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Westfalen-Blatt: ein Kommentar zum ESC

Alle 32 Punkte für das deutsche ESC-Lied
wurden von den Länderjuroren vergeben. Kein einziges Pünktchen
kam aus dem Publikum. Braucht es mehr, um zu illustrieren, warum auch
dieser Beitrag scheiterte? »Ich bin müde«, heißt es im Liede. »Zu
müde für einen Wettbewerb.« Worte eines Eremiten in der Wüste. Aber
von zwei jungen Frauen? Wenn ich zu müde bin, was will ich dann bei
einem Sängerfest? Thomas Schreiber hält das müde Lied gar für
einen Beitrag zur »Me too«-Debatte. Ach du lieber Gott. Schreiber
ist Strippenzieher für die deutschen ESC-Lieder und
Unterhaltungskoordinator bei der ARD. Er koordiniert Debatten und
nennt das Ergebnis Unterhaltung. Einem der Songschreiber zufolge ist
»S!sters« ein sinnbildliches Gespräch zweier Frauen über Female
Empowerment. Sinnbildlich. Empowerment. Geht\’\’\’\’s noch blutleerer?
Pralles Leben geht anders. So aber geht\’\’\’\’s gar nicht: Die Isländer
glaubten, sie müssten in Tel Aviv Israels Todfeinde pushen, die
Palästinenser. Ganz schlechter Stil. Ob sie sich auch trauen würden,
unter Israels Flagge vor Palästinensern zu singen?

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Scholz Stephan
Telefon: 0521 585-261
st_scholz@westfalen-blatt.de

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 19. Mai 2019.

Tags:

Categories: Kunst & Kultur

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