Cyber-Resilienz&Cybersicherungen als Fundament moderner Sicherheitskonzepte
Kommentar von Serhan Berikol, Vertriebsleiter Cristie Data GmbH
Ein Cyberangriff kommt meistens ohne Vorwarnung. Systeme fallen aus, Daten sind verschlüsselt, Abläufe stehen still. Gerade in solchen Situationen stellt sich heraus, ob Cybersicherheit als reines IT-Thema betrachtet wurde oder als unternehmensweite Resilienzaufgabe. Denn hier geht es um konkrete Fragen: Wer entscheidet, ob Systeme abgeschaltet werden? Wie schnell stehen kritische Anwendungen wieder zur Verfügung? Gibt es aktuelle Backups und weiß jemand, wie sie im Ernstfall wiederhergestellt werden können? Ob der Geschäftsbetrieb nach wenigen Stunden oder erst nach mehreren Tagen wieder anläuft, entscheidet sich genau in diesen Momenten.
Cyber-Resilienz als Voraussetzung für Handlungsfähigkeit
Moderne Cyber-Resilienz gehtüber klassische Schutzmaßnahmen hinaus. Wichtig ist nicht nur, Cyberangriffe gezielt abzuwehren, sondern zusätzlich den Geschäftsbetrieb nach einem Vorfall kontrolliert und zeitnah wieder aufnehmen zu können. Dazu gehören strukturierte Backup- und Wiederherstellungsprozesse, getestete Notfallpläne sowie klar definierte Zuständigkeiten für den Ernstfall.
Cyberversicherungen als ergänzender Baustein
Cyberversicherungen stellen keinen direkten Schutz gegen Cyberangriffe dar, dienen jedoch als ergänzender Baustein, um die Folgen eines Angriffs abzufedern. Sie greifen dort, wo technische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen – etwa bei der Koordination von Incident-Response-Teams, forensischen Analysen, rechtlicher Unterstützung oder der Absicherung von Betriebsunterbrechungen. Besonders diese Art von Leistungen gewinnen in der Praxis zunehmend an Bedeutung. Dabei sind Cyberversicherungen heute immer stärker an konkrete Sicherheits- und Resilienzmaßnahmen geknüpft. Versicherer schauen sich mittlerweile genau an, ob Wiederherstellungsstrategien existieren, Prozesse dokumentiert sind und Notfallabläufe regelmäßig getestet werden. Das sorgt dafür, dass Cyber-Resilienz zu einem messbaren Kriterium wird – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Prämien, Deckungsumfang und manchmal sogar auf die grundsätzliche Versicherbarkeit.
Zusammenspiel statt Einzelmaßnahmen
Das Zusammenspiel aus Prävention, gelebter Resilienz und finanzieller Absicherung schafft eine belastbare Grundlage im Umgang mit Cyberrisiken. Diese lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber oftmals gezielt steuern. Unternehmen, die technische Schutzmaßnahmen, organisatorische Vorbereitung und finanzielle Absicherung ganzheitlich denken, erhöhen ihre Widerstandsfähigkeit deutlich.
Tipps, um Cyber-Versicherungsprämien gezielt zu senken
1. IT-Sicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen
Eine belastbare Sicherheitsarchitektur mit aktuellen Schutzmechanismen wie Netzwerksicherheit, Endpoint-Schutz und Angriffserkennung sollte etabliert werden.
2. Kontinuierliches Monitoring und schnelle Reaktionszeit sicherstellen
Eine 24/7überwachte IT-Umgebung mit klar definierten Reaktionsprozessen reduziert das Risiko unerkannter Angriffe und verkürzt Reaktionszeiten im Ernstfall.
3. Regelmäßige Risikoanalysen durchführen
Wer Risiken systematisch identifiziert und priorisiert behebt, zeigt ein hohes Maß an Sicherheitsreife und verbessert die eigene Risikoeinstufung.
4. Mitarbeiter regelmäßig sensibilisieren
Da viele Angriffeüber Social Engineering erfolgen, sind Awareness-Maßnahmen ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie.
5. Backup- und Wiederherstellungskonzepte verlässlich etablieren
Regelmäßig getestete Backups begrenzen Ausfallzeiten und Schäden.
6. Zugriffsschutz umsetzen
Mehrstufige Authentifizierungsverfahren erschweren unbefugten Zugriff und die Ausbreitung von Angriffen.
7. Notfall- und Incident-Response-Pläne dokumentieren und testen
Ein dokumentierter und erprobter Reaktionsplan zeigt, dass Abläufe im Ernstfall bekannt sind, und reduziert das operative Risiko erheblich.
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