Aus Müll wird Rohstoff: Windeln recyceln statt verbrennen

Das Gründungsteam von LaMa Recycling – Dr. Marieluise Lang, Dr. Lars Helmlinger und Thomas Wolz – entwickelt ein neuartiges Recyclingverfahren zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Produktionsabfällen der Kunststoffverarbeitung. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines industriell einsetzbaren Prozesses, der bisher nicht verwertbare Produktionsreste wieder in den Rohstoffkreislauf zurückführt.
Im Fokus stehen unter anderem Polyolefingemische und Kunststoffspäne aus der industriellen Fertigung, die bislang vollständig thermisch verwertet werden. Dadurch gehen die enthaltenen Materialien unwiederbringlich verloren und belasten zusätzlich die CO?-Bilanz. Die neue Technologie soll diese Abfälle aufbereiten und die enthaltenen Rohstoffe wieder verfügbar machen – ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Reduktion von Emissionen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Produktionsabfällen aus der Windelherstellung.
„Jährlich werden in Deutschland rund sechs Milliarden Windeln für Kinder und Erwachsene produziert. Rund drei Prozent davon, etwa 15.000 Tonnen, sind Produktionsausschuss, der bisher vollständig verbrannt wird“, erläutert Dr. Marieluise Lang. „Damit gehen wertvolle Rohstoffe verloren, gleichzeitig belastet die thermische Verwertung die CO?-Bilanz erheblich.“
Superabsorber als Recycling-Hindernis
Ein wesentliches Hindernis für das Recycling von Windelproduktionsabfällen sind die sogenannten Superabsorber – hochsaugfähige Polymere, die für die Flüssigkeitsaufnahme der Windeln sorgen. Ihre chemischen Eigenschaften machen eine Wiederverwertung bisher aufwendig oder wirtschaftlich uninteressant.
Skalierbarer Recyclingprozess
Seit September 2025 arbeitet das interdisziplinäre Team von LaMa Recycling Technologies in vollständiger Besetzung. In der aktuellen Projektphase konzentriert sich die Arbeit auf die technische Skalierung des Verfahrens. Ziel ist es, bis zum Ende der Projektlaufzeit einen stabilen und skalierbaren Recyclingprozess mit einer Verarbeitungskapazität von mindestens 500 Kilogramm pro Stunde zu etablieren – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur industriellen Anwendung der Technologie.
Das Projekt wird am SKZ umgesetzt, da das Institut auf langjährige Erfahrung in der Kunststoffforschung zurückgreifen kann und modernste Labore für die Entwicklung innovativer Recyclingtechnologien bereitstellt. Das SKZ begleitet zudem die Ausgründung von LaMa Recycling und unterstützt das Team beim Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis.
Das Projekt LaMa wird auf Beschluss des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2027 gefördert.
Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.
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