\“Der baltische Weg – Eine Menschenkette für die Freiheit\“

Im Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft – eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre gibt den baltischen Staaten Auftrieb bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Daraus entsteht eine ehrgeizige und symbolische Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren und bekannt zu machen.\“Der baltische Weg – Eine Menschenkette für die Freiheit\“von Judith Voelker wird am Mo., 19.01. um 23:50 Uhr gezeigt und ist danach für 90 Tage in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/tv-programm/6937f73e3488ff5571e4781a#:~:text=Das%20Erste%20%E3%83%BB%2045%20Min.&text=Im%20Sommer%201989%20liegt%20eine,Zeichen%20f%C3%BCr%20Mut%20und%20Zusammenhalt.) abrufbar. (Der Film wurde in einer längeren Fassung bereits auf ARTE ausgestrahlt.)
Neue Eiszeit
Für die baltischen Staaten zeigt sich Russland heute als ein revisionistischer Nachbar, der die bestehende europäische Ordnung in Frage stellt. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 wächst die Sorge, dass auch Estland, Lettland und Litauen Ziel russischer Aggressionen werden könnten , schließlich gehörten sie einst zum sowjetischen Machtbereich.
Nationale Selbstbestimmung nach leidvoller Geschichte
1989 brodelt es in vielen Teilen des sogenannten Ostblocks. In der DDR, der Tschechoslowakei, Georgien oder Moldawien gehen die Menschen damals auf die Straße. Moskau beobachtet mit wachsender Nervosität die aufkommenden Proteste, die Vorboten des Zerfalls der Sowjetunion sind. Diese Bewegungen geben der Sehnsucht nach nationaler Selbstbestimmung Auftrieb und führen in den 1990er Jahren schließlich zur Unabhängigkeit zahlreicher Staaten- darunter auch der baltischen Republiken, die 1939 durch ein geheimes Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes zu einem Teil des sowjetischen Einflussbereichs wurden. Mit der Besetzung durch die Sowjetunion im Jahr 1940 hatte der stalinistische Terror Einzug gehalten. Hunderttausende Menschen wurden bis in die 1950er Jahre nach Sibirien deportiert, um jeglichen Widerstand zu brechen. Allein die\“Märzdeportationen\“von 1949 trafenüber 90.000 Menschen.
Ein 600 Kilometer langer Meilenstein
Um international Aufmerksamkeit zu gewinnen und auf das Unrecht des Hitler-Stalin-Pakts hinzuweisen, organisiert die Oppositionsbewegung am 23. August 1989 eineüber 600 Kilometer lange Menschenkette. Sie reicht von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland entlang der\“Via Baltica\“, einer Fernstraße, die das Baltikum durchquert. Dieser\“Baltische Weg\“wird zu einem der eindrucksvollsten und friedlichsten Proteste der Umbruchjahre in der Sowjetunion. Er markiert einen Meilenstein auf dem Weg der baltischen Staaten in die Unabhängigkeit. Über diesen historischen Tag berichten in der 45-minütigen Doku nicht nur Organisator:innen und Teilnehmer:innen, sondern auch eine Radio-Redakteurin, die den Protest begleitete, sowie eine Dirigentin und ein Pilot, der trotz Flugverbots Blumen als Zeichen der Hoffnung über der Menschenkette abwarf. Sie alle trotzten den Einschränkungen der Sowjetmacht und riskierten viel, um für ihre Freiheit einzustehen. Ihre Geschichten sind Teil einer friedlichen Revolution, die Hoffnung macht.
\“Der baltische Weg\“ist ein Film von South&Browse im Auftrag von ARD/SWR und arte. Eine längere Fassung des Films war 2025 bereits auf arte zu sehen.
Weitere Informationen unter: http://swr.li/der-baltische-weg
Fotos zum kostenlosen Herunterladen unter ARD-foto.de (http://www.ard-foto.de/).
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