Cannabis aus CSC-Clubs besser als medizinisches Cannabis aus der Apotheke?

Medizinisches Cannabis unterliegt dem Arzneimittelrecht und wird ausschließlich auf ärztliche Verschreibung über Apotheken abgegeben. Hersteller benötigen eine arzneimittelrechtliche Genehmigung und müssen strenge Qualitätsstandards einhalten. Dazu gehören unter anderem GMP-Standards (Good Manufacturing Practice), kontrollierte Anbaubedingungen nach GACP, regelmäßige Laborprüfungen auf Wirkstoffgehalt, mikrobiologische Belastungen, Schwermetalle und Pestizide sowie eine lückenlose Dokumentation aller Produktionsschritte.
Zugelassene Anbauvereinigungen nach dem Konsumcannabisrecht produzieren hingegen kein Arzneimittel und dürfen ihr Cannabis rechtlich nicht als\“medizinisch\“bezeichnen. Dennoch können sie freiwillig vergleichbare Qualitäts- und Hygienestandards umsetzen.
Vor diesem Hintergrund erklärt die zugelassene Anbauvereinigung\“Cannabas-Club e.V.\“aus Köln, dass der Verein seinen gemeinschaftlichen Anbau freiwillig an Qualitätsmaßstäben ausrichtet, die im medizinischen Bereich Anwendung finden und orientiert sich freiwillig an GMP- und GACP-Grundsätzen. Der Anbau erfolgt in kontrollierten Räumlichkeiten mit Luftfilterung, Schleusensystem sowie dokumentierten Reinigungs- und Desinfektionsplänen. Ergänzend werden Laboranalysen zur Überprüfung von Reinheit und Wirkstoffgehalt durchgeführt. Diese Maßnahmen stellen keine arzneimittelrechtliche Einstufung dar, sollen jedoch ein hohes Maß an Qualitätssicherung gewährleisten.
\“Uns geht es ausdrücklich nicht darum, Cannabis aus Anbauvereinigungen mit Arzneimitteln gleichzusetzen oder medizinische Anwendungen zu ersetzen\“, erklärt Heiko Wirsig, Vorstand des Cannabas-Club e.V. Köln.\“Unser Anspruch ist es, freiwillig hohe Qualitäts- und Hygienestandards umzusetzen, die sich an dem medizinischen Cannabis anlehnen, um unseren Mitgliedern ein Höchstmaß an Reinheit, Transparenz und Sicherheit zu bieten. Qualität entsteht nicht allein durch gesetzliche Einordnung, sondern durch verantwortungsvolle Prozesse im Anbauund in der Nachbearbeitung.\“
Ein struktureller Unterschied besteht zudem in der Produktionsweise. CSC-Anbauvereinigungen produzieren nicht für einen Apotheken-Massenmarkt, sondern für eine begrenzte Mitgliederzahl. Dadurch können längere Wachstums- und Reifezeiten berücksichtigt werden – Faktoren, die Aroma und Gesamtqualität stark beeinflussen.
Ob Cannabis aus einer Anbauvereinigung\“besser\“ist als medizinisches Cannabis aus der Apotheke, lässt sich pauschal nicht beantworten. Entscheidend sind die konkret angewandten Anbauverfahren und Qualitätsstandards.
Weitere Informationen stellt der Verein auf Anfrage zur Verfügung: info@cannabasclub.de
Categories: Allgemein
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