Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger: Nach Drohnen-Angriff benötigt Deutschland endlich Klarheitüber Zuständigkeiten

Er wundere sich derzeit, dass man in Teilen von Medien und Politiküber den Angriff auf dem Flughafen in Leipzig erstaunt sei.\“Die Tatsache, dass so etwas stattfindet, istüberhaupt keine Überraschung, sondern war zu erwarten.\“Seit Jahren sei Deutschland Opfer von hybriden Aktivitäten aus dem Ausland,\“insbesondere aus Russland\“, so der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz. Dass erstmals jedoch eine Drohne mit Sprengstoff erkannt und gestoppt worden sei,\“ist jedoch eine neue Qualität\“. Nun müsse man abwarten, ob Fachleute in der Lage seien, zu ergründen, wo die Drohne gebaut, und von wo aus sie gesteuert worden sei.
Im Zusammenhang mit der Zunahme russischer Bombardierung in der Ukraine und dem täglichen Sterben der ukrainischen Zivilbevölkerung zeigte sich Ischinger besorgt.\“Es ist wirklich an der Zeit, dass die anderen EU-Staaten, einschließlich Deutschland, dem Beispiel Dänemarks folgen: Alles, was man hat, an die ukrainische Front.\“Auch müsste die deutsche Bundesregierung seiner Meinung nach weitere Maßnahmen initiieren.\“Man sollte mit den Polen darüber reden, ob es jetzt nicht an der Zeit ist, die Patriot-Batterie in der Ukraine zu stationieren.\“In der Vergangenheit hatte Berlin diese Raketen an Warschau geliefert.
Kritisch setzte sich Ischinger mit der Außenpolitik der USA auseinander, die den Krieg mit dem Iran führten, ohne den Krieg in der Ukraine im Griff zu haben.\“Ich sehe hier vor allem einen strategischen Fehler der USA.\“Nun stehe man vor zwei ungelösten Kriegen.\“Das ist eine für den Westen insgesamt schreckliche Entwicklung\“, meinte Ischinger.
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