Fokus ist kein Talent, sondern ein Skill: Studie mit 69 Erwachsenen zeigt, wie Aufmerksamkeit trainierbar ist

Die Forschungsgruppe um Andy Kim von der University of Southern California ließ 69 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren 30 Tage lang täglich 10 bis 15 Minuten mit einer Achtsamkeits-App üben. Die Aufmerksamkeitskontrolle wurde dabei per Eye-Tracking objektiv gemessen. Das Ergebnis war über alle Altersgruppen hinweg eindeutig: Reaktionszeiten verbesserten sich messbar, die Aufmerksamkeitssteuerung wuchs. Fokus ist demnach keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die sich durch gezieltes Training verändert.
»Das deckt sich genau mit dem, was wir aus der Neurowissenschaft wissen: Das Gehirn ist plastisch. Wer Aufmerksamkeit regelmäßig trainiert, verändert buchstäblich seine neuronalen Verbindungen«, erklärt Uli Funke, Gründer der Akademie für angewandte Neurowissenschaft A|F|A|N. »Für Führungskräfte ist das eine entscheidende Botschaft. Ich will den Menschen zeigen, dass Veränderung möglich ist, weil das Gehirn sie erlaubt.«
Genau diese Verbindung aus Forschung und Führungspraxis ist Kern des Vortrags»Fokus als Skill«von Uli Funke. Mit seinem Vortrag Führung und Neurowissenschaft richtet sich Funke an Unternehmen, Konferenzen und HR-Veranstaltungen, bei denen Leistungsfähigkeit, Konzentration und mentale Belastbarkeit auf der Agenda stehen. Auf Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und konkreter Praxisbeispiele zeigt Funke, wie sich Fokus im Führungsalltag entwickeln lässt und was Ablenkung neurobiologisch auslöst. Er setzt damit an der Ursache an, statt nur an die Motivation zu appellieren. In seiner Keynote verbindet er Studienergebnisse mit Übungen, die Zuhörende direkt ausprobieren können.
Die Studie liefert einen weiteren bemerkenswerten Befund: Der Trainingseffekt zeigt sichüber alle Altersgruppen hinweg, nicht nur bei jüngeren Teilnehmenden. Das ist besonders für Organisationen relevant, in denen Führungskräfte unterschiedlicher Generationen zusammenarbeiten. Wer Fokus als biologisch veränderbare Kompetenz begreift, erreicht damit eine breitere Zielgruppe als mit rein motivationalen Ansätzen. Genau darauf setzt Funke, und trotz aller Forschungsbezüge bleibt sein Vortrag zu Führung und Neurowissenschaft praxisnah, weil er die Befunde an alltägliche Führungssituationen zurückbindet.
Der Aufbau folgt einem einfachen Prinzip. Zuerst ordnet Funke ein, wie Aufmerksamkeit im Gehirn entsteht und warum sie unter ständiger Erreichbarkeit leidet. Danach übersetzt er diese Befunde in konkrete Routinen, die Führungskräfte in ihren Arbeitstag einbauen können. Aus einem klassischen Leadership Vortrag wird so kein abstraktes Modell, sondern ein Werkzeug für den nächsten Arbeitstag.
Funke tritt regelmäßig als Speaker zu Themen rund um Neurowissenschaft und Führung auf, auf Fachkonferenzen ebenso wie bei internen Führungstagen. Seine Keynote zur Neurowissenschaft der Aufmerksamkeit trifft vor allem dort einen Nerv, wo Teams unter hoher Reizlast arbeiten.
Grundlagen dazu, wie das Gehirn Reize auswählt und gewichtet, bietet der Überblicksartikel zurAufmerksamkeit.
Categories: Allgemein
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