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Zoos retten Arten – weltweit: VdZ-Jahrestagung zieht Bilanz eines globalen Netzwerks / 59 Millionen Euro in fünf Jahren, 155 Projekte, 55 Länder: Moderne Zoos gestalten internationalen Artenschutz mit

 

59 Millionen Euro haben VdZ-Zoos in den vergangenen fünf Jahren in Natur- und Artenschutzprojekte weltweit investiert. Jährlich wildern sie rund 500 Tiere aus rund 20 gefährdeten Tierarten in Europa aus – dazu über 230.000 Insekten, Amphibien und Fische. Und sie engagieren sich mit Personal, Expertenwissen und Sachspenden in mindestens 155Projekten in 55 Ländern weltweit. Die modernen Zoos begeistern ihre Besuchenden immer wieder aufs Neue – alleine im Jahr 2025 besuchten rund 41 Millionen Menschen die Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ).

Diese Zahlen legte der VdZ bei seiner Jahrestagung vom 3. bis 6. Juni in Basel vor.Über 200 internationale Expertinnen und Experten – Direktor/-innen, Biolog/-innen, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Artenschutzfachleute – kamen zusammen, um die Zukunft des internationalen Artenschutzes zu gestalten.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens standen strategische Fragen des Artenschutzes – fokussiert auf die gemeinsame Betrachtung von Zoo- und Wildtierpopulationen und die zwingende Zusammenarbeit zwischen der Weltnaturschutzunion IUCN, den Zoos, CITES-Behörden und Bildungseinrichtungen. Höhepunkt war das VdZ Zoo-und Wildtier-Forum am 4. Juni: Razan Khalifa Al Mubarak (Präsidentin der Weltnaturschutzunion IUCN), Katja Christ (Vizepräsidentin des Schweizer Nationalrats), sowie Bruno Mainini (Stellvertretender Leiter CITES Behörde Schweiz) begrüßten die Fachleute aus Zoowelt, Politik und Gesellschaft.

\“Heute sind viele Mitglieder des VdZ Teil des IUCN-Netzwerks und Experten aus Zoos leisten einen direkten Beitrag zur Arbeit der IUCN-Kommission für das Überleben der Arten. Durch diese Zusammenarbeit unterstützen das Wissen und die Fachkompetenz der Zoogemeinschaft den Artenschutz sowohl in der Wildnis als auch durch die Haltung bedrohter Tierarten\“, sagt Her Excellency Razan Khalifa Al Mubarak, IUCN-Präsidentin.\“Der Verband der Zoologischen Gärten spiegelt dieses Engagement wider. Die Zoos dieses Verbandes begrüßen jedes Jahr Dutzende Millionen Besucher, leisten Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung und unterstützen Schutzprojekte auf der ganzen Welt. In einer Zeit, in der der Verlust der biologischen Vielfalt nach wie vor eine der entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit darstellt, sind Partnerschaften wie diese wichtiger denn je.\“

Dass die internationale Zusammenarbeit erfolgreich ist, verdeutlichen auch die Zahlen der Roten Liste der IUCN. Bis 2022 hat sich der Status von mehr als 200 Arten auch durch die tatkräftige Unterstützung der Zoogemeinschaft auf der Roten Liste verbessert, darunter so bekannte Arten wie das Przewalski-Pferd, der Iberische Luchs, das Goldkopflöwenäffchen, der Waldrapp und der Lear-Ara sowie andere Tierarten, denen im Naturschutz allgemein weniger Aufmerksamkeit oder Mittel zuteilwerden, wie beispielsweise der Moorea-Baumschnecke.

Seitdem hat sich das Engagement der Zoos im Artenschutz noch erhöht, weiß auch Nationalrats-Vizepräsidentin Katja Christ, die die Arbeit der Schweizer Zoos eng verfolgt:

\“Wissenschaftlich geführte Zoos übernehmen große Aufgaben im Bereich Bildung, Forschung sowie Natur- und Artenschutz. Alleine in der Schweiz sensibilisieren sie jährlich über 4.5 Millionen Besucherinnen und Besucher für die Bedeutung des Erhalts der Biodiversität. Zoos schaffen Begegnungen mit der Tierwelt, die gerade für Kinder prägend sind. Denn was man als Kind lieben lernt, ist man auch später bereit zu beschützen.\“

Ein Plan für alle – Zoos als integraler Teil des Artenschutzes

Lange galt die Welt des Artenschutzes als zweigeteilt: hier die Arbeit in der Natur, dort die Haltung von Tierarten in Zoos. Der One Plan Approach der Weltnaturschutzunion IUCN hat dieses Denkenüberwunden. Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Wildpopulationen und Populationen in menschlicher Obhut werden nicht länger getrennt gemanagt, sondern gemeinsam als eine Population betrachtet. Zoos sind damit keine Reservate am Rand des Artenschutzes – sie sind ein integraler Bestandteil der globalen Strategie zur Rettung bedrohter Arten.

\“Der One Plan Approach spiegelt den Paradigmenwechsel im Natur- und Artenschutz von reinen Bewahrungsstrategien in der Wildbahn hin zu Interventionskonzepten. Diese erkennen menschliches Eingreifen als Schlüssel für zeitgemäße Schutzkonzepte auch außerhalb der noch bestehenden Lebensräume. Wild- und Zootierpopulationen werden gemeinsam als demographische und genetische Subpopulationen eines Gesamt-Systems gemanagt. Das erfordert koordinierte Zuchtprogramme, wissenschaftlich fundiertes Populationsmanagement, Monitoring und langfristige Partnerschaften – genau das, wofür der VdZ und seine Mitglieder stehen\“, betont Dr. Dag Encke, Präsident des VdZ.

\“Als Gastgeber dieser Tagung sind wir stolz, drei Tierarten zu halten, die den One Plan Approach schon jetzt in die Tat umsetzen: die Kordofan-Giraffe, die Boulengers Flachschildkröte und die Rio-Pescado-Harlekinkröte. Jede dieser Arten steht für eine andere Facette des integrierten Artenschutzes – von der Reservepopulation für künftige Wiederansiedlungen über die Bergung vom Aussterben bedrohter Arten aus ihrem natürlichen Lebensraum bis zur Vernetzung institutioneller und privater Tierhalter/-innen, um koordinierte Erhaltungszuchten aufzubauen\“, erklärt Dr. Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel.

Wenn die Natur allein nicht mehr helfen kann: Die Boulengers Flachschildkröte

Manchmal reicht der Schutz des Lebensraums nicht mehr aus. Die Boulengers Flachschildkröte lebt in der Halbwüstenlandschaft der Großen Karoo in Südafrika – einem kleinen, stark gefährdeten Verbreitungsgebiet. Die Zerstörung ihres Lebensraums hat die Population so dezimiert, dass eine der letzten Rettungsoptionen die gezielte Entnahme von Tieren aus der Natur ist, umsie in menschlicher Obhut zu erhalten und zu züchten. Der One Plan Approach macht genau das möglich: Die Entnahme ist kein Eingeständnis des Scheiterns, sondern ein strategisches Instrument – koordiniert, wissenschaftlich begleitet und mit dem Ziel einer späteren Rückkehr.

Über 500 Jungkröten als Hoffnungszeichen: Die Rio-Pescado-Harlekinkröte

Als erst zweiter Zoo in Europa hält der Zoo Basel seit Juli 2023 die vom Aussterben bedrohte Rio-Pescado-Harlekinkröte. Im Herbst 2023 laichte die Art erstmals ab – kurze Zeit später schlüpften die ersten Kaulquappen. Inzwischen sind im Zolli über 500 Jungkröten geschlüpft. Ein Erfolg, der ohne die enge Koordination im internationalen Zoonetzwerk nicht möglich gewesen wäre – und der zeigt, wie schnell aus vorsichtigem Optimismus echte Hoffnung werden kann.

Pressekontakt:

Astrid Falter
Leiterin Kommunikation
Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V.
Telefon: +49 (0)30 206 53 90 14
E-Mail: astrid.falter@vdz-zoos.org
Website: www.vdz-zoos.org
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Original-Contentvon: Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), übermittelt durch news aktuell

Posted by on 4. Juni 2026.

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Categories: Allgemein

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