CDU-Außenpolitiker Kiesewetter: Werden Trump bei Grönland nicht umstimmen – Schutz der Ukraine muss Priorität haben
Vor der Rede von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter die Europäer aufgerufen, sich vom Konflikt um Grönland nicht ablenken zu lassen. Im WDR-Interview verwies Kiesewetter auf die massiven Angriffe Russlands gegen die Ukraine. Im WDR5-Morgenechosagte er:
\“Aber das Ganze lenkt ab vor der eigentlichen Bedrohung. Russland bombt in furchtbarer Weise weiter, so etwas gab es noch nie in den letzten 4 Jahren des Angriffskriegs. Die Priorität muss sein, die Ukraine massiv zu unterstützen. Und deswegen müssen wir auch Dänemark helfen, die die stärksten militärischen Unterstützer der Ukraine sind, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Also da kommt einiges auf uns Deutsche noch zu.\“
Kiesewetter forderte deshalb, die Ukraine noch entschiedener zu unterstützen:
\“Wir werden Trump nicht umstimmen, aber wir werden dramatische Folgen haben. Wenn die USA die Ukraine nicht mehr unterstützen und wir es nicht tun, dann droht Massenflucht, der Zerfall. Es droht die Blaupause, dass China sich eingeladen fühlt, Taiwan zu nehmen in dieser europäischen Schwäche. Das heißt, Prioritätenwechsel auch unserer Bevölkerung klarmachen. Die Ukraine verteidigt unsere Sicherheit. Wenn sie wegfällt, dann weitet sich der Krieg aus.\“
Hoffnung, dass Trump seine Ansprüche auf Grönland zurücknehmen könnte, sollten sich die Europäer nicht machen, meint Kiesewetter:
\“Es gibt hier mehrere Signale. Das eine ist sehr eindeutig, dass Trumps Markenzeichen Unberechenbarkeit ist. Das verunsichert und verleitet natürlich zu Zugeständnissen. Das andere Signal ist, dass er sich nicht mehr als Teil der NATO sieht, weil er sagt, er ist bereit, mit der NATO zu vermitteln oder er ist bereit, auch mit der NATO zu verhandeln. … Insofern ist das eine seltsame Selbstdistanzierung, zumal er ja auch durch den Handelsstreit im Grunde genommen einen wichtigen NATO-Artikel des NATO-Vertrags angreift, nämlich dass man wirtschaftlichen Streit von vornherein beilegt. Also wir können darauf hoffen, dass es gute Gespräche gibt, aber er wird nicht von seinem Ziel, der Einverleibung Grönlands, nachlassen.\“
Das komplette Interview können Sie hier nachhören: https://ots.de/PTVolI
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