Wettbewerbsfaktor integrierte Journeys, Datenplattformen und Agentic AI

Knapp 50 Teilnehmende aus Industrie und Technologie– darunter Kunden, Partner sowie Fach- und Führungskräfte aus Vertrieb, eCommerce und IT – diskutierten konkrete Ansätze, wie sich fragmentierte Systemlandschaften, Dateninseln und isolierte Prozesse überwinden lassen. Im Fokus standen dabei durchgängige End-to-End-Prozesse,datenbasierte Vertriebssteuerung sowie der Einsatz von sogenannter „Agentic AI“.
Zwischen Anspruch und Realität: Wo Unternehmen aktuell stehen
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Diskrepanz zwischen gestiegenen Erwartungen auf Kundenseite und den tatsächlichen Strukturen in vielen Unternehmen. B2B-Kundinnen und -Kunden bewegen sich heute selbstverständlich zwischen digitalen und persönlichen Interaktionen – erwarten dabei jedoch konsistente Informationen und nahtlose Prozesse.
In der Praxis sind diese jedoch häufig durch Systemgrenzen und organisatorische Silos geprägt. Die Folge sind Medienbrüche, ineffiziente Abläufe und ein Verlust an Relevanz im Wettbewerb.
„Die Herausforderung liegt nicht mehr darin, einzelne Touchpoints zu digitalisieren, sondern sie sinnvoll miteinander zu verbinden“, lautete eine der zentralen Botschaften aus den Diskussionen.
Integration statt Insellösungen: Vertrieb und eCommerce wachsen zusammen
Besondere Aufmerksamkeit galt der Frage, wie sich klassische Vertriebsmodelle mit digitalen Commerce-Ansätzen verzahnen lassen. Dabei wurde deutlich: Ein Webshop ersetzt den Vertrieb nicht, verändert aber seine Rolle grundlegend.
Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde gezeigt, wie integrierte Prozessketten– von der ersten Kundeninteraktion über Konfiguration und Angebot bis hin zu Bestellung und Service – Transparenz schaffen und neue Steuerungsmöglichkeiten eröffnen.
Ein entscheidender Faktor ist dabei die gemeinsame Datenbasis. Erst wenn Informationen aus verschiedenen Systemen zusammengeführt werden, lassen sich Kundenaktivitäten nachvollziehen und gezielt nutzen – etwa für personalisierte Angebote oder proaktive Vertriebsimpulse.
Daten als Grundlage: Warum Vertrieb neu gedacht werden muss
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der datengetriebenen Steuerung von Vertriebsprozessen. Zwar verfügen viele Unternehmen über umfangreiche Daten, nutzen diese jedoch nur eingeschränkt für operative Entscheidungen.
Im Rahmen des XBOOST wurde ein Ansatz diskutiert, der nicht bei Reports ansetzt, sondern bei klar definierten Geschäftszielen und deren Treibern. Daraus lassen sich konkrete Kennzahlen und Maßnahmen ableiten, die direkt in Vertriebsprozesse integriert werden.
Ziel ist es, Erfahrungswissen nicht zu ersetzen, sondern zu ergänzen und skalierbar zu machen – etwa durch standardisierte Abläufe, klare KPI-Logiken und systemgestützte Entscheidungsprozesse.
Kundenportale als zentrale Schnittstelle
Ein weiteres Thema war die Rolle von Kundenportalen als zentrale Zugangspunkte für digitale Interaktionen. Viele Unternehmen setzen heute eine Vielzahl einzelner Tools ein, die jedoch aus Kundensicht nicht zusammenhängend funktionieren.
Diskutiert wurde daher ein Architekturansatz, bei dem bestehende Anwendungenüber einen gemeinsamen Zugang integriert werden. Ein solcher „Access Layer“ ermöglicht es, unterschiedliche Systeme miteinander zu verbinden und eine konsistente Nutzererfahrung zu schaffen – ohne bestehende Lösungen vollständig ersetzen zu müssen.
Agentic AI: Vom Experiment zur operativen Anwendung
Mit Blick auf Künstliche Intelligenz wurde deutlich, dass sich der Fokus verschiebt: weg von einzelnen Funktionalitäten hin zu einer umfassenden Integration in Geschäftsprozesse.
Unter dem Begriff„Agentic AI“ wurden Ansätze vorgestellt, bei denen KI-Systeme nicht nur Informationen bereitstellen, sondern aktiv Prozesse unterstützen – etwa bei der Angebotskonfiguration, der Auswertung von Dokumenten oder der Priorisierung von Kundenanfragen.
Dabei zeigte sich auch: Der Erfolg solcher Ansätze hängt weniger von der Technologie selbst ab als von der zugrunde liegenden Datenstruktur, klar definierten Prozessen und einer entsprechenden Governance.
Austausch auf Augenhöhe: Praxisperspektiven im Fokus
Neben den Fachimpulsen prägte vor allem der direkte Austausch das Format. In Breakout Sessions und Diskussionen berichteten Unternehmen wie Goldhofer und Krombacher von ihren eigenen Transformationsprojekten und Herausforderungen.
Gerade diese Praxisperspektiven wurden von den Teilnehmenden als besonders wertvoll hervorgehoben, da sie konkrete Einblicke in Umsetzungsstrategien und Entscheidungsprozesse ermöglichten.
Fazit: Der Wandel ist strukturell– nicht technologisch
Die Diskussionen beim XBOOST 2026 zeigen: Die Transformation von Sales und eCommerce ist weniger eine Frage einzelner Technologien als vielmehr eine strukturelle Herausforderung.
Entscheidend ist die Fähigkeit, Prozesse, Daten und Systeme so zu integrieren, dass daraus konsistente und steuerbare Kundenprozesse entstehen. Künstliche Intelligenz kann dabei eine wichtige Rolle spielen – vorausgesetzt, sie ist in diese Strukturen eingebettet.
Für Unternehmen bedeutet das: Der Fokus verschiebt sich von der Einführung neuer Tools hin zur Entwicklung integrierter Gesamtarchitekturen, die langfristig skalierbar sind und echten Mehrwert schaffen.
Tiefere Informationen zum Thema finden Sie unter: https://www.sybit.com/de/wir/insights/xboost-sales-ecommerce-2026
Autor: Dr. Anders Landig
https://www.linkedin.com/in/dr-anders-landig-341967142/
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