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Westfalenpost: Wer bürgt, wird erwürgt – Zum Umgang mit Flüchtlingsbürgen

Wer bürgt, wird erwürgt. So lautet eine alte
Juristenweisheit. Wie viel Wahrheit darin steckt, müssen derzeit etwa
7000 Menschen bundesweit erfahren, die einfach nur Leben retten
wollten. Um Flüchtlingen aus Syrien schnell zu helfen, hatten sie
sich verpflichtet, finanziell einzuspringen für Miete und
Lebensunterhalt. Jetzt müssen sie befürchten, dass der Staat sie an
dieses Versprechen erinnert – und Geld fordert. Das Problem: Die
Bürgen gingen damals davon aus, dass ihre Verpflichtung endet, sobald
ihre Schützlinge als Asylberechtigte anerkannt sind. Jetzt sollen sie
noch darüber hinaus zahlen. Der Sinn eines Sozialstaates aber ist,
Menschen in Notlagen zu helfen. Stattdessen jedoch entlässt sich der
Staat in Deutschland immer häufiger selbst aus dieser Pflicht, in dem
er auf Ehrenamtliche setzt – bei den Tafeln etwa und in der
Flüchtlingshilfe auch. Im Syrienkrieg haben die internationale
Gemeinschaft und damit auch Deutschland versagt. Die daraus
entstandenen Lasten will man nun allein jenen aufbürden, die das
Elend nicht mehr mit ansehen konnten. Wenn sie dadurch selbst zum
Sozialfall werden, zahlt der Staat am Ende übrigens doch.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 27. Juli 2018.

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Categories: Politik & Gesellschaft

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