Mit Spaß am Beruf und olympischem Gedanken zu neuen Höchstleistungen im Handwerk
1.372 junge Menschen haben im September ihre Ausbildung bei einem der Handwerksbetriebe in der Region begonnen (Stand: 31.08.2026). Für 843 (nach aktuellem Stand) ging sie im Jahr 2026, je nach Beruf nach zwei, drei oder dreieinhalb Ausbildungsjahren, auch schon wieder zu Ende. Einige von ihnen haben ihre Lehrzeit besonders erfolgreich abgeschlossen. Ihnen gibt die Deutsche Meisterschaft im Handwerk, kurz: DMH, eine Plattform: „Wir freuen uns in diesem Jahr über 36 Kammersiegerinnen und Kammersieger“, sagt Leonard Kopp, Ausbildungs- und Nachwuchssicherungsberater der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Am 24. November werden sie im Rahmen einer Feierstunde mit Preis und Ehren bedacht. Doch damit nicht genug.Mit dem Kammersieg verbindet sich die Qualifikation für die Teilnahme am Wettbewerb auf Landesebene. Wer sich dort durchsetzt, darf sogar bundesweit um den Titel der Deutschen Meisterschaft im Handwerk ringen.Dabeisein in allesWas sich sportlich anhört, ist auch so gemeint. Ganz nach dem Olympischen Gedanken geht es zwar durchaus um Leistung, zugleich aber vor allem um den Austausch mit anderen jungen Handwerkerinnen und Handwerkern, um neue Erfahrungen und um die Möglichkeit, hinzuzulernen. „Dazu ist die DMH das perfekte Format“, so Leonard Kopp. „Sich in jungen Jahren mit anderen zu messen und Berufskolleginnen und -kollegen aus ganz Deutschland kennenlernen zu können, hat schon was. Vor allem, weil es nicht einfach ums Gewinnen, sondern in erster Linie um die Freude am Beruf und um den Spaß geht.“ Der Wettbewerb sei nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildungszeit für die Besten eines Gewerks zudem Würdigung und Wertschätzung.Auch Nischenberufe vertretenDie 36 Kammersieger bei der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald stehen für 36 verschiedene Berufe. 25 Männer und elf Frauen haben sich den obersten Podestplatz in der Region gesichert. Dazu werden 11 zweite und 6 dritte Kammersieger notiert. Während in den vergangenen Jahren hauptsächlich größere Berufsgruppen mit dabei waren, gibt es in diesem Jahr mit dem Berufdes Vergolders oder des Sattlers im Bereich Reitsport auch spezialisierte Berufe, die eher exotischen Charakter haben. Auch ein Brauer und Mälzer ist mit dabei.Maximalpunktzahlen erreichtWer an der DMH teilnehmen möchte, darf nicht älter als 27 Jahre sein und muss mit seinen Prüfungsleistungen überzeugt haben. Das größte Gewicht hat die praktische Note. Mindestens 81 von 100 möglichen Punkten werden gefordert. „Diesmals haben wir einige sehr gute Noten dabei“, freut sich Leonard Kopp. Im Bereich der Orthopädietechnik erreichten gleich zwei Junggesell*innen die Höchstpunktzahl. Auf nur einen Punkt weniger kamen eine Malerin und eine Konditorin. Und es gibt weitere Berufe, bei denen der praktische Abschluss im oberen Neunzigerbereich angesiedelt ist. Beste Voraussetzungen also, um auch auf zweiter Ebene bei den Landeswettbewerben zu überzeugen.Landesentscheide in MannheimDort wird je nach Beruf unter Umständen noch einmal neu bewertet. Während in einigen Gewerken weiterhin die erreichte Note ausschlaggebend ist, zählt in anderen entweder das Gesellenstück oder eine Arbeitsprobe. Beispiele sind die Maler und Lackierer oder die Fahrzeuglackierer, die am 1. und 2. Oktober den Landesentscheid in derBildungsakademie der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald ausfechten. Die Qualifizierten werden dann noch einmal vor Aufgaben gestellt und haben an zwei Tagen Zeit, diese umzusetzen. Eine mehrköpfige Jury bewertet am Ende die Arbeiten und kürt den Landessieger. Bei den Fotografen fälltder Landesentscheid am 15. Oktober ebenfalls in der Bildungsakademie der Kammer in Mannheim. Hierbei bewertet eine dreiköpfige Jury die eingereichten Arbeiten.Feierstunde im NovemberDen Titel„Erster Kammersieger“ haben die 36 aus der Region jedenfalls schon sicher. Am 24. November erhalten diese Junggesellinnen und -gesellen dafür Stele und Urkunde nebst Präsent und Bildungsgutschein in Höhe von 100,- Euro aus den Händen von Kammerpräsident Klaus Hofmann überreicht. Wer ErsterLandessieger wird, darf sich über einen Scheck von 250,- Euro, Erste Bundessieger sogar über 500,- Euro von der Kammer freuen. Erlebnis und Spaß bringt die Deutsche Meisterschaft im Handwerk obendrein von sich aus mit. Auch eine Ausstrahlung, die auf die Öffentlichkeit wirkt. „Solche positiven Geschichten bleiben in den Köpfen“, sagt Leonard Kopp. „Junge Handwerkerinnen und Handwerker haben diese Anerkennung verdient, ebenso wie das Handwerk an sich.“Und es gibt weitere, denen eine Würdigung zusteht: engagierte Ausbildungsbetriebe. Die Handwerkskammer nutzt die Feierstunde am 24. November dafür, auch ihnen eine Auszeichnung zu überreichen. Darüber hinaus werden die Ausbildungsbotschafter der Kammer, die ihre Lehre in diesem Jahr beendet haben, verabschiedet.
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