partei mit dem C im Namen sich und den Wählern klar beantwortet hat.

Die Rücktrittsforderungen gegen Spahn sind deshalb nicht aus der Luft gegriffen. Der vom Volk gewählte Spahn sollte ebendiesem erklären, warum seine bisherige Überzeugung für ihn nicht mehr gilt – und dann künftig in der Politik mit ganzer Kraft für die Leihmutterschaft kämpfen. Oder er sollte sich zu Hause voll auf den kleinen Georg konzentrieren. / Bernd Loskant

Pressekontakt:

Fuldaer Zeitung
Bernd Loskant
Telefon: 0661 280-445
Bernd.Loskant@fuldaerzeitung.de

Original-Contentvon: Fuldaer Zeitung,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 16. Juli 2026.

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