Warum die Türkei für Kinder auf der Flucht nicht sicher ist / 10 Jahre EU-Türkei-Abkommen

Die Türkei ist eines der wichtigsten Aufnahmeländer für Kinder und Familien auf der Flucht. Doch die Bedingungen vor Ort sind äußerst schwierig: Viele dieser Kinder müssen arbeiten, um sich und ihre Familien ernähren zu können. Zusammen mit ihren Familien können sie willkürlich inhaftiert und in Länder abgeschoben werden, in denen ihnen Gewalt und Folter drohen – auch gegen internationales Recht. Ein weiteres Problem ist, dass Kindern und Familien ihre Registrierung häufig willkürlich entzogen oder nicht verlängert wird.\“Dadurch können Kinder von einem Tag auf den anderen nicht mehr zur Schule gehen oder erhalten keine lebenswichtigen Medikamente mehr\“, berichtet Nina Schwarz, Referentin für den Mittleren Osten bei Terre des Hommes. Das Bulletin schildert zahlreiche konkrete Fälle aus der Praxis der Terre des Hommes-Partnerorganisationen in der Türkei, die die Drastik der Lage belegen.\“So erhielt beispielsweise der achtjährige Mehdi[1], der an Krebs leidet, erst wieder Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten, nachdem Terre des Hommes-Partnerorganisationen eine einstweilige Verfügung erwirkt hatten.\“
\“Das EU-Türkei-Abkommen hat die erforderlichen Reformen im Sinne der Menschen- und Kinderrechte ganz offensichtlich verfehlt. Stattdessen hat es ein System stabilisiert, das auf Abschreckung beruht und Kinder auf der Flucht systematisch entrechtet\“, so Teresa Wilmes, Referentin für Flucht und Migration bei Terre des Hommes.\“Wir fordern daher von der Bundesregierung als wichtigem Akteur innerhalb der EU, dem Schutz von Kindern Vorrang zu geben und dafür die finanzielle Unterstützung für Inhaftierungs- und Abschiebungsstrukturen umgehend zu beenden\“. Auch dürfe diese Vereinbarung nicht als Blaupause für künftige Migrationsabkommen dienen.\“Kinder und menschenrechtliche Verpflichtungen müssen unverhandelbare Grundlage jeder Kooperation mit Drittstaaten sein. Wer weitere Abkommen nach dem Modell des EU-Türkei-Abkommens aufsetzt, exportiert vorhersehbare Kinderrechtsverletzungen\“, so Teresa Wilmes.
[1] Name zum Schutz des Kindes geändert
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Unser Name\“Terre des Hommes\“steht für eine\“Erde der Menschlichkeit\“. Klimawandel, Kinderarbeit, Krieg und Vertreibung – wir machen Kinder und Jugendliche stark und schützen sie mit unseren Projekten vor Gewalt und Ausbeutung. Wir leisten humanitäre Hilfe und verbessern die Lebensbedingungen von Kindern weltweit. Was uns dabei besonders wichtig ist: Wir arbeiten mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und setzen gemeinsam mit Kindern ihre Rechte durch. Als Kinderrechtsorganisation sind wir unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien. Wir fördern derzeit über 400 Projekte für Kinder und Jugendliche in 47 Ländern.
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