Digitaler Zwilling als Basis interkommunaler Zusammenarbeit

Sie profitieren davon, dass auf digitaler Basis Daten für Planungen, Entscheidungen und Dienste zentral erhoben und ausgewertet werden. So gibt es zum Beispiel eine zentrale Einsatzplanung für den Winterdienst, basierend auf Daten von über 130 Glatteis-Sensoren im gesamten Landkreis. Sie erfassen die jeweiligen Boden- und Lufttemperaturen und senden diese an ein Dashboard, das den jeweils konkreten Handlungsbedarf visualisiert.\“Der Winterdienst kann Einsätze gezielter steuern und spart so finanzielle, personelle und materielle Ressourcen\“, betont Stefan Trometer, Geschäftsführer von VCS, das das zugrunde liegende digitale Kartenmaterial zur Verfügung stellt. Zusätzlich werde in Kooperation mit der Hochschule Hof ein Vorhersagemodell entwickelt, das nicht nur aktuelle Messwerte darstellt, sondern auch eine ortsgenaue Glättewahrscheinlichkeit fürdie kommenden Stunden prognostiziert.\“Auf diese Weise ist der gesamte Landkreis vorsorgt, ohne dass jede Kommune einzeln handeln muss.\“
Virtuelle 3D-Modelle liefern optimale Datenbasis für Entscheidungen
Ähnlich funktioniert die Zusammenarbeit beim Thema Barrierefreiheit im Öffentlichen Raum. In Zusammenarbeit mit dem Anbieter von Geoinformationen RIWA entstand eine Anwendung, die Orte nach ihrem barrierefreien Zugang bewertet.\“Die Information istöffentlich verfügbar und unterstützt Kommunen und Institutionen bei ihren Planungsprozessen wie auch mobilitätseingeschränkte Personen in ihrem Alltag\“, so Trometer. Durch die Zusammenarbeit entstehe einÜberblick über die gesamte Region und bleibe nicht an den jeweiligen Gemeindegrenzen stehen.
Bei einem anderen der präsentierten Beispiele ging es um den Schattenwurf eines geplanten Klinik-Neubaus.\“Oft werden Bauvorhaben anhand von Plänen oder haptischen Modellen bewertet, doch nur im digitalen 3D-Modell können Einflüsse wie zum Bespiel Sonneneinstrahlung und Schattenwurf realistisch abgebildet und bewertet werden\“, erklärt Stefan Trometer. In dem konkreten Fall wurde die Schattensituation des geplanten Gebäudes in der Nähe einer Kindertagesstätte simuliert.\“Das Ergebnis trug dazu bei, Vorbehalte aufzulösen und die Genehmigungsentscheidung abzusichern.\“
Mehr Effizienz bei Planung, Energie und Hochwasserschutz
Auch bei der Planung von Photovoltaik-Anlagen und Solar-Panels biete die Zusammenarbeit große Vorteile für Bürger wie auch Kommunen. So nutzt ein im Digitalen Zwilling des Landkreises integrierter Solarrechner 3D-Gebäudemodelle, um für beliebige Dachflächen Ertrag, Kosten und Flächenpotenzial in Sachen Solarenergie zu berechnen.\“Auf dieser Grundlage können alle Beteiligten fundierte Entscheidungen zur Energieplanung treffen.\“
Das Projekt\“hoferLand.digital\“wurde 2025 ins Leben gerufen und im Oktober im Beisein von Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, freigeschaltet. Es dient zum einen der Optimierung und Effizienz der kommunalen Zusammenarbeit, unter anderem durch die gemeinsame Nutzung von Echtzeit-Daten. Zum anderen werden über einen Open Data Katalog erhobene Daten bereitgestellt, die als Basisfür Entscheidungen und Projekte genutzt werden können, zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Abfallwirtschaft oder Hochwasserschutz.
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