Balance zwischen Freiheit und Verantwortung: CSU-Fraktion diskutiert besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen auf Social Media

\“Es geht erstmal nicht um Verbot ja oder nein, sondern darum, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen. Cybermobbing, Hass und gefährliche Inhalte sind reale Risiken. Die psychischen Folgen sind messbar und sie wachsen. Das ist ein Gesundheitsproblem, das wir als Gesellschaft nicht länger ignorieren können. Die Plattformbetreiber dürfen nicht wegschauen. Ohne verlässliche Altersprüfung bleibt Jugendschutz im Netz lückenhaft. Aber auch Eltern tragen Verantwortung und brauchen klare Leitplanken. Das Internet soll offen bleiben, aber vor allem sicher für Kinder und Jugendliche. Das alles kann jetzt noch von den Plattformbetreibern mit mehr Entschlossenheit als bisher umgesetzt werden. Wenn nicht, ist der Staat gefordert, einzugreifen. Idealerweise europäisch, notfalls auch national.\“
Dr. Stefan Ebner, digitalpolitischer Sprecher der Fraktion:
\“Die Werkzeuge liegen auf dem Tisch: Altersgrenzen durchsetzen, Kinderaccounts als Standard, endloses Scrollen abschalten – der DSA gibt das bereits her. Algorithmen müssen offengelegt werden. Und wer auf Plattformen agiert, muss namentlich erkennbar oder zumindest identifizierbar sein. Leider handeln die Konzerne bislang nicht, auch weil es ihr Geschäftsmodell berührt. Deshalb sage ich klar: Wird Verantwortung verweigert, muss der Gesetzgeber reagieren.\“
Prof. Dr. Marcel Romanos, Klinikdirektor des Zentrums für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Würzburg und stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie:
\“Die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland steckt in einer Krise. Social Media und digitale Medien sind einer der zentralen Treiber dieser negativen Entwicklung. Die Rate der Kinder mit suchtartigem Nutzungsverhalten ist zuletzt deutlich angestiegen und betrifft etwa 350.000 Kinder. Jedes vierte Kind in Deutschland berichtet von Cybergrooming. Wir wissen inzwischen gut, wie die Algorithmen Kinder und Jugendliche in Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten treiben können. In der aktuellen Debatte haben wir die Chance, entscheidend für eine Besserung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und den digitalen Kinderschutz einzutreten.\“
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