Westfalen verlagert Wachstum nach Europa

\“Europa ist für uns die Antwort auf die schwächelnde Wirtschaftslage in unserem Kernmarkt Deutschland\“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Perkmann bei der Vorstellung der Geschäftszahlen.\“Wir stellen uns breiter auf und sichern damit unsere Wettbewerbsfähigkeit.\“
Europa wird zum Investitionsschwerpunkt
Für Perkmann liegt die Ursache der Entwicklung nicht in fehlender Innovationskraft, sondern in den Standortbedingungen: hohe Energiekosten, regulatorische Komplexität und mangelnde Verlässlichkeit.\“Gerade die für den Industriestandort Deutschland so wichtige Energiewende scheitert im Moment nicht an Technologien, sondern an fehlender Planbarkeit, Bürokratie und insbesondere zu teurem Strom.\“Perkmann fordert deshalb wettbewerbsfähige Energiekosten und verlässlichere politische Rahmenbedingungen. Nur so könnten Investitionen in klimafreundliche Technologien in Deutschland wieder an Dynamik gewinnen.
Die strategische Antwort des Unternehmens auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche ist eine konsequente Internationalisierung. Neue Produktions- und Logistikstandorte entstehen in Frankreich, Österreich und der Schweiz, um die Produktionskapazitäten im Kerngeschäft Industriegase auszubauen. Ziel ist es, die Liefersicherheit zu erhöhen, neue Märkte zu erschließen und die Abhängigkeit vom deutschen Markt zu reduzieren.
Wasserstoff: Frankreich zeigt, wie es gehen kann
Die Auswirkungen der Standortbedingungen zeigen sich besonders deutlich bei Wasserstoffprojekten. Während sich im französischen Florange ein Elektrolyseur bereits im Testbetrieb befindet und weitere Projekte vorbereitet werden, sieht Westfalen vergleichbare Vorhaben in Deutschland derzeit aufgrund hoher Strompreise nicht wirtschaftlich darstellbar.\“Unsere Erfahrungen beim geplanten Elektrolyseur in Weißenhorn bei Ulm haben uns klar gezeigt, dass wir mit solchen Projekten in Deutschland aktuell nicht weiterkommen. Eine harte Erkenntnis, aus der wir gelernt haben\“, so Perkmann.
Auch im Wärmemarkt registriert das Unternehmen zunehmende Zurückhaltung. Westfalen hat in den vergangenen Jahren gezielt Anbieter für Wärmepumpen und intelligentes Energiemanagement übernommen und diese in der Westfalen Energietechnik gebündelt. Die langhaltende Diskussion um das Gebäudemodernisierungsgesetz haben jedoch die Marktentwicklung und Investitionsentscheidungen deutlich gebremst – sowohl auf Unternehmens- als auch auf Kundenseite.
Transformation wird fortgesetzt – Umsatz und EBIT weiterhin auf hohem Niveau
Ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen hält Westfalen an seiner Dekarbonisierungsstrategie fest. Eine entsprechende wirtschaftliche Basis dafür liefern die Geschäftszahlen: mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro und einem EBIT (operatives Ergebnis) von 95 Millionen Euro hat sich das Unternehmen in einem herausfordernden Marktumfeld erneut behaupten können,
\“Wir sehen, dass das Thema Nachhaltigkeit angesichts kurzfristiger wirtschaftlicher Herausforderungen in den Hintergrund rückt. Unser Anspruch bleibt jedoch: Ökonomie und Ökologie müssen zusammen gedacht werden.\“Seit 2019 hat das Unternehmen seine eigenen CO2-Emissionen um 72 Prozent reduziert (Scope 1 und 2). Bis 2030 strebt Westfalen Netto-Null bei den eigenen Emissionen an. Bei den verkauften Energieträgern wurden die CO2-Emissionen im selben Zeitraum um 16 Prozent gesenkt (Scope 3). Bereits die Hälfte des Ergebnisses wird in dekarbonisierten Produktbereichen (außerhalb des fossilen Bereiches) erzielt.
Für 2026 geht das Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg und einem leicht höheren Gewinn aus.
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Kamil Glabica
Team Lead Corporate Communications
Tel. +49 251 695-6308
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