Blutplasmapräparate: Versorgungssicherheit essenziell für GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – PPTA Deutschland appelliert an den Gesundheitsausschuss
Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages befasst sich morgen in einer Sondersitzung abschließend mit dem Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA) begrüßt, dass der aktuelle Gesetzentwurf die besondere Stellung von Blutplasmapräparaten als versorgungskritische Arzneimittel mit speziellen Produktionsbedingungen mit der Ausnahme vom ergänzenden Herstellerabschlag anerkennt. Angesichts der laufenden Diskussionen über die Ausgestaltung des Herstellerabschlags spricht sich PPTA Deutschland für eine differenzierte Betrachtung aus.
Blutplasmapräparate sind keine gewöhnlichen Arzneimittel
Blutplasmapräparate werden aus Blutplasmaspenden von freiwilligen Spendern gewonnen und können nicht chemisch-synthetisch hergestellt werden. Sie sind für viele Patient:innen mit schweren und seltenen Erkrankungen alternativlos und werden darüber hinaus für die Grund- und Krisenversorgung benötigt. Entsprechend führen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Blutplasmapräparate auf ihren Listen versorgungskritische Arzneimittel und Wirkstoffe.
Gleichzeitig unterscheidet sich ihre Produktion grundlegend von der herkömmlicher chemisch-pharmazeutischer Arzneimitteln. Die Herstellungsdauer ist mit sieben bis zu zwölf Monaten besonders lang und bedarf langfristiger Planung. Die Kosten liegen damit etwa viermal höher als bei klassischen Arzneimitteln. Für die meisten Blutplasmapräparate gilt bereitsseit Jahren ein erweitertes Preismoratorium, sodass gestiegene Produktionskosten im Preis nicht abgebildet werden können. Blutplasmapräparate sind also keine Kostentreiber in den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen.
Kostendämpfungsmaßnahmen, die nicht zwischen Wirkstoffklassen differenzieren, treffen Hersteller von Blutplasmapräparaten daher überproportional.
Differenzierter Ansatz ist weiterhin geboten
Die Versorgung steht bereits jetzt unter Druck. Zusätzlich steigt der Druck auf die Branche kontinuierlich. Die Gründe dafür sind die Erweiterung des medizinischen Indikationsspektrums, höhere Produktionskosten und eine stagnierende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung; hier spielt insbesondere der demografische Wandel und der hoheAnteil älterer Spender und Spenderinnen eine Rolle. Blutplasmapräparate sind demnach medizinisch unverzichtbar und ihre Herstellung besonders komplex.
Daher hat PPTA Deutschland die Ausnahme von versorgungskritischen Wirkstoffen vom dynamisierten Herstellerabschlag im ersten Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes begrüßt. Es stellt einen notwendigen Schritt für eine resiliente und nachhaltige Versorgung von Patient:innen dar. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zum Herstellerabschlag sollte die Versorgung mit versorgungskritischen Wirkstoffen auch weiterhin strukturell abgesichert werden.
\“Die im ersten Gesetzentwurf enthaltene Berücksichtigung versorgungskritischer Blutplasmapräparate ist sachlich geboten. In der aktuellen Phase vor Verabschiedung des Gesetzes ist es daher wichtig, dass die Sonderstellung von Blutplasmapräparaten weiter gewahrt wird. Nur so kann die Versorgung von Patient: innen mit schweren und seltenen Erkrankungen langfristig gesichert werden\“so Dr. Petros Gatsios, Vorstandsvorsitzender von PPTA Deutschland.
Über die PPTA
Die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA) ist ein dynamischer Industrieverband, der einen einzigartigen Bereich innerhalb der Biologika- und Biotechnologiebranche vertritt. Die PPTA repräsentiert mehr als 1.000 Blutplasmaspendezentren in Nordamerika und Europa, davon über 70 in Deutschland, sowie die Hersteller lebenswichtiger Blutplasmapräparate. Unsere Mitgliedsunternehmen produzieren rund 50 % der in Europa hergestellten Produkte in diesem Bereich und setzen globale Standards für die Gewährleistung von Qualität und Sicherheit bei der Blutplasmaspende sowie bei der Verarbeitung von Blutplasma zu Arzneimitteln.
Pressekontakt:
Marilena Vrana
Vice President, Public Affairs&EU Operations
mvrana@pptaglobal.org
+32 487 558 679
Original-Contentvon: Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA),übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
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