Abschluss von\“Pflege 2030\“: Modellvorhaben legt Praxishandbuch für die Pflege der Zukunft vor

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen vonüber 4 Millionen Euro und wurde vom Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium mit 3,1 Mio. Euro gefördert. Initiiert wurde es von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern und gemeinsam mit der Korian Deutschland GmbH, der Universität Bremen sowie dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen, durchgeführt. In der Korian Modelleinrichtung in Karlsfeld wurden seit Ende 2022 neue Organisationsstrukturen, digitale Technologien und zusätzliche Personalressourcen auf Basis des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) unter realen Bedingungeneingeführt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ziel des Projekts war es, Antworten auf die zentrale Frage zu finden, wie stationäre Pflege angesichts des demografischen Wandels, steigender Pflegebedarfe und des anhaltenden Fachkräftemangels zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Das nun veröffentlichte Praxishandbuch dokumentiert die gewonnenen Erkenntnisse, beschreibt erprobte Vorgehensweisen und zeigt auf, wie Digitalisierung, Personalbemessung und moderne Organisationsentwicklung erfolgreich miteinander verzahnt werden können. Sie richtet sich an Pflegeeinrichtungen aller Trägerformen und soll als flexibel anpassbare Blaupause für Veränderungsprozesse dienen.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte:\“Mit Pflege 2030 ist es gelungen, Wissenschaft, Praxis und Technologie zusammenzubringen und konkrete, praxistaugliche Lösungen für die stationäre Langzeitpflege zu entwickeln. Mit dem entwickelten Praxishandbuch machen wir die Erfahrungen aus diesem Projekt allen Interessierten zugänglich. Es dient als Blaupause für die Umsetzung in den Pflegeeinrichtungen, denn die hier dokumentierten Erfahrungen sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Leitungspersonen, Wissenschaft und Technikentwicklern.\“
Elisabeth Scharfenberg, Vorständin der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern, hob hervor:\“Pflege 2030 war von Anfang an mehr als ein Projekt. Es war der Versuch, Pflege aus dem dauerhaften Reaktionsmodus herauszuführen und Strukturen zu schaffen, die Verantwortung klarer ordnen und Mitarbeitende nachhaltig entlasten. Besonders beeindruckt hat mich die Bereitschaft der Mitarbeitenden, Gewohntes zu hinterfragen und Veränderung aktiv mitzugestalten. Das Praxishandbuch soll Einrichtungen Mut machen, Pflegeorganisation neu zu denken.\“
Im Verlauf des Projekts wurden technologische Innovationen gemeinsam mit dem Team ausgewählt, eingeführt und auf ihre tatsächliche Wirkung für Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner überprüft.\“Technologie entfaltet ihren Mehrwert erst dann, wenn sie sich an den tatsächlichen Bedürfnissen von Pflegekräften orientiert. Pflege 2030 hat gezeigt, wie nutzerzentrierte Innovationen echte Entlastung schaffen und den Transfer von Forschung in die Praxis ermöglichen,\“erklärte PD Dr.-Ing. Thomas Wittenberg, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen.
Gleichzeitig wurden neue Rollen- und Prozessmodelle entwickelt, die sich an den Anforderungen des Personalbemessungsverfahrens orientieren und eine kompetenzgerechte Aufgabenverteilung ermöglichen. Dazu Prof. Dr. Heinz Rothgang, Universität Bremen:\“Es hat sich gezeigt, dass die Verbindung aus kompetenzorientierter Personalorganisation und digitaler Unterstützung ein wirksamer Weg sein kann, um Pflegequalität zu stärken und Mitarbeitende nachhaltig zu entlasten.\“
Die Projektpartner sehen in den Ergebnissen von Pflege 2030 einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der stationären Langzeitpflege in Deutschland.
Christian Gharieb, CEO der Korian Deutschland GmbH, betonte:\“Die Herausforderungen der Pflege lassen sich nicht durch Einzelmaßnahmen lösen. Entlastung entsteht dort, wo Arbeitsorganisation, Kompetenzverteilung, Prozesse und technologische Unterstützung konsequent zusammengedacht werden. Das Praxishandbuch dokumentiert keine theoretischen Zielbilder, sondern erprobte und wissenschaftlich begleitete Ergebnisse. Für uns als Träger ist dieses Projekt deshalb weit mehr als ein Innovationsvorhaben: Es ist ein struktureller Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Pflege.\“
Das Praxishandbuch Pflege 2030 steht ab sofort interessierten Einrichtungen, Trägern und der Fachöffentlichkeit kostenfrei zum Download zur Verfügung unter www.korian-stiftung.de/pflege2030.
Über die Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern
Die 2020 gegründete gemeinnützige Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der Altenpflege und des Gesundheitswesens zu fördern, ebenso wie Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Pflege und Medizin. Im Fokus stehen dabei alle in der Pflege tätigen Personen, für die Angebote entwickelt werden, die ihre körperliche wie mentale Gesundheit stärken. Auf diese Weise werden auch Pflegebedürftige mitbedacht. Würde, Anerkennung und Respekt für alle Seiten – das ist das ganzheitliche Motto der Stiftung.
Über Korian, Mitglied der europäischen Clariane Familie
Als Unternehmen mit gesellschaftlichem Auftrag ist Clariane der führende europäische Anbieter für Pflege, medizinische Versorgung und Betreuung zu Hause. 70.000 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich dafür ein, Menschen in Zeiten der Verletzlichkeit mit Respekt und Wertschätzung zu begleiten – so nah wie möglich an ihrem Zuhauseund an dem Gefühl, zu Hause zu sein. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite unter www.korian.de.
Kontakt Korian Stiftung:
Elisabeth Scharfenberg
elisabeth.scharfenberg@korian-stiftung.de
Tel.: 089 – 24 20 65 – 280
www.korian-stiftung.de
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