Dreisteste Umweltlüge 2026: Deutsche Umwelthilfe verleiht Goldenen Geier an Bayer und reicht Klage gegen Greenwashing ein

– Mehr als 23.000 Menschen haben abgestimmt: Bayer ist mit Greenwashing seines Geschäftsmodells dreistester Umweltlügner 2026
– DUH reicht Klage gegen den Chemiekonzern ein wegen Werbung mit Netto-Null-Emissionen ohne Angabe ausreichender Maßnahmen oder Zwischenziele
– DUH macht Druck gegen Greenwashing: Werbeversprechen müssen nachvollziehbar und stichhaltig sein
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verleiht den Goldenen Geier 2026 für die dreisteste Umweltlüge an die Bayer AG und reicht Klage wegen Greenwashing gegen den Chemiekonzern ein. Bayer wirbt auf seiner Website mit Klima- und Artenschutz, während er weltweit hochgiftige Pestizide vertreibt, die nachweislich Bestäuber wie Bienen schädigen, Böden belasten und Gewässer kontaminieren. 23.870 Menschen haben sich an der Abstimmung zum Goldenen Geier beteiligt und Bayer mehrheitlich zum dreistesten Umweltlügner gewählt. Mit einer vor dem Landgericht Köln eingereichten Klage verleiht die DUH dem Schmähpreis juristischen Nachdruck.
Die Klage bezieht sich auf sogenannte Netto-Null-Emissionen ab 2050, mit denen Bayer wirbt: Man setze sich\“im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen dafür ein, den Klimawandel zu bekämpfen und die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen\“. Wie diese Ziele konkretüber das Jahr 2030 hinaus erreicht werden sollen, gibt der Konzern allerdings nicht an. In der Werbung fehlte außerdem ein Hinweis darauf, dass Bayer die künftige\“Neutralität\“nicht allein durch eigene CO2-Einsparmaßnahmen, sondern auch durch den Kauf von CO2-Zertifikaten erzielen will. Dieser steht als moderner Ablasshandel massiv in der Kritik, da er die Verantwortung verlagert und sich zumeist auf zweifelhafte Projekte stützt, die den behaupteten Emissionsausgleich nicht sicherstellen können.
Nach einer schriftlichen Aufforderung der DUH hatte Bayer die Werbung zwar bereits geändert. Das Unternehmen hat aber keine Erklärung abgegeben, mit der es sich verpflichtet, die Werbung auch zukünftig zu unterlassen.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH:\“Bayer vermittelt mit Fotos von flatternden Schmetterlingen und vollmundigen Zukunftsversprechen den Eindruck, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Der Konzern verfolgt ein Geschäftsmodell, das massiv zum globalen Artensterben beiträgt. Bayer-Pestizide, darunter das Totalherbizid Glyphosat, beeinträchtigen biologische Prozesse massiv, schädigen Insekten, Bodenorganismen und Wasserlebewesen. An diesen toxischen Realitäten auf Feld und Flur ändern auch ein paar nette Bilder von Schmetterlingen nichts. Wir setzen mit dem Goldenen Geier ein Zeichen gegen dreistes Greenwashing und fordern Bayer auf, die Verbrauchertäuschung sofort zu beenden.\“
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:\“Mit unserer Klage gegen Bayer machen wir deutlich: Wer sich mit Schlagworten wie klimaneutral oder netto-null für die Zukunft brüstet, darf das nur auf eindeutige und ehrliche Weise tun. Das bedeutet, es müssen Weichenstellungen, Zwischenziele wie auch Maßnahmen ehrlich offengelegt und regelmäßig unabhängig geprüft werden. Bayer verfolgt mit Netto-Null-Emissionen unter Einbezug seinergesamten Wertschöpfungskette ein hehres, wie notwendiges Ziel. Wie der Konzern dieses Zielüber das Jahr 2030 hinaus erreichen will, bleibt allerdings unklar – von den positiven Marketingeffekten will der Konzern trotzdem schon heute profitieren. Dazu kauft Bayer bereits massenweise Zertifikate aus Waldprojekten im Ausland, die zum Ausgleich nicht geeignet sind.\“
Insgesamt haben mehr als 23.000 Verbraucherinnen und Verbraucher online für den Goldenen Geier 2026 abgestimmt, davon knapp 74 Prozent für Bayer. Auf den zweiten Platz wurde der Fast-Fashion-Konzern Primark für das eigens erfundene Label\“Primark Cares\“gewählt, Sportwagen-Hersteller Lamborghini erhielt in der Abstimmung den dritten Platz. Die DUH fordert von allen nominierten Unternehmen, ihre Firmenpolitik zu ändern und auf wirklich nachhaltige Produkte und Verfahren umzustellen, statt mit Umweltlügen Verantwortung vorzutäuschen.
Hintergrund:
Die DUH macht als Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation mit dem Goldenen Geier und der Wahl der\“dreistesten Umweltlüge des Jahres\“auf die Problematik von Greenwashing aufmerksam. Sie warnt Verbraucherinnen und Verbraucher so vor Greenwashing und enttarnt gemeinsam mit ihnen Produkte, Dienstleistungen und Werbekampagnen, mit denen Menschen getäuscht werden. Damit sollen Unternehmen dazu bewegt werden, ehrliche und ökologische Produkte auf den Markt zu bringen, anstatt Geld in das Schönfärben umweltschädlicher Produkte zu investieren.
Die DUH ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Hinweise oder einen Verdacht auf Greenwashing zu melden, wenn sie entsprechende Umwelt- oder Klima-Werbeaussagen bei Produkten oder Kampagnen von Unternehmen entdecken. Dafür hat die DUH eine dauerhaft erreichbare Greenwashing-Meldeplattform auf ihrer Websiteeingerichtet. Die Expertinnen und Experten der DUH bewerten und prüfen diese Hinweise, fordern die Unternehmen zum Abschalten von Greenwashing-Werbung auf und gehen gegebenenfalls juristisch gegen falsche oder irreführende Werbeaussagen vor.
Links:
– Fotos von der Preisübergabe an Bayer finden Sie ab ca. 11.30 Uhr hier: https://l.duh.de/p260428
– Audio-Statement von Barbara Metz zum Goldenen Geier 2026: https://l.duh.de/otoenegeier
– Mehr Informationen zum Goldenen Geier: www.duh.de/goldenergeier/
– Zur Greenwashing-Meldeplattform: https://www.duh.de/mitmachen/greenwashing-melden/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
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Categories: Allgemein
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