15 Jahre Bundesfreiwilligendienst: ASB fordert Gleichstellung von BFD und freiwilligem Wehrdienst

\“BFD und FSJ zeigen: Engagement wächst durch Freiwilligkeit. Die Strukturen der Freiwilligendienste zu stärken und ihre Attraktivität weiter auszubauen, ist deshalb das Gebot der Stunde für die Bundesregierung.\“
Pflichtdienstdebatte und Lehren aus 15 Jahren BFD
Mit dem neuen, auf Freiwilligkeit beruhenden Wehrdienst ist die politische Debatteüber Pflichtmodelle nicht beendet. Auch die Einführung einer Kontingentwehrpflicht wird weiter diskutiert – mit unmittelbaren Folgen für die Freiwilligendienste. Als 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der Zivildienst endete, wurde der Bundesfreiwilligendienst als freiwilliges, generationenübergreifendes Format geschaffen – neben den bereits bestehenden Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ. Die Träger haben den Aufbau des BFD trotz zusätzlicher Doppelstrukturen erfolgreich bewältigt. Die Erfahrungen aus 15 Jahren BFD müssen einfließen, wenn heute über einen Zivildienst und seine Verknüpfung mit dem BFD nachgedacht wird.
Freiwilligkeit unter Druck
Für den ASB ist klar: Die bestehenden Freiwilligendienste dürfen durch erneute Ersatzdienststrukturen nicht geschwächt werden. Denn ein modernes Dienstsystem soll jungen Menschen für jegliche Form des Engagements – ob in der Zivilgesellschaft oder bei der Bundeswehr – attraktive Wahlmöglichkeiten bieten. Daraus folgt eine zentrale politische Forderung: Die Freiwilligendienste BFD und FSJ und der freiwillige Wehrdienst müssen gleichgestellt werden – in Anerkennung, Attraktivität, Ausstattung und Bildungszeit.
Kernforderung: Freiwilligkeit stärken, nicht durch Pflicht ersetzen
Der ASB setzt in der Wehrdienstdebatte grundsätzlich auf Freiwilligkeit und spricht sich gegen die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes aus.\“Wer begeistern will, muss motivieren\“, lautet das Leitmotiv, welches der ASB in seinem Positionspapier\“Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht – Die Dienste der Zukunft\“2025 veröffentlicht hat. Darin heißt es: Ein modernes Dienstsystem baut auf Freiwilligkeit, Motivation und Bildung, nicht auf Zwang.
Erfolgsbilanz im ASB: Gut 23.000 Freiwillige seit 2011
Seit 2011 ist der ASB Zentralstelle für den BFD und das FSJ. Seither haben gut 23.000 Menschen einen Freiwilligendienst beim ASB absolviert, davon 7.840 im BFD. Das Engagement wirkt im ASB: Im Jahrgang 2024/25 etwa gibt ein Drittel der aktiven Freiwilligen kurz vor Dienstende an, mit dem ASB in Kontakt bleiben zu wollen, zehn Prozent nehmen den direkten Weg ins Hauptamt.
Bundesweit leisten heute zahlreiche Menschen jährlich in Freiwilligendiensten unverzichtbare Arbeit – in Pflege, Rettungsdienst, Kinder- und Jugendhilfe, Krankenhäusern und im Bevölkerungsschutz. Der BFD bleibt dabei trotz seines generationenübergreifenden Ansatzes der\“kleine Bruder\“: Während im Durchschnitt rund 33.000 Menschen jährlich einen BFD absolvieren, sind es im FSJ fast 50.000 und im FÖJ über 3.000.
Link zum Positionspapier\“Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht – Die Dienste der Zukunft\“(https://www.asb.de/application/files/2217/6415/1520/ASB_Deutschland_Zwischen_Freiwilligkeit_und_Pflicht.pdf)
Über den ASB:
Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB) ist eine politisch und konfessionell unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. Der ASB engagiert sich seit mehr als 135 Jahren für Menschen in Not – in Deutschland und weltweit. Zu den Aufgaben des ASB gehören unter anderem Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz, Pflege, Soziale Dienste sowie humanitäre Hilfe im Ausland.
Pressekontakt:
Christiane Walde
Referentin Kommunikation und Public Affairs
ASB Deutschland e. V.
Telefon: +49 (0)30 232 57 86-125
Mobil: +49 (0)172 182 209 8
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