Geiz ist geil? Sieben IT-Sparmaßnahmen im Realitätscheck
17. März 2026 – IT-Budgets stehen nach wie vor unter Druck und Kostensenkungen bestimmen weiterhin viele Meetings. Doch wer immer nur Preise drücken will, spart schnell an der falschen Stelle. Der IT-Spezialist Avision hat sieben Stellschrauben auf den Prüfstand gestellt und zeigt, wo Kostensenkungen in der IT tatsächlich wirken.
IT-Kosten entstehen selten allein durch zu hohe Preise. Komplexität, doppelte Strukturen und kurzfristige Sparreflexe können Budgets hingegen langfristig stärker belasten als nur ein höherer Lizenzpreis. Wer nachhaltig sparen will, muss daher auch bei sich selbst ansetzen, etwa bei der Architektur, Governance und Organisation. Der Realitätscheck von Avision zeigt, welche Stellschrauben wirklich Sinn ergeben und wo Unternehmen lieber nicht übereilig den Rotstift ansetzen sollten:
1. Technologische Komplexität reduzieren
Die Idee: Je schlanker und effizienter die IT-Landschaft, desto geringer die Kosten.
Der Praxistest: Viele IT-Budgets leiden weniger unter hohen Lizenzpreisen als unter gewachsener Komplexität: zu viele Programmiersprachen, Frameworks, Versionen und parallele Technologien. Jede zusätzliche Ausprägung erhöht Wartungsaufwand, Updatezyklen, Sicherheitsrisiken und den Bedarf an Spezialwissen. Nicht jedes neue Hype-Framework ist daher eine Investition in die Zukunft, sondern derReifegrad entscheidet über Wartbarkeit, Fachkräfteverfügbarkeit und Stabilität.
Sparpotenzial: Hoch. Technologischer Wildwuchs treibt die Betriebskostenüber Jahre hinweg in die Höhe. Klare Architekturprinzipien und konsequente Standardisierung sind zwei der wirksamsten Hebel für eine nachhaltige Kostensenkung.
2. Auf günstigere Lösungen umsteigen
Die Idee: Günstigere Software senkt sofort und langfristig die IT-Kosten.
Der Praxistest: Der Lizenzpreis ist nur ein Teil der Gleichung. Migration, Schulung, Integration und Produktivitätsverluste können die Ersparnis schnell übersteigen. Zudem entstehen neue Betriebs- und Supportkosten. Ein Umstieg lohnt sich daher nur, wenn die Total Cost of Ownership (TCO) sinken, nicht nur der Einkaufspreis.
Sparpotenzial: Gering. Ohne eine TCO-Analyse führt reines Preisdrücken meist zu einer Kostenverschiebung statt echter Entlastung. Kleine Einkaufspreise mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, können langfristig aber teuer werden.
3. KI einsetzen
Die Idee: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz senkt Personal- und Prozesskosten.
Praxistest: KI kann manuelle Tätigkeiten automatisieren, Bearbeitungszeiten verkürzen und Fachkräfte entlasten. Das gilt vor allem bei repetitiven Prozessen, großen Datenmengen oder teurer Qualitätssicherung. Gleichzeitig verursachen Einführung, Integration, Datenaufbereitung und Governance selbst erhebliche Aufwände. Ohne klaren Business Case wird KI schnell zum Kostentreiber statt zum Effizienzhebel.
Sparpotenzial: Mittel. Durchaus hochwirksam bei klar abgegrenzten Anwendungsfällen, aber gering bei Aktionismus und wenn KI zum Selbstzweck wird. Entscheidend ist der konkrete Nutzen, nicht die Technologie selbst.
4. Hosting-Strategie hinterfragen
Die Idee: Ein Wechsel senkt Infrastruktur- und Betriebskosten.
Praxistest: Keine Betriebsform ist per se günstiger. Cloud kann bei flexiblen Lasten sparen, wird bei Dauerbetrieb oder fehlender Kostenkontrolle jedoch schnell teuer. Umgekehrt verursacht auch On-Premise hohe Fixkosten, wenn Auslastung und Betrieb nicht passen. Entscheidend sind Lastprofil, Sicherheitsanforderungen und interne Kompetenz.
Sparpotenzial: Mittel. Je nach Anwendungsfall attraktiv, aber nur bei datenbasierter Entscheidung.
5. Anwendungen konsolidieren
Die Idee: Parallele Systeme vermeiden, um Kosten zu sparen.
Praxistest: Viele Unternehmen nutzen mehrere Anwendungen mitähnlicher Funktion. Eine Konsolidierung kann Ausgaben senken und die Anzahl der Schnittstellen reduzieren. Sie erfordert allerdings organisatorische Entscheidungen und kann kurzfristig den Aufwand erhöhen.
Sparpotenzial: Hoch. Strategisch sinnvoll, wenn Prozesse und Governance angepasst werden. Auch mit Blick auf den kurzfristigen Aufwand winken hier langfristige Einsparungen.
6. Service-Level differenzieren
Annahme: Braucht jede Anwendung wirklich ein„Gold“-SLA?
Praxistest: Nicht jede Lösung ist geschäftskritisch. Differenzierte Service-Level sparen Kosten, ohne die Business Continuity zu gefährden.
Sparpotenzial: Hoch. Wird oftübersehen, ist aber ein effektiver Hebel zur Kostenoptimierung.
7. Die Organisation verschlanken
Annahme: Kosten entstehen primär durch Bürokratie.
Praxistest: Umständliche Entscheidungswege, Silos und lange Abstimmungen verursachen erhebliche Aufwände. Eine effiziente Organisation und DevOps-Modelle können die IT schneller und günstiger machen.
Sparpotenzial: Hoch. Der wahrscheinlich größte Hebel, aber auch der schwierigste, weil er strukturelle Veränderungen erfordert.
„IT-Kosten lassen sich nicht durch kurzfristige Sparprogramme senken, sondern durch langfristig tragfähige Entscheidungen“, sagt Nadine Riederer, Geschäftsführerin von Avision. „Dabei schlagen effiziente Architekturen und reduzierte Komplexität die Pfennigfuchserei im Einkauf oder übermäßige Sparmaßnahmen in Projekten. Apropos Sparen: Prüfen Sie regelmäßig Ihre Lizenzen? In vielen Unternehmen laufen ungenutzte oder doppelte Zugänge jahrelang unerkannt mit. Lizenz-Reviews sind echte Low Hanging Fruits mit geringem Risiko und schnellem Effekt.“
Dieses Listicle und eine Grafik können unter www.pr-com.de/companies/avision abgerufen werden.
Categories: Allgemein
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