Eine persönliche Geschichteüber Trauma, Depression und Hoffnung

Das ist leider gar nicht so selten. Denn Kinder können Traumata als solche nicht erkennen, können innerliche Veränderungen in der Folge nicht als Warnungen der Seele wahrnehmen und diese einordnen. Wie denn auch? Sara Peters, Mutter dieses Jungen und Autorin dieses Buches beschreibt den Zustand nach einem kindlichen Trauma als die Dauerschleife eines Notfalls, einen Dauerstress-Modus, der einfach kein Ende findet. Und sie möchte es sichtbar machen, erkennbar, um anderen damit eine Hilfe zu geben. Eine Idee.
„Dieses Buch ist unsere Geschichte. Aber es ist nicht nur unsere. Es ist die Geschichte von vielen Familien, die oft leise bleiben müssen. Von Müttern, die nachts wach liegen, weil sie nicht wissen, wie sie den nächsten Tag schaffen sollen. Von Vätern, die sich hilflos fühlen, weil sie glauben, dass ihre Liebe nicht ausreicht, um den Schmerz ihres Kindes zu heilen. Von Geschwistern, die zu früh lernen, Rücksicht zu nehmen – und sich selbst dabei manchmal vergessen. Es ist die Geschichtevon Kindern, deren Seele schwer ist– und die trotzdem jeden Tag weitermachen“, schreibt Sara Peters, Mutter des Jungen, um dessen (Post-)Trauma sicher vieles dreht, aber auch Mutter einer Tochter, Ehefrau, praktizierende Ergotherapeutin, diplomierte Traumafachberaterin und eben Autorin dieses sich der kindlichen Depressionund dem Umgang damit in der eigenen Familie und im sozialen und gesellschaftlichen Umfeld widmenden Buches ´Henry – Leben mit einem verletzten Kind´, soeben im Leipziger I.C.H. Verlag erschienen.
Man sieht und liest in diesem Buch deutlich, dass die Autorin Sara Peters weiß, was sie sagt und tut, und dass sie in der Lage ist zu reflektieren, zu lernen und das so Erfahrene auch so weiterzugeben, dass das erlebte und beschriebene familiäre Trauma und der Umgang damit aus dem Subjektiven heraus in eine Ebene gehoben wird, von der aus es auch für andere Mütter und Väter, Schwestern und Brüder, für Familien in eben dieser oder einer vergleichbaren Situation zu einer wirklichen Hilfe werden kann, ohne dabei die eigene Liebe, die eigene Verwundbarkeit und den Schmerz, aber auch die Freude aus den Augen zu verlieren. Denn es ist natürlich unabdingbar, wenn man wirkliche Hilfe geben möchte, auch möglichst objektiv, also nüchtern zu sein. Aber natürlich hilft es noch ein Stück weit mehr und vor allem besser, wenn man als Betroffener und Betroffene weiß und spürt, dass die Helfende aus eigener Erfahrung auch wirklich weiß, wie man sich fühlt, wie gefangen und in Not man oft ist. Das eben gelingt der Autorin sehr gut, subjektiv und objektiv.
„Wo stehen wir heute? Diese Frage klingt so klar – aber sie ist schwer zu beantworten. Vielleicht, weil es bei psychischer Gesundheit keine linearen Entwicklungen gibt. Kein Vorher und Nachher, keine saubere Trennung zwischen Krise und Heilung. Unser Weg hat keine gerade Strecke genommen.Es waren viele Umwege, viele Schleifen.“
Und irgendwann ist Henry, der einst gehasste, nicht mehr die Bedrohung, diese Angst, die er einmal war. Nicht weg, aber zunehmend leise.
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Honorarfreie Verwendung, Beleghinweis erbeten,
604 Wörter; 3910 Zeichen
Categories: Allgemein
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