„Deutschland3000“: Hanau-Überlebender Said Etris Hashemi im intensiven Gespräch mit Eva Schulz

Hashemi schildert aus seiner Perspektive die Fehler und Versäumnisse in der Tatnacht sowie im weiteren Verlauf der Ermittlungen. So beschreibt er im Gespräch mit Eva Schulz, wie die erste Polizeistreife, die vor Ort eintraf, von der Ausnahmesituation sichtlich belastet gewesen sei. Trotz seiner eigenen Verletzungen habe Hashemi die Beamten beruhigen und die Lage erklären müssen: „Da musste ich ihm sagen, ey, alles gut, ich erzähle dir, was passiert ist, komm runter.“
Im intensiven Austausch mit Eva Schulz wird deutlich, dass für Hashemi viele Fragen ungeklärt bleiben. Warum war beispielsweise der einzige Fluchtweg für die Opfer versperrt? Und weshalb fehlte seine Aussage über die verschlossene Notausgangstür bei der späteren Akteneinsicht? „Ich habe das in meiner Zeugenaussage beim BKA erwähnt gehabt, habe dann ein Jahr später bei der Akteneinsicht gesehen, dass diese Zeugenaussage überhaupt gar nicht mehr drin war.“
Hashemi ist Mitbegründer der „Initiative 19. Februar Hanau“ und engagiert sich im „Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“. Bei „Deutschland3000“ spricht er über seine persönliche Motivation und erzählt dabei von einerTV-Sendung, in der die Opfer von Hanau als „sinnlose Tote“ bezeichnet wurden: „Diese Menschen sind nicht sinnlos gestorben, sie sind mit einem Sinn gestorben und wir geben diesen Menschen diesen Sinn.“
Auf die Frage, was sich strukturelländern muss, kritisiert er: „Man führt Debatten emotional, ohne wirklich lösungsorientiert an Themen ranzugehen. Man spricht ständig über Migranten, ohne wirklich mit Migranten zu sprechen.“
Die Folge„Deutschland3000 mit Eva Schulz“ mit Said Etris Hashemi ist ab sofort in der ARD Audiothek und überall dort verfügbar, wo es Podcasts gibt.
Link zum Podcast„Deutschland3000 mit Eva Schulz“:
https://1.ard.de/D3000_Etris_Hashemi?pm
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