Cortina im Fokus: Olympische Bühne für den Rodelsport in Mailand Cortina 2026

Sieben Wettbewerbe gibt es bei den Olympischen Winterspielen 2026 mehr als in Peking 2022. Mit dem Skibergsteigen feiert eine neue Sportart ihre olympische Premiere, inklusive Sprint-Wettbewerben für Frauen und Männer sowie einem Mixed-Rennen. Zudem erweitern neue Entscheidungen wie Damen Doppelsitzer im Rodeln, der Großschanzenwettbewerb im Skispringen der Frauen oder der Mixed-Teamwettbewerb im Skeleton das Programm.
Im Rodeln werden 106 Startplätze vergeben: jeweils 25 Frauen und 25 Männer im Einsitzer, elf Damen Doppel sowie 17 Herren Doppel.
Rennrodeln bei Olympia: Der Medaillenspiegel seit 1964
Der Olympische Medaillenspiegel im Rennrodeln – seit seinem Debüt 1964 bis zu den Spielen 2022 – zeigt eine klare historische Dominanz Deutschlands. Addiert man die Erfolge der vereinigten deutschen Mannschaft (GER) und der ehemaligen deutschen Mannschaften (DDR und BRD), ist Deutschland mit Abstand die erfolgreichste Nation im olympischen Rennrodeln. Deutschland führt mit 87 Medaillen (38 Gold-, 26 Silber- und 23 Bronzemedaillen), gefolgt von Italien mit 18 (7 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) und Österreich mit 25 (6 Gold-, 10 Silber- und 9 Bronzemedaillen).
Das Gastgeberland Italien liegt auf dem zweiten Platz vorÖsterreich, das über Jahrzehnte hinweg in allen Disziplinen – Damen, Herren, Doppel und Team Staffel – regelmäßig Medaillen gewonnen hat.
Weitere Podestplätze gingen unter anderem an Athleten aus der ehemaligen Sowjetunion, den Vereinigte Staaten, Lettland und Kanada, meist durch einzelne Ausnahmesportler oder starke Generationen. Insgesamt unterstreicht der Medaillenspiegel die herausragende Stellung der traditionellen Rodelnationen, insbesondereDeutschlands, das den olympischen Rennrodelsport über mehr als fünf Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat.
Herren Einsitzer: Legenden auf Kufen: Herren Einzel als olympische Königsklasse
Der Herren-Einsitzer zählt seit der Premiere des Rennrodelns bei den Olympischen Winterspielen 1964 zu den traditionsreichsten Disziplinen – und wird bis heute von einer außergewöhnlichen Konstanz einzelner Athleten und Nationen geprägt. Erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte ist Georg Hackl (FRG/GER) mit insgesamt fünf Medaillen, darunter drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Der\“Hackl Schorsch\“setzteüber drei Olympische Spiele hinweg Maßstäbe und gilt als eine der prägendsten Figuren des Sports.
Auf Rang zwei der ewigen Bestenliste folgt Armin Zöggeler (ITA). Der Südtiroler gewann bei fünf Teilnahmen an Olympischen Spielen insgesamt sechs Medaillen (zwei Gold, eine Silber, drei Bronze) und ist damit einer der konstantesten Olympioniken der Wintersportgeschichte. Mit seinen Erfolgen machte er den Herren-Einsitzer zu einer der populärsten Disziplinen in Italien.
Ebenfalls zweifacher Olympiasieger ist Felix Loch (GER), der zwei Goldmedaillen gewann und sich bereits früh in die Riege der großen Namen einreihte. Weitere Olympiasieger im Herren-Einsitzer sind Paul Hildgartner (ITA), Thomas Köhler (GDR), Johannes Ludwig (GER), Jens Müller (GDR/GER) sowie David Gleirscher (AUT), die jeweils eine Goldmedaille erringen konnten.
Auch zahlreiche Athleten ohne Olympiasieg haben mehrfach Edelmetall gewonnen. Besonders hervorzuheben sind Markus Prock (AUT) mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille sowie Albert Demtschenko (RUS) mit zwei Silbermedaillen. Darüber hinaus finden sich viele Namen mit einzelnen Silber- oder Bronzemedaillen, darunter Rodler aus Deutschland, Österreich, Italien, den USA, Lettland sowie der ehemaligen Sowjetunion.
Die Olympia-Statistik im Herren-Einsitzer unterstreicht die langjährige Dominanz Deutschlands (inklusive FRG und GDR), ergänzt durch starke Generationen aus Italien und Österreich sowie einzelne Ausnahmesportler aus weiteren Nationen. Über Jahrzehnte hinweg zeigt sich der Herren-Einsitzer als Disziplin, in der Erfahrung, Technik und Konstanz auf olympischem Niveau den Ausschlag geben.
Olympische Erfolgsgeschichte im Damen Einsitzer: Deutsche Dominanz seit 1964
Seit der Einführung des Damen-Einsitzers bei den Olympischen Winterspielen 1964 wird diese Disziplin klar von Athletinnen aus dem deutschsprachigen Raum geprägt. Erfolgreichste Rennrodlerin der Olympia-Geschichte ist Natalie Geisenberger (GER) mit insgesamt vier olympischen Medaillen, darunter drei Goldmedaillen und eine Bronzemedaille. Damit ist sie die erfolgreichste Athletin im Damen-Einsitzer bei Olympischen Spielen.
Ebenfalls mehrfaches Olympiagold gewannen Steffi Martin-Walter (GDR) und Sylke Otto (GER), die jeweils zwei Goldmedaillen im Einsitzer erringen konnten. Beide prägten ihre Epochen maßgeblich und stehen bis heute in den Geschichtsbüchern des Rennrodelns.
Mit jeweils einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille gehören Tatjana Hüfner (GER) und Silke Kraushaar (GER) zu den konstantesten Olympia-Starterinnen ihrer Zeit. Weitere Olympiasiegerinnen im Damen-Einsitzer sind unter anderem Ortrun Enderlein (GDR), Erika Lechner (ITA), Doris Neuner (AUT), Vera Zozulia (URS) und Gerda Weissensteiner (ITA), die jeweils eine Goldmedaille gewinnen konnten.
Auch Athletinnen ohne Olympiasieg konnten sich mehrfach auf dem Podium platzieren. Barbara Niedernhuber (GER) und Ute Rührold (GDR) gewannen jeweils zwei Silbermedaillen, während zahlreiche weitere Rennrodlerinnen mindestens eine Silber- oder Bronzemedaille im Einsitzer erreichten.
Insgesamt zeigt die Olympia-Statistik im Damen-Einsitzer die langjährige Dominanz Deutschlands (inklusive der ehemaligen DDR), ergänzt durch starke Einzelauftritte aus Österreich, Italien, der Sowjetunion bzw. dem ROC, den USA und Kanada. Die Disziplin zählt damit zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Wettbewerben im olympischen Rennrodeln.
Herren Doppelsitzer: Perfekte Synchronität und Team-Disziplin der Champions
Der Herren Doppelsitzer gilt seit der olympischen Premiere des Rennrodelns 1964 als Inbegriff von Präzision, Synchronität und Vertrauen – und ist zugleich eine Disziplin, die über Jahrzehnte hinweg klar von wenigen Nationen dominiert wurde. Erfolgreichstes Doppel der olympischen Geschichte ist das deutsche Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt. Die beiden gewannen dreimal olympisches Gold undsind damit das einzige Doppel mit drei Siegen bei Olympischen Winterspielen.
Ebenfalls zu den prägenden Persönlichkeiten der Disziplin zählen Jan Behrendt / Stefan Krausse (GDR/GER). Das deutsche Duo holte zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille und gehörte über mehrere olympische Zyklen hinweg zur absoluten Weltspitze. Eine weitere Erfolgsära prägten die Österreicher Andreas Linger und Wolfgang Linger, die gemeinsam zwei Gold- und eine Silbermedaille errangen und den Herren Doppelsitzer nachhaltig mitgestalteten.
Zweifache Olympiasieger sind zudem Hans Rinn / Norbert Hahn, die für die DDR antraten und mit zwei Goldmedaillen ebenfalls einen festen Platz in der Olympia-Historie einnehmen. Weitere Olympiasiege im Herren Doppel gingen unter anderem an Athleten aus Deutschland, Italien und Österreich, was die über Jahrzehnte anhaltende Dominanz dieser Nationen unterstreicht.
Neben den Olympiasiegern finden sich zahlreiche Doppel mit Silber- und Bronzemedaillen, darunter Teams aus Lettland, den USA, der ehemaligen Sowjetunion sowie weiteren europäischen Nationen. Diese Ergebnisse zeigen die zunehmende internationale Leistungsdichte, ohne die klare Vormachtstellung der traditionellen Rodelnationen zu schmälern.
Insgesamt belegt die Olympia-Statistik im Herren-Doppelsitzer die herausragende Rolle Deutschlands (inklusive FRG und GDR), ergänzt durch starke Generationen aus Österreich und Italien. Kaum eine andere Disziplin steht so sehr für Kontinuität, Teamarbeit und technische Perfektion – Eigenschaften, die den Herren-Doppelsitzer bis heute zur olympischen Königsklasse im Rennrodeln machen.
Team Staffel im Rodeln
2014 in Sotchi erstmals im Olympischen Programm gingen die Siege in der Team-Staffel dreimal in Folge an Team Deutschland. TeamÖsterreich hat einmal Silber und einmal Bronze, Team Lettland zweimal Bronze und Team Kanada einmal Silber gewonnen.
Die komplette Olympia-Statistik ist hier zu finden:Statistiken des internationalen Rennrodelverbandes FIL (https://www.fil-luge.org/de/statistiken)
Olympia-Premiere im Damen Doppelsitzer
Ein Meilenstein für den Rodelsport: Bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 wird die Disziplin Damen Doppel erstmals als olympische Disziplin ausgetragen. Die Einführung stärkt die Geschlechterparität und erweitert zugleich die Team Staffel. Bereits bei den Olympischen Jugendspielen Lausanne 2020 gehörte der Damen Doppelsitzer zum Programm. Die olympischen Doppelsitzer Wettbewerbe in Cortina d Ampezzo finden am 11. Februar 2026 für Damen und Herren statt.
Zitate zur Olympia-Premiere im Damen Doppel
Dajana Eitberger (GER):\“Ich freue mich riesig darauf, bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 im Doppelsitzer der Frauen anzutreten. Es ist das erste Mal, dass Damen Doppel im olympischen Programm vertreten ist, und wir sind Teil der Geschichte, die am 11. Februar in Cortina geschrieben wird.\“
Selina Egle (AUT):\“Wir freuen uns sehr darauf, dass alle Athleten zu den Olympischen Spielen in Cortina zusammenkommen. Es wird unsere erste Olympiateilnahme sein und wir freuen uns sehr auf dieses besondere Erlebnis an dem wir teilhaben und Geschichte schreiben dürfen mit einer tollen, neuen Rodel-Disziplin, dem Damen Doppel.\“
Lara Kipp (AUT):\“Die Olympischen Spiele sind für uns etwas ganz Besonderes. Wir waren nur bei den Olympischen Jugendspielen 2020 dabei und konnten dort am Ende wegen einer Verletzung nicht starten. Danach dachten wir, unser Kindheitstraum sei geplatzt, bis das Damendoppel für Milano Cortina 2026 ins Programm aufgenommen wurde. Das war einsehr glücklicher Moment für uns. Ich freue mich jetzt sehr auf unsere ersten Olympischen Spiele.\“
Chevonne Forgan (USA):\“In Italien werden zum ersten Mal Olympische Spiele mit Damen Doppel im Programm stattfinden, und wir sind so begeistert, dass es als olympische Disziplin aufgenommen wurde. Ich freue mich einfach riesig darauf, auf der olympischen Bühne anzutreten.\“
Sophia Kirkby (USA):\“Ich bin sehr glücklich, dass das IOC einen Schritt in Richtung Gleichstellung von Männern und Frauen bei den Olympischen Spielen gemacht hat.\“
Olympia-Rückblick Peking 2022: Deutschland erfolgreichste Olympia-Nation
Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking (CHN) war Team Deutschland das Maß aller Dinge. Mit viermal Gold und zweimal Silber in vier Disziplinen (Damen und Herren Einzel, Doppel und Team Staffel) waren die deutschen Rodler die erfolgreichste Nation und fuhren ihr historisch bestes Olympia-Ergebnis ein.
Bei den Damen siegte Natalie Geisenberger zum dritten Mal in Folge, vor Anna Berreiter (beide GER) und Tatjana Ivanova (RUS). Bei den Herren holte sich Johannes Ludwig (GER) nach Olympiabronze in Pyeongchang 2018 diesmal die Goldmedaille, vor Wolfgang Kindl (AUT) und Dominik Fischnaller (ITA). Bei den Doppelsitzern (damals noch eine offene Kategorie für Damen und Herren) ging der Titel ebenfalls zum dritten Mal in Folge an die Deutschen Tobias Wendl/Tobias Arlt vor ihren Teamkollegen Toni Eggert/Sascha Benecken und Thomas Steu/Lorenz Koller (AUT). In der Team-Staffel triumphierte erneut Deutschland vor Österreich und Lettland.
e lange Reise. Ich bin stolz auf mein junges Team und hoffe, dass sie nicht vergessen, auch auf sich selbst stolz zu sein. Die Reise durch dieses Jahr war ziemlich hart. Es war schwierig. Es war schwierig für jeden Einzelnen und es war schwierig für das Team. Ich bin sehr glücklich über unsere Betreuer, denn ich kann ihnen vertrauen, sie machen ihre Arbeit sehr gut, und wenn etwas dazwischen kommt – wie Devins Schulterverletzung -, wird das Problem behoben, und es gibt immer einen Plan. Man kann sich auf unser Team verlassen, und das ist fantastisch. Der Weg ist nun geschafft, jetzt müssen wir in Cortina unsere Arbeit machen.\“
Randgeschichten:
Natalie Geisenberger verstärkt Olympia-Expertenteam von Eurosport
Die sechsfache Olympiasiegerin und deutsche Rekord-Athletin wird Stimme des Rodelsports im TV: Natalie Geisenberger gehört bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 zum Expertenteam von Warner Bros. Discovery. Für Eurosport wird die erfolgreichste Rodlerin der Geschichte die Rodelwettbewerbe analysieren und kommentieren – mit dem Ziel, Technik, Taktik und Faszination ihres Sports einem breiten Publikum greifbar zu machen. Geisenberger ist Teil eines hochkarätig besetzten WBD-Teams und steht dabei in einer Reihe mit bekannten Experten wie Martin Schmitt und Viktoria Rebensburg, die die Olympia-Übertragungen auf den Eurosport-Kanälen prägen werden.
Erin Hamlin – Olympia-Erfahrung am Mikrofon
Von der Eisbahn ins Fernsehstudio: Erin Hamlin wird bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 als TV-Analystin für NBC Olympics tätig sein. Die ehemalige US-amerikanische Rennrodlerin bringt eine außergewöhnliche olympische Perspektive mit: Ihr Debüt im Alter von 19 Jahren in Turin 2006, eine schwierige Reise durch Vancouver 2010 und schließlich der historische Moment in Sotchi 2014, als Hamlin mit Bronze im Einzel die erste olympische Medaille für den US-amerikanischen Rennrodelsport gewann. Nach ihrem letzten Olympiaauftritt in Pyeongchang 2018 und dem Ende ihrer Karriere teilt sie nun ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und die Perspektive einer Athletin, die selbst alle Höhen und Tiefen der Olympischen Spiele erlebt hat.
Kate Hansen, US-amerikanische Olympia-Rennrodlerin in Sotschi 2014, ist TV-Analystin für OBS (Olympic Broadcasting Service), den Host Broadcaster der Olympischen Spiele.
Kate Hansen war zwei Jahre lang die Moderatorin der FIL Studio Show auf dem YouTube World Luge Channel und arbeitete außerdem für OBS bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.
Alpini im Einsatz am Olympia-Eiskanal
Beim Olympischen Test Event im neuen Cortina Sliding Centre sammelten nicht nur Athletinnen und Athleten wertvolle Erfahrungen für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026. Auch 30 Soldaten der italienischen Gebirgsjäger – die traditionsreichen Alpini – bereiteten sich intensiv auf ihren Olympia-Einsatz vor. Ohne Vorkenntnisse im Schlittensport wurden sie Schritt für Schritt in Abläufe und Sicherheitsaufgaben eingewiesen. Ob Zugangskontrollen, Sicherung im Zielbereich, Einsatz als\“Catcher\“oder dasÖffnen und Schließen der Sonnensegel in den Kurven: Die jungen Soldaten, überwiegend aus dem Apennin, tragen mit langen Schichten und wachsender Begeisterung entscheidend zum reibungslosen Ablauf am 1.749 Meter langen Eiskanal bei. Die Alpini sind zu den olympischen Rodelbewerben und Trainings im Cortina Sliding Centre täglich mit langen Schichten im Einsatz.
Internationale Expertise in der Rodel-Jury: Professor Wu Dawei
Mit Wu Dawei sitzt bei den Rodelbewerben der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 ein ausgewiesener Experte in der Jury. Der Professor der Harbin Sport University war maßgeblich am Aufbau der ersten chinesischen Nationalmannschaft beteiligt, arbeitete als Trainer, später als stellvertretender Sportmanager und Race Director bei den Olympischen Spielen Peking 2022 – und bringt damit umfassende operative Olympia-Erfahrung mit. Als FIL-Jurymitglied ist Wu Dawei bei Test Event und Olympischen Spielen unter anderem für Start- und Zielprozesse, Finish-Überwachung und das Touchpad in der Team Staffel verantwortlich. Seine internationale Laufbahn steht exemplarisch für Fachkompetenz und die globale Ausrichtung des Rodelsports.
Tina und Milo: Maskottchen mit Botschaft
Mit den Hermelin-Geschwistern Tina und Milo haben die Olympischen und Paralympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 zwei ausdrucksstarke Maskottchen. Tina, mit ihrem helleren Fell, steht für die Olympischen Spiele, während Milo mit dunklerem Fell und einer fehlenden Pfote die Paralympischen Spiele repräsentiert. Gemeinsam verkörpern sie Offenheit, Neugier und Inklusion – und spiegeln den zeitgenössischen, lebendigen und dynamischen italienischen Geist wider. Ihre Namensind dabei bewusst gewählt: Milo ist von Mailand inspiriert, Tina von Cortina d Ampezzo.
Armin Zöggeler – Die Legende des Rennrodelns
Wenn im Rennrodeln von den Größten aller Zeiten gesprochen wird, fällt ein Name unweigerlich zuerst: Armin Zöggeler. Der Italiener ist nicht nur der erfolgreichste Olympia-Rodler aller Zeiten, sondern auch eine Ikone des Wintersports. Mit einer einzigartigen Mischung aus Präzision, mentaler Stärke und taktischem Gespür hat er den Eiskanal über zwei Jahrzehnte hinweg dominiert.
Sein sportlicher Lebenslauf liest sich wie ein Kapitel aus einem Rekordbuch: Sechs olympische Medaillen in sechs aufeinanderfolgenden Winterspielen – von Lillehammer 1994 bis Sotschi 2014. Darunter zweimal Gold (Salt Lake City 2002 und Turin 2006), einmal Silber (Nagano 1998) und dreimal Bronze (1994, 2010, 2014). Kein anderer Athlet, weder im Sommer- noch im Wintersport, hat es je geschafft, in derselben Disziplin bei sechs aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen eine Einzelmedaille zu gewinnen. Der deutsche Ausnahmerodler Georg Hackl war kurz davor. Hackl hat sogar drei Olympische Goldmedaillen im Einzel (1992, 1994 und 1998) und damit eine Goldene mehr. Mit Olympia-Silber von 1988 und 2002 hat Hackl nur eine Medaille weniger als Zöggeler gewonnen.
Auch im Gesamtweltcup setzte Zöggeler Maßstäbe: Wie sein österreichischer Rivale Markus Prock gewann er zehnmal die wichtigste Trophäe im Rennrodeln. Seine Triumphe feierte er in den Saisons 1997/98, 1999/00, 2000/01, 2003/04 sowie von 2005/06 bis 2010/11 – eine Ära der Dominanz, die ihn zum Maßstab für kommende Generationen machte. Mit 57 Weltcupsiegen führt Armin Zöggeler noch heute die Bestenliste an. Der deutsche, noch aktive Rodler Felix Loch folgt mit 52 Weltcupsiegen auf dem zweiten Rang.
Zöggeler trägt den Spitznamen\“Der Kannibale\“- ein Verweis auf seinen unstillbaren Hunger nach Siegen. Dieser Ehrgeiz bescherte ihm nicht nur olympische Erfolge, sondern auch unzählige Weltcup- und Weltmeistertitel. Er gilt als der Inbegriff von Konstanz: In einer Sportart, in der winzige Fahrfehler über Sieg oder Niederlage entscheiden, lieferte er über Jahrzehnte hinweg nahezu fehlerfreie Läufe.
Mit seinen Erfolgen hat Zöggeler auch die olympische Medaillenbilanz Italiens im Rennrodeln geprägt. Italien liegt mit insgesamt 18 Medaillen (7 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) auf Rang zwei der ewigen Nationenwertung hinter Deutschland, das mit 87 Medaillen den Spitzenplatz innehat.
Heute ist Armin Zöggeler weit mehr als ein ehemaliger Spitzenathlet: Er ist ein Vorbild für Generationen von Rodlern, ein Botschafter des Sports und ein Beweis dafür, dass Disziplin, Leidenschaft und Ausdauer zu Legendenstatus führen können.
Kurioses:
Der Eierhelm
Weil s im Rodeln eng zugeht, wird die Zeit stets bis zur Tausendstelsekunde gemessen. Weil der Abstand zwischen den Sportlerinnen und Sportlern sehr eng ist, kommt s auf jede Kleinigkeit an. Auch in der Aerodynamik. Um dieÜberlegenheit der DDR-Rodler zu durchbrechen, sind die bundesdeutschen Rodler bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck-Igls mit einem besonderen Helm angetreten – dem legendären Eierhelm. Gemeinsam mit einer Firma für Luft- und Raumfahrttechnik wurden die gelben und roten Eierhelme entwickelt. Im Windkanal und bei nächtlichen Testfahrten. Damit der psychologische Überraschungseffekt gelingen konnte, durfte keiner der Konkurrenten von der Entwicklung etwas mitbekommen.\“Ich bin nachts um vier Uhr gefahren, damit niemand ein Foto von diesem Helm machen konnte. Ich bin heute noch erstaunt, dass nichts an dieÖffentlichkeit kam\“, freute sich Josef Fendt auch noch Jahre später. Der Berchtesgadener, der den Internationalen Rodelverband FIL von 1994 bis 2020 als Präsident führte, hat mit der kuriosen Kopfbedeckung immerhin Silber gewonnen, hinter DDR-Rodler Dettlef Günther. Für Fendts Teamkollegin Elisabeth Demleitner gab s hinter den DDR-Sportlerinnen Margit Schumann und Ute Rührold Bronze. Weil der FIL die Regelauslegung zu weit ging, verbot sie den Helm umgehend.
Der Straßenrodler
Schon bevor Shiva Keshavan bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano zum Rodelwettbewerb der Herren gestartet war, hatte er sich in die Rekordbücher eingetragen. Mit 16 Jahren war er der jüngste Olympia-Rodler aller Zeiten. Fünf weitere Teilnahmen sollten für den Inder noch folgen. Sein Debüt fand jedoch unter keinem guten Vorzeichen statt. Seinen Schlitten hatte er sich vom koreanischen Team ausgeliehen, die Schuhe saßenschlecht und die Jacke war deutlich zu groß. Doch dies störte den jungen Mann, der in Manali, einer Stadt am Fuße des Himalaya-Gebirges, aufwuchs, keineswegs. Denn der Sohn einer Italienerin und eines Inders war gewohnt, Kompromisse einzugehen, um seinen Sport betreiben zu können. Weiles in Indien keinen Eiskanal gibt, raste Keshavan auf einem umgebauten Schlitten mit Rädern mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde auf vielbefahrenen Straßen im Slalom um Lastwagen, Rikschas und Herden wolliger Bergschafe hinunter.\“Beinahe-Unfälle sind in diesem Sport so ziemlich die Regel\“, erzählte Keshavan zum Ende seiner Karriere,\“aber ich vertraue auf meine Fähigkeiten und war noch nie verletzt.\“Bei den Asien-Meisterschaften hat er zweimal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze gewonnen. Platz 25 war bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver seine beste Platzierung.
Olympia-Athleten-Portraits Herren Einzel:
Jonas Müller und sein zweiter Anlauf (https://www.fil-luge.org/de/news/jonas-mueller-und-sein-zweiter-anlauf)
Dominik Fischnaller und der lange Weg zum Olympia Traum (https://www.fil-luge.org/de/news/dominik-fischnaller-und-der-lange-weg-zum-olympia-traum)
Felix Loch – der Dauerbrenner (https://www.fil-luge.org/de/news/felix-loch-der-dauerbrenner)
Kristers Aparjods ist am Eiskanal groß geworden (https://www.fil-luge.org/de/news/kristers-aparjods-ist-am-eiskanal-gross-geworden)
Weitere Porträts von olympischen Rennrodlern auch Damen, Herren und Damen Doppel für Milano Cortina 2026 unter:
International Luge Federation – Int. Rodelverband (https://www.fil-luge.org/de/startseite)
Geschichte der Olympiabahn im Cortina Sliding Centre
Das Cortina Sliding Center blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Bereits im Winter 1905/06 begann in Cortina d Ampezzo der Bobsport – zunächst auf der verschneiten Dolomitenstraße zwischen Cortina und Pocol. 1923 entstand in Ronco die erste feste Bahn, die mit innovativer Vereisungstechnik internationale Aufmerksamkeit erregte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach erweitert und modernisiert und war Austragungsort von Weltmeisterschaften im Bobsport.
Ein Höhepunkt der frühen Geschichte waren die Olympischen Winterspiele Cortina d Ampezzo 1956, bei denen die Bahn erstmals olympische Wettkämpfe erlebte und Cortina dauerhaft auf der Landkarte des internationalen Eiskanalsports verankerte.
Gleichzeitig ist die Geschichte der Bahn auch von tragischen Unfällen geprägt, die maßgeblich zur Weiterentwicklung der Sicherheitsstandards im Eiskanal-Sport beitrugen. Nach schweren Unglücken in den Jahren 1939, 1966 und 1981 verlor Cortina zeitweise seine internationale Rolle, ehe finanzielle Probleme schließlich 2008 zur Schließung der Anlage führten.
Mit dem Neubau des Sliding Centers für die Olympischen Winterspiele 2026 knüpft Cortina nun an seine lange Tradition an – und schlägt zugleich ein neues Kapitel auf, das moderne Sicherheitskonzepte mit historischer Bedeutung verbindet.
Zeitplan – Rodeln Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026
Cortina d Ampezzo | alle Zeiten Lokalzeit (CET)
Samstag, 7. Februar
17:00 – Herren Einsitzer | Lauf 1
18:32 – Herren Einsitzer | Lauf 2
Sonntag, 8. Februar
17:00 – Herren Einsitzer | Lauf 3
18:34 – Herren Einsitzer | Lauf 4
Montag, 9. Februar
17:00 – Damen Einsitzer | Lauf 1
18:35 – Damen Einsitzer | Lauf 2
Dienstag, 10. Februar
17:00 – Damen Einsitzer | Lauf 3
18:34 – Damen Einsitzer | Lauf 4
Mittwoch, 11. Februar
17:00 – Damen Doppel | Lauf 1
17:51 – Herren Doppel | Lauf 1
18:53 – Damen Doppel | Lauf 2
19:44 – Herren Doppel | Lauf 2
Donnerstag, 12. Februar
18:30 – Team Staffel
Änderungen vorbehalten!
Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026 live sehen:
https://www.olympics.com/en/milano-cortina-2026/where-to-watch-olympic-games-live
Pressekontakt:
Margit Dengler-Paar
FIL Media Director for the Milano Cortina 2026 Winter Olympics
On site in Cortina from January 31 to February 13, 2026
Tel. +49/179/459 66 30
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