Achtung, Kind im Auto! / ADAC untersucht Systeme zur Erkennung von Kindern im Auto / Bei schlafenden Säuglingen versagen viele Warneinrichtungen

Im Moment gibt es zwei verschiedene Arten, wie ein Lebewesen im Innenraum erkannt werden kann. Indirekte Systemeüberprüfen eine Kombination aus Gurtschlossstatus, Sitzbelegung und Türöffnungen. In der Studie war nur der Mercedes-Benz CLA mit diesem System ausgestattet. Ein direktes System soll via Radar Bewegungen – zum Beispiel durch die Atmung – erkennen. Diese Technologie wurde am Zeekr 001, BMW iX3 und BYD Seal untersucht.
Im Vergleich konnte nur der Mercedes in allen Fällen warnen, ohne jedoch sicher zu erkennen, ob sich auf der Rücksitzbank tatsächlich ein Kind befindet. Die Warnung des Autos beschränkt sich auf das Zentraldisplay – weitere optische oder akustische Warnmaßnahmen erfolgen nicht. Die direkten Systeme erkennen die meisten Szenarien ebenfalls zuverlässig, haben jedoch eine gemeinsame Schwäche: Keines der Fahrzeuge erkannte das Neugeborene in der ISOFIX-Babyschale, obwohl der verwendete Dummy selbst Atembewegungen nachahmt.
Sehr unterschiedlich ist die Art, wie die Fahrzeuge warnen: Alle direkten Systeme schalten, sofern ein Kind im Fahrzeug zurückgelassen wurde, nach einer gewissen Zeit den Warnblinker ein. Beim BYD Seal und Zeekr 001 folgt zusätzlich eine akustische Warnung über die Hupe oder Alarmanlage. Je nach Konfiguration sind auch Warnungen über eine Smartphone-App möglich. Besonders positiv fiel der BMW iX3 auf: Neben dem Warnblinker zeigt das Fahrzeug zusätzlich eine gut sichtbare Meldung im Zentraldisplay an, die Passanten über die mögliche Gefahrensituation informiert.
Auch wenn das indirekte System des Mercedes in den untersuchten Szenarien die höchste Erkennungsrate zeigte, liegt das größere Potenzial aus Sicht des ADAC bei direkt messenden Systemen. Diese erkennen die tatsächliche Anwesenheit eines Kindes und sind nicht auf indirekte Rückschlüsse aus Türkontakten, Sitzbelegung oder Gurtschlosszuständen angewiesen.Entscheidend ist zudem eine geringe Fehlalarmquote, da diese erfahrungsgemäß die Akzeptanz solcher Systeme beeinträchtigen können.
Der ADAC unterstützt Child Presence Detection-Systeme grundsätzlich als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme zum Schutz von Kindern, sieht sie aber nicht als Ersatz für die Verantwortung von Eltern und Betreuungspersonen. Denn grundsätzlich gilt: Babys, Kinder und Tiere sollten bei warmen Temperaturenniemals allein im Auto gelassen werden – auch nicht für vermeintlich kurze Momente. Die Temperatur im Innenraum erreicht schon nach wenigen Minuten ein Niveau, das für Insassen gefährlich ist.
Technische Systeme können helfen, tragische Vorfälle zu verhindern. Entsprechende Vorgaben sollten auf einem angemessenen Verhältnis von Sicherheitsgewinn, Kosten und technischer Umsetzbarkeit beruhen.
Mehr zu der Studie auch auf adac.de
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