Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS: Umsetzung des neuen Aktionsplans beginnt

Im Mittelpunkt der Auftaktsitzung steht die Frage, wie digitale Anwendungen, beispielsweise das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte mit Medikationsplan, Abläufe im Medikationsprozess verändern. Die Koordinierungsgruppe analysiert, welche Optimierungsmöglichkeiten sich für eine verbesserte AMTS ableiten lassen.\“Die Digitalisierung eröffnet uns die Chance, Informationen besser zu vernetzen, dadurch Risiken früher zu erkennen und im Zusammenwirken aller beteiligten Professionen die Arzneimitteltherapiesicherheit zu stärken\“, erklärt Prof. Dr. Petra Thürmann, Vorsitzende der Koordinierungsgruppe AMTS.
\“Innovative Arzneimittel und Therapien bieten immer bessere und zielgerichtetere Behandlungsoptionen. Die gleichzeitige Einnahme von mehreren Arzneimitteln birgt jedoch die Gefahr von unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen, die in vielen Fällen vermeidbar wären. Schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen resultieren jährlich aus Medikationsfehlern. Das wollen wir durch ein stärkeres Bewusstsein für die Risiken und einen besseren Überblick über die bestehende Medikation ändern – insbesondere durch die stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten. Der Beginn der inhaltlichen Umsetzung des Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit ebnet den Weg zu einem strukturierteren und sicheren Medikationsprozess\“, sagt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.
Einen weiteren Schwerpunkt des Aktionsplans bildet die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten, darunter Routinedaten der Gesundheitsversorgung. Diese sollen künftig verstärkt eingesetzt werden, um Veränderungen in der AMTS in Deutschland kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten.\“So könnten wir insbesondere Kinder, Schwangere, Frauen und hochbetagte Menschen deutlich stärker in den Fokus der AMTS rücken – genau jene Patientengruppen, die besonders vulnerabel sind und für die Forschungslücken bestehen\“, betont Thürmann.
\“Der Aktionsplan AMTS und die Koordinierungsgruppe AMTS schaffen eine wichtige Struktur für eine interprofessionelle Zusammenarbeit: hier werden die relevanten Akteure zusammengebracht, Expertise gebündelt und konkrete Schritte zur Verbesserung der Patientensicherheit ermöglicht\“, macht Dr. Nina Griese-Mammen deutlich.
Die Koordinierungsgruppe AMTS wird vom wissenschaftlichen Sekretariat, welches bei der Arzneimittelkommission der deutschenÄrzteschaft (AkdÄ) angesiedelt ist, unterstützt. Vorsitzende ist Prof. Dr. Petra Thürmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke. Co-Vorsitzende ist Dr. Nina Griese-Mammen, Bereichsleiterin Arzneimitteltherapiesicherheit und pharmazeutische Dienstleistungen (ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände). Der Koordinierungsgruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter aus BMG, Ärzteschaft, Apothekerschaft, Pflege, Krankenhäusern, Patientenorganisationen sowie den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaftenund der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die interprofessionelle Zusammensetzung unterstreicht den Stellenwert gemeinsamen Handelns für eine sichere Arzneimitteltherapie.
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