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Vom Anfang bis zum Ende gedacht: Der zirkuläre LOOP Markt in Haimhausen

 

Im Einzelhandel dreht sich die Nachhaltigkeitsdebatte meist um Verpackungen. Dabei verbraucht allein der Bau eines Supermarkts enorme Mengen an Rohstoffen, die nach dem Abriss größtenteils auf der Deponie landen. Die RATISBONA Handelsimmobilien mit Sitz in Regensburg setzt deshalb auf zirkuläres Bauen: Im Landkreis Dachau entsteht im 5.600-Einwohner-Ort Haimhausen der LOOP Markt – ein Supermarktgebäude, das so geplant ist, dass es nach dem Rückbau nicht als Abfall endet, sondern seine Materialien als Rohstoffquelle für spätere Bauvorhaben nutzbar macht. Am 19. Mai wurde der Grundstein für das Projekt gelegt, die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant. Betrieben wird er künftig von Edeka Südbayern. Begleitet wird das Projekt von der EPEA GmbH, einem auf Kreislaufwirtschaft spezialisierten Beratungsinstitut und Tochter des Stuttgarter Beratungsunternehmens Drees&Sommer SE.

Frei von Zusätzen, ökologisch und gesund: Was bisher nur für das Biogemüse im Regal galt, soll künftig auch das Gebäude auszeichnen, das es beherbergt. Der Supermarkt in Haimhausen ist konsequent zirkulär geplant, mit trennbaren und wiederverwendbaren Materialien. Gebäude verwandeln sichgewissermaßen zum Rohstoffdepot und Materiallager. Statt auf Beton und Mauerwerk setzt Ratisbona überwiegend auf Holz als regenerativen Baustoff, das soll zudem den CO2-Fußabdruck im Vergleich zu einem konventionellen Supermarkt deutlich senken.

Zirkuläres Bauen rechnet sich

Für Geschäftsführer Sebastian Schels ist das Konzept nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch betriebswirtschaftlich zwingend:\“Mit dem LOOP Markt Haimhausen stellen wir die Gesetzmäßigkeiten des konventionellen Bauens auf den Kopf. Während anderswo Gebäude entstehen, die in wenigen Jahrzehnten zu problematischem Abfall werden, zeigen wir in Haimhausen, dass es auch anders geht: mit gesunden Materialien, konsequenter Kreislauffähigkeit und einer Architektur, dieVerantwortung übernimmt. Die eigentliche Frage ist doch längst nicht mehr, ob wir so bauen können, sondern warum wir es nicht überall tun.\“Grundlage dieser Einschätzung ist eine Lebenszyklusanalyse, die Bau, Betrieb und Rückbau gemeinsam bewertet.

Ressourcen nicht verbrauchen, sondern hochwertig erhalten

Planerisches Fundament des neuen Supermarktes ist das sogenannte Cradle to Cradle-Konzept (C2C), das sinngemäß\“von der Wiege zur Wiege\“bedeutet. Materialien sollen nach der Nutzung entweder in gleicher Qualität in den technischen Kreislauf zurückgeführt oder vollständig abbaubar in den biologischen Kreislauf überführt werden. Bislang wird in der Praxis zwar ein Teil der Bauabfälle wiederverwertet, allerdings häufig nur in minderwertiger Form.\“Der Schutt abgerissener Häuser und aufgerissener Straßen wird meist zur Verfüllung eingesetzt – und damit zum Downcycling-Produkt\“, erklärt Bauingenieurin Andrea Heil, die das Projekt seitens EPEA begleitet.\“Kreislauffähiges Bauen nach C2C bedeutet hingegen, Ressourcen so einzusetzen, dass sie gleich- oder sogar höherwertig erneut als Baumaterial Verwendung finden können.\“

Materialwissen sichert Wert

Damit das keine Absichtserklärung bleibt, dokumentiert EPEA alle relevanten Kennzahlen zu Materialien, Rückbaufähigkeit und Kreislaufführung im sogenannten Circularity Passport. Der digitale Gebäudepass macht transparent, aus welchen Rohstoffen ein Bauwerk besteht, und wie sie sich künftig wiederverwenden lassen. Für Investoren wird damit nicht ein möglicher Wertverlust, sondern ein langfristiger Vermögenswert sichtbar gemacht.

\“Man kann sich den Materialpass wie eine Zutatenliste vorstellen\“, erklärt EPEA-Projektleiterin Andrea Heil.\“Wer wissen will, was in einem Produkt steckt, schaut auf die Inhaltsstoffe. Nach diesem Prinzip funktioniert auch unser Gebäudepass.\“Als eine Art digitaler Gebäudeausweis erfasst er für jedes Bauteil unter anderem den COâ -Fußabdruck, Materialmengen, Schadstoffgehalt, Recyclingfähigkeit und Demontierbarkeit. Das dient nicht nur der Dokumentation, sondern ist auch bereits beim Planungsprozess ein Vorteil. Die Kreislauffähigkeit des Gebäudes wurde auf diese Weise in mehreren Überarbeitungszyklen gezielt optimiert, bevor der erste Stein gesetzt wurde.

Bei der Auswahl der Materialien spielt zudem dieökologische Verträglichkeit eine zentrale Rolle. Alle eingesetzten Materialien – von der Deckenleuchte über die Dämmung bis hin zum Einkaufswagen – werden auf ihre Materialgesundheit geprüft. Zum Einsatz kommen ausschließlich schadstoffarme und gesunde Produkte.

Mehr Wert für den Standort

Neben dem Gebäude selbst gestaltet Ratisbona auch die Außenanlagen konsequent ökologisch. Dabei geht es um erhebliche Flächen. Das Verhältnis von Außenbereich zu Gebäude liegt bei Handelsimmobilien bei rund zwei zu eins. Grundlage bildet das firmeneigene ECO.OUTDOOR-Konzept, für das das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz das Unternehmen im Jahr 2025 mit dem Bayerischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet hat.

Im Mittelpunkt steht dabei das Schwammstadt-Prinzip. Parkflächen und Außenbereiche werden nur minimal versiegelt. Bodenspeicher, Sickermulden und Retentionsflächen nehmen Regenwasser auf, speichern es und geben es zeitverzögert wieder ab. Dadurch wird die Kanalisation entlastet und der Bildung von Hitzeinseln entgegengewirkt. In Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverbänden entstehen strukturreiche Außenanlagen mit Blühflächen, Sandbereichen, Heckenstrukturen sowie Habitat- und Biotopelementen für Insekten, Kleintiere und Reptilien.

Weitere Informationen finden Sie unter: LOOP Markt Haimhausen – RATISBONA (https://ratisbona.com/loop-markt-haimhausen)

Pressekontakt:

presse@dreso.com

Original-Contentvon: Drees&Sommer SE,übermittelt durch news aktuell

Posted by on 21. Mai 2026.

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Categories: Allgemein

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