Einsatz von KI zum Gemeinwohl und nachhaltig für Mensch und Umwelt

Derzeit bauen wenige große Tech-Konzerne ihre Einflussbereiche weltweit aus, beeinflussen mittels KI die Informationsräume der Menschen und nehmen durch ihre Lobbyarbeit aktiv Einfluss auf die Politik. Auf diese Weise dürfen jedoch keine Grundrechte ausgehebelt werden.
\“Der Mensch muss zu jeder Zeit die demokratische Gestaltungshoheitüber diese Technologie besitzen\“, betont der IfKom-Bundesvorsitzende Dr. Heinz Leymann und fügt hinzu:\“Damit der Einsatz verantwortungsvoll und gerecht erfolgt, sind die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.\“
Die Nutzung und Herstellung von KI-Systemen dürfen nicht nur in den Händen weniger globaler Großkonzerne sein. Diese Machtkonzentration schafft Abhängigkeiten in vielen Bereichen, von großen Social-Media-Plattformen bis hin zur staatlichen Infrastruktur.
KI ist zudem ein Treiber größer werdender Rechenleistungen, die in den Rechenzentren zu höherem Verbrauch an Strom und Wasser sowie zunehmenden CO2-Emissionen führen. Am Ende des Lebenszyklus steht die Entsorgung des jährlich ansteigenden Elektroschrotts. In Europa liegt die Recyclingquote für Elektronik nurbei unter 20 Prozent.
DieIfKomsind ein Berufsverband, der Innovationen grundsätzlich begrüßt, aber auch die Folgen bewertet.\“Wenn sich Nachteile für Menschen und Umwelt nicht völlig beseitigen lassen, sollten wir über die Art der Kompensation nachdenken,\“fordert Dipl.-Ing. Andreas Hofert, Mitglied des IfKom-Bundesvorstands und erläutert:\“Um den Einsatz der KI für das Gemeinwohl, die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz zu forcieren, sollten beispielsweise Anreize geschaffen oder Verpflichtungen auferlegt werden, die auch sanktioniert werden können.\“
Zwar zeigen die jüngsten technologischen Entwicklungen deutlich bessere Energieeffizienzen, die Folgen sind jedoch noch nicht überschaubar. Der gesamte Themenkomplex sollte nach Auffassung der IfKom Teil einer breiten gesellschaftlichen Debatte sein, die sich auch in Bildungskontexten widerspiegeln muss. Dennes geht um eine nachhaltige Zukunftsgestaltung, um signifikante Änderungen in der Arbeitswelt und Einflüsse im Zusammenleben der Menschen, somit um eine gesellschaftliche Transformation, für deren Gestaltung die Menschenbefähigt werden müssen.
Für Prof. Dr. Rainer Holmer von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg stellt die KI in der Lehre sowohl eine große Chance als auch eine Herausforderung dar.\“Die Chance besteht darin, KI-Methoden und Algorithmen in die Lehre zu integrieren und diese damit entscheidend zu bereichern; die Herausforderung besteht in der Neu-Definition der Anforderungen bzw. des Kompetenzprofils an zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik im Hinblick auf die zunehmende Verfügbarkeit und Bedeutung von KI-basierten Lösungen.\“
Zu den beruflichen Anforderungen erläutert Holmer:\“Ein zielgerichteter und Mehrwert erzeugender Einsatz von KI-basierten Anwendungen und Systemen wird die Aufgabe der zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieure sein – gleichzeitig aber auch die Verantwortung für einen gesellschaftlich sinnvollen und ethisch verantwortungsvollen, nachvollziehbaren Einsatz der KI – darauf müssen wir im Ingenieur-Studium vorbereiten und dazu befähigen.\“
KI-basierte Methoden und Algorithmen werden derzeit an vielen Stellen der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik evaluiert und eingesetzt. Prof. Holmer weist auf die Auswirkungen der KI und der Rechenzentren als starke Treiber des Mikroelektronik-Marktes hin. Die dadurch entstandene Nachfrage nach Halbleiter-Bauelementen wird aus seiner Sicht noch für geraume Zeit anhalten. Kritisch merkt er an:\“In einigen Feldern wird die KI aber aus meiner Sicht noch beweisen müssen, welchen substantiellen Mehrwert sie gegenüber etablierten\“konventionellen\“Methoden bietet.\“
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