Die Zukunft aufs Papier gebracht

Die Zukunft auf zwei Seiten
Die Schülerinnen und Schüler (be)schrieben auf maximal zwei Seiten, wie sie sich die Welt in 10, 20 oder 50 Jahren vorstellen. Wie sehen dann Städte, Dörfer, Schulen oder Arbeitsplätze aus? Welche Erfindungen würden das künftige Leben verbessern? Und wie können sie selbst diese Zukunft aktiv mitgestalten? Diese Fragen dienten der Orientierung. Die Kinder und Jugendlichen durften ihren individuellen Zukunftsvisionen viel Freiraum geben. Eine Fachjury wählte anhand eines Kriterien-Katalogs schließlich 100 Briefe aus. Die jungen Autorinnen und Autoren wurden am 24. April imRahmen eines Festakts im Museum Wiesbaden für ihre Beiträge geehrt. Die stolzen Lehrkräfte, Eltern, Geschwister, Freundinnen und Freunde im Publikum honorierten die Leistungen mit viel Applaus.
Die Stimme der jungen Generation
Raoul Kroehl, Geschäftsführer der Stiftung Handschrift, begrüßte die Gäste im Museum. Er lobte die inhaltliche Vielfalt der Texte, die so individuell seien wie die eigene Handschrift:\“Die Kinder und Jugendlichen formulieren in ihren Briefen Lösungsansätze für die Umsetzung ihrer Zukunftsträume. Sie kritisieren gleichzeitig aber auch Schwachstellen unserer Gesellschaft und machen Verbesserungsvorschläge – beispielsweise für besseren Klimaschutz oder mehr Mitbestimmung. Damit beweisen sie, dass kindliche Perspektiven keineswegs naiv, sondern oftmals sogar überraschend weitsichtig sind. Dieses Mitdenken und Mitwirken bereichert unsere Entscheidungen von heute!\“
Handschrift fördert Bildung
Die Moderation der Preisverleihungübernahm erneut Rose-Lore Scholz, Stadträtin a. D. und ehemalige Dezernentin für Schule, Kultur und Integration der Stadt Wiesbaden. Unterstützt wurde sie auch 2026 von Kinderreportern – Gewinner der vorherigen Wettbewerbe. Sie stellten den Rednern auf der Bühne ihre Fragen, darunterauch Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen. Er verdeutlichte die Relevanz der Handschrift im digitalen Zeitalter:\“Ganz praktisch beeinflusst das Schreiben mit der Hand die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler. Es trainiert entscheidende Fähigkeiten, die später wichtig sind, wie Motorik, Sprachverständnis und Konzentration. Aus diesen Gründen betrachten wir im Hessischen Kultusministerium den Erwerb der Handschrift als einen zentralen Bestandteil des Deutschunterrichts.\“Christian Boehringer, Vorsitzender des Stiftungsrates, berichteteüber die Intention der Stiftung:\“Ziel unseres Engagementsüber den hessenweiten Schülerschreibwettbewerb hinaus ist es, durch die Interaktion mit den Schulen auch bei Lehrkräften die Bedeutung der Handschrift neu zu thematisieren. Wir regen an, bewusst mehr mit der Hand schreiben zu lassen und weiterführende innovative Modelle der Förderungder Handschrift im Schulalltag zu entwickeln.\“
Festakt mit Einblick ins Klassenzimmer
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erzählten Schülerinnen und Schüler in Video-Interviews von den ersten Ideen für ihre persönlichen Briefe. Dabei offenbarte sich, dass sie trotz der aktuell herausfordernden Zeiten mit viel Neugier und Optimismus an das Thema herangingen. Drei der jungen Schreibtalente lasen schließlich ihre Briefe live vor – die Adressaten: Noah, Henry und die Gegenwart. Im Talk mit Raoul Kroehl erzählten Lehrkräfte hessischer Schulen von ihren Erfahrungen aus dem Unterricht. Leider kaum überraschend: Im Zeitalter von KI, Smartphones und Tablets wüssten die wenigsten Kinder heute noch, wie man einen Brief schreibt. Umso bedeutender sei dieses Projekt. Im Unterricht entwickelten ihre Schützlinge schnell viel Freude am Briefeschreiben. Die Ergebnisse sprechen für sich. Die prämierten Texte sind nun in einem hochwertigen Buch erschienen. Darin ebenfalls enthalten: Gastbeiträge zum Thema – u. a. von Dr. Jessica Bönsch, Geschäftsfuhrende Vorständin Stiftung Jugend forscht e. V., sowie Tristan Horx, Zukunftsforscher und Autor.
Auch musikalisch hatte der Festakt einiges zu bieten: Neo, Gewinner von\“The Voice Kids\“2025, verlieh mit\“One moment in time\“von Whitney Houston dem Event eine besonders feierliche Note. Das Streicher-Ensemble\“Leibniz-Strings\“der Leibnizschule Wiesbaden interpretierte – passend zur Veranstaltungslocation -\“The fate of Ophelia\“von Taylor Swift in einer Instrumental-Version.
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