Winterschnitt bei Obstbäumen: Jetzt die Grundlage für gesunde Bäume und gute Ernten schaffen

Warum ein Schnitt im Spätwinter sinnvoll ist
Ein gezielter Rückschnitt macht Bäume widerstandsfähiger und fördert die Bildung von gesundem Fruchtholz. Dr. Regina Fischer vom Industrieverband Agrar e. V. (IVA) bringt es auf den Punkt:\“Obstbaumschnitt ist auch Pflanzenschutz. Durch eine gut aufgebaute, luftige Krone trocknet das Laub nach Niederschlägen schneller ab und Krankheitserreger haben deutlich schlechtere Bedingungen.\“Gleichzeitig fördert der Schnitt die Ausbildung aromatischer, gut ausreifender Früchte und trägt dazu bei, Wuchsform und Stabilität der Bäume langfristig zu erhalten.
Welche Bäume jetzt geschnitten werden
Ein Winterschnitt eignet sich vor allem für Kernobstbäume wie Apfel, Birne und Quitte. Steinobst wie Kirsche, Pfirsich oder Pflaume sollte dagegen besser im Sommer geschnitten werden, da es empfindlicher auf winterliche Schnittmaßnahmen reagiert. Regina Fischer hat noch einen ergänzenden Tipp:\“Auch einige Sträucher wie Stachelbeeren oder Herbsthimbeeren profitieren von einem Schnitt bis Ende Februar.\“
Der richtige Zeitpunkt
Der ideale Zeitraum für den Schnitt liegt zwischen Januar und März, solange sich die Obstbäume noch in der Vegetationsruhe befinden. Besonders günstig ist der Februar, wenn die stärksten Fröste meist vorüber sind, die Bäume aber noch nicht ausgetrieben haben. Schnittwunden verheilen bei ansteigenden Temperaturen besonders gut.
Wichtig ist, frostfreie Tage abzuwarten, da das Holz sonst Schaden nehmen kann. Als ideal gelten Temperaturen um 5 Grad Celsius. Auch bei Regen oder Schnee ist Zurückhaltung geboten. Ab März ist zudem die beginnende Brutzeit der Vögel zu berücksichtigen. Starke Rückschnitte sind dann verboten; lediglich schonende Pflege- und Formschnitte sind noch erlaubt.
Scharfes Werkzeug und klare Schnitte
Für den Baumschnitt sind saubere, scharfe Werkzeuge unverzichtbar. Bei Zweigen bis etwa Daumendicke genügt eine gewöhnliche Baumschere. Für stärkere Äste empfiehlt sich eine Astschere. Bei hohen Kronen erleichtern Teleskopgriffe den sicheren Schnitt auch ohne Leiter. Für frischesHolz eignen sich Bypass-Scheren besonders gut, da sie glatte Schnitte erzeugen und das Gewebe schonen. Je sauberer der Schnitt, desto geringer ist das Risiko für Infektionen.
So wird richtig geschnitten
Bei jungen Bäumen steht zunächst der Erziehungsschnitt im Fokus. Ziel ist eine stabile, gut belichtete Krone, häufig in pyramidaler Form mit drei bis vier Leitästen. Diese werden nur leicht eingekürzt, der Mitteltrieb bleibt etwas länger, um eine klare Stammverlängerung zu erhalten.
Beiälteren Bäumen dient der Erhaltungs- oder Pflegeschnitt dazu, die Krone luftig zu halten und die Fruchtbildung zu fördern. Entfernt werden nach innen wachsende, sich kreuzende oder nach unten hängende Äste sowie steil aufrechte Wasserschosser. Dabei gilt: lieber ganze Äste oder Astpartien entfernen als viele kleine Schnitte setzen. Weniger Schnittstellen bedeuten weniger Wunden und schonen den Baum.
Geschnitten wird möglichst direkt am sogenannten Astring, also an der verdickten Ansatzstelle des Astes. So kann der Baum die Schnittwunde am besten selbst verschließen.
Zeigenältere Bäume Alterserscheinungen wie nachlassendes Wachstum oder kleinere Früchte, kann ein maßvoller Verjüngungsschnitt helfen. Dabei werden die Leitäste um etwa ein Drittel eingekürzt, um neues Triebwachstum und die Bildung von gesundem Fruchtholz anzuregen.
Nach dem Schnitt
Bei großen Wunden kann der äußere Rand mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden, um das Eindringen von Krankheitserregern zu begrenzen. Kleinere Wunden schließen sich in der Regel von selbst und benötigen meist keine weitere Behandlung, sollten aber im Blick behalten werden, um den Heilungsverlauf gegebenenfalls zu unterstützen.
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