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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Buchpreisbindung

Die Kommission, die jetzt die Preisbindung für
Bücher abschaffen will, besteht aus Wirtschaftstheoretikern,
Juristen, Managern und Aktienbesitzern. Muss man mehr sagen? Diese
Leute mögen kulturaffin im Privaten sein – beruflich können sie sich
Schöngeistiges gar nicht leisten. Da zählen nur
Kosten-Nutzen-Rechnungen und der Shareholder Value. Das Buch aber ist
viel mehr als ein Industrieprodukt. Wird die Verbreitung des
geschriebenen Wortes mit ökonomischen Argumenten behindert, bleibt
jede Erkenntnis flüchtig: ohne Buch kein Fortschritt. Fortschritt
aber muss kommuniziert werden, die Weltbilder der Literaten ebenso
wie die Ergebnisse der Wissenschaft. Je mehr Buchläden (Händler!) an
dieser Kommunikation beteiligt sind, desto fruchtbarer der
Gedankenaustausch unter informierten Bürgern. Die Schweiz hat keine
Buchpreisbindung. Folgenarm warum? Weil der Schweizer Buchhandel 80
Prozent seines Umsatzes mit dem Buchpreisbindungsland Deutschland
macht. Wo das nicht möglich ist, verschwinden die Buchläden. Was dem
Kulturmenschen ein Graus ist. Dem Ökonomen müsste es ebenfalls einer
sein.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 29. Mai 2018.

Tags:

Categories: Kunst & Kultur

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