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\“Wir sind die Experten für unser Leben\“ / Lebenshilfe will Selbstvertreter stärken – Großer Kongress für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung heute in Leipzig eröffnet

\“Wir wollen nicht immer beschützt werden, wir
wollen raus aus unserem Schneckenhaus. Lasst uns einfach mal machen.
Wir sind die Experten für unser Leben.\“ Das sagt Ramona Günther vom
Bundesvorstand der Lebenshilfe, die heute gemeinsam mit der
Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt, MdB, den großen
Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe in der Universität Leipzig
eröffnet hat. Vom 29. bis 31. August werden rund 500 Menschen mit
geistiger Beeinträchtigung darüber sprechen, wie Selbstvertreterinnen
und Selbstvertreter stärker werden können. Zusammen mit den
zahlreichen Unterstützern sind es insgesamt mehr als 700 Teilnehmer
aus ganz Deutschland.

Selbstvertretung heißt: Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
reden und bestimmen mit – in der Lebenshilfe und in der Gesellschaft.
Ulla Schmidt erinnert in ihrer Begrüßungsrede daran, dass Eltern
behinderter Kinder die Lebenshilfe vor mehr als 60 Jahren gegründet
und gemeinsam mit Fachleuten aufgebaut haben. 12.000 der bundesweit
123.000 Mitglieder sind heute Menschen mit Beeinträchtigung. Die
Bundesvorsitzende wünscht sich, dass sich noch viel mehr von ihnen in
der Lebenshilfe engagieren – vor Ort, in den Ländern und auf
Bundesebene: \“Die Lebenshilfe braucht Sie\“, ruft Ulla Schmidt den
Kongress-Teilnehmern zu. \“Damit aus einem Eltern-Verband mehr und
mehr auch ein Selbstvertreter-Verband wird.\“

Ramona Günther wohnt in Freudenstadt und ist 60 Jahre alt. Sie
arbeitet in der Schwarzwaldwerkstatt für behinderte Menschen in
Dornstetten und gehört seit vielen Jahren dem Werkstattrat an, in den
Bundesvorstand der Lebenshilfe wurde sie 2008 gewählt. \“Da sitze ich
nicht nur rum. Ich sage dort als volles Mitglied meine Meinung und
werde ernst genommen\“, betont Ramona Günther. Sie macht auch
deutlich, wie wichtig dabei eine verständliche, einfache Sprache für
sie und die anderen Selbstvertreter ist: \“Wer etwas nicht versteht,
kann nicht mitreden und mitbestimmen. Man muss auch Zeit und Geduld
haben, wenn man uns etwas erklärt. Das alles muss selbstverständlich
in unserer Gesellschaft werden!\“

Beim großen Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe ist leichte
Sprache selbstverständlich: im Programm, in den Arbeitsgruppen und in
der Leipziger Erklärung, die am Ende verabschiedet werden soll. Mehr
zum Thema Selbstvertretung gibt es im Internet unter:
https://www.lebenshilfe.de/selbstvertretung/

Der Kongress wird gefördert von der BARMER und der Aktion Mensch.

Pressekontakt:
Peer Brocke, peer.brocke@lebenshilfe.de, Tel. 0163/3620840, Fotos vom
Kongress auf www.lebenshilfe.de (Presse)

Original-Content von: Bundesvereinigung Lebenshilfe, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 29. August 2019.

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