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WAZ: Eine Partei lähmt sich selbst – Kommentar von Matthias Korfmann zur NRW-SPD

In den USA gibt es eine Bezeichnung für einen
Präsidenten, dessen Amtszeit ausläuft: „lame duck“ (lahme Ente).
Eigentlich warten alle nur auf seinen Nachfolger. Der Vergleich mit
der Wahl des SPD-Fraktionschefs in NRW mag nicht ganz stimmig sein,
weil Norbert Römer immerhin ein Jahr lang weitermachen kann. Aber die
Situation ist ähnlich.

Denn Norbert Römer wird ein Oppositionsführer auf Abruf sein.
Schlimmer noch: ein Oppositionsführer auf Abruf, den nur zwei Drittel
seiner Fraktion gewählt haben. CDU und FDP dürften das genüsslich
auskosten. Gleichzeitig könnte im Hintergrund ein Ringen um die
Nachfolge beginnen. Denn es ist ja keineswegs sicher, dass Thomas
Kutschaty in einem Jahr wirklich zum Fraktionschef gewählt wird.
Darüber entscheiden am Ende die Abgeordneten, nicht Römer.

Sollte Kutschaty der Richtige für den Fraktionsvorsitz sein, warum
soll er es dann erst später werden und nicht jetzt? Er war
Landesminister und dürfte mit der neuen Aufgabe nicht überfordert
sein. Die SPD läuft Gefahr, das erste Jahr in der Opposition zu
verschlafen. Sie lähmt sich gerade selbst.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. Mai 2017.

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