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Wenn Verantwortung trägt – und Demokratie leise funktioniert

 

Was der Kreistag Mecklenburgische Seenplatteüber Führung in polarisierten Zeiten zeigt

In Zeiten politischer Zuspitzung wird Führung häufig mit Lautstärke verwechselt. Mit klaren Ansagen, schnellen Schuldzuweisungen und der Erwartung, dass politische Autorität sich vor allem im Durchsetzen zeigt. Doch genau diese Verkürzung ist es, die demokratische Institutionen unter Druck setzt.

Die jüngste Sondersitzung des Kreistages Mecklenburgische Seenplatte hat ein anderes Bild gezeichnet.

Nicht laut, nicht emotional, nur bemerkenswert klar.

Demokratie beweist sich im Verfahren

Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat eine hoch aufgeladene Personal- und Systemfrage nicht politisch instrumentalisiert, sondern rechtsstaatlich eingeordnet.Er hat diskutiert, geprüft, abgewogen, verhandelt – und die Entscheidung dort verortet, wo sie in einer funktionierenden Demokratie hingehört: bei unabhängigen Gerichten.

Das ist keine Schwächung kommunaler Selbstverwaltung.
Das ist ihre Reifeprüfung.

Demokratische Führung zeigt sich nämlich nicht darin, jede Entscheidung selbst zu treffen, sondern darin, Zuständigkeiten zu respektieren und institutionelle Grenzen zu wahren – gerade dann, wenn öffentlicher Druck entsteht.

Führung heißt: Konflikte begrenzen, nicht vergrößern

In einer politischen Landschaft, die zunehmend von Polarisierung lebt, war diese Sitzung ein Gegenentwurf. Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat sich nicht treiben lassen – weder von Empörung noch von Inszenierung. Persönliche Angriffe liefen ins Leere. Dramatisierungen fanden keine Resonanz Sachargumente hingegen sehr wohl.

So entsteht politische Autorität: nicht durch Dominanz, sondern durch Ordnung.

Wenn Verantwortung schwerer wiegt als Erzählungen

Demokratie ist kein Ort für Gewinner- und Verlierererzählungen. Sie ist ein System, das Stabilität erzeugt, indem es Verfahren über Gefühle stellt. Wer Entscheidungen akzeptiert, auch wenn sie den eigenen Erwartungen widersprechen, stärkt das System. Wer sie delegitimiert, schwächt es – unabhängig von politischer Farbe.

Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat in dieser Sitzung deutlich gemacht, dass demokratische Institutionen nicht jede Opfererzählung bedienen müssen, um handlungsfähig zu bleiben. Im Gegenteil.Sie gewinnen an Glaubwürdigkeit, wenn sie es nicht tun.

Ein Signalüber den Landkreis hinaus

Was hier sichtbar wurde, istübertragbar auf Länder, Kommunen und politische Ebenen insgesamt:

* Demokratie braucht rechtssichere Verfahren
* Führung braucht Ruhe und Haltung
* Vertrauen entsteht dort, wo Verantwortung nicht populistisch verkürzt wird

Gerade in Zeiten, in denen politische Ränder von Überforderung profitieren, ist diese Form von Führung kein Luxus – sondern eine Notwendigkeit.

Leadership in der Demokratie

Führung in demokratischen Systemen bedeutet nicht, jede Spannung aufzulösen.
Sie bedeutet, Spannungen auszuhalten, ohne Prinzipien preiszugeben.

Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat genau das getan.

* Still.
* Souverän.
* Wirksam.

Danke dafür, dass ich Teil dieses Prozesses sein durfte.

Zur Autorin

Sandra Weckert ist Leadership-Speakerin, Keynote-Rednerin und Kommunalpolitikerin aus Mecklenburg-Vorpommern. In ihren Vorträgen und Keynotes arbeitet sie an der Schnittstelle von Führung, Macht, Verantwortung und demokratischer Entscheidungsfindung. Ihr Fokus liegt auf kompetenzbasierter Führung, institutioneller Stabilität und einer politischen Kultur, die Vertrauen durch Haltung erzeugt – nicht durch Polarisierung.

Posted by on 4. Februar 2026.

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Categories: Allgemein

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