Vertrieb im Stress: Warum es deutschen Unternehmen schwerfällt, Geld zu verdienen

Hennef, 02.06.2026 – Der Vertrieb gilt als Motor jedes Unternehmens – doch dieser Motor stottert im Alltag gewaltig. Eine aktuelle Untersuchung der Beratung triup GmbH hat im Jahr 2025 die realen Herausforderungen von 530 Vertriebsmitarbeitenden und Führungskräften analysiert. Das Ergebnis der Freitextbefragung zeigt: Trotz Digitalisierung und neuer KI-Tools scheitern Abschlüsse meist an handwerklichen Grundlagen der Kommunikation.
Die Ergebnisse im Detail (Mehrfachnennungen möglich):
* Abwimmelstrategien blockieren den Erfolg: 71 Prozent der Befragten sehen in der Einwandbehandlung und im Umgang mit Widerständen ihr größtes Alltagsproblem. Den Betroffenen fehlen oft die Werkzeuge, um souverän auf Gegenargumente einzugehen.
* Preisdruck statt Kundennutzen: 64 Prozent suchen nach Argumenten, die auf echtem Mehrwert basieren. Häufig fehlen praxisnahe Argumentationshilfen, weshalb Abschlüsse zu oft über Rabatte erzwungen werden.
* Strukturverlust im Gespräch: 58 Prozent der Vertriebsprofis haben Schwierigkeiten mit einer gezielten Gesprächsführung – vom Erstkontakt bis zum verbindlichen Verkaufsabschluss. Viele Gespräche verlaufen zwar positiv, enden aber ergebnislos.
* Hürde Kaltakquise: Aus 54 Prozent der Antworten geht hervor, dass die Vertriebler mit der telefonischen Neukundengewinnung kämpfen. Bereits das Überwinden von Vorzimmern und Telefonzentralen stellt eine massive Barriere dar.
Die Kumulation der Probleme als Kerngefahr
Dass diese Herausforderungen von den Teilnehmenden teils mehrfach genannt wurden, zeigt die eigentliche Brisanz: Die Betroffenen stehen im Alltag selten vor einer isolierten Herausforderung. Vielmehr verknüpfen sich die Defizite zu komplexen Problemfeldern. Wer schon bei der Kaltakquise blockiert wird, dem fehlt im seltenen Kundendialog oft die nötige Struktur und Argumentationsstärke, um Einwände professionell zu entkräften. Im Kundendialog entsteht so eine unüberwindbare Barriere,die den Vertriebserfolg systematisch ausbremst.
Methodik mit Fokus auf den ungefilterten Alltag
Im Gegensatz zu standardisierten Multiple-Choice-Fragebögen setzte triup im Erhebungszeitraum 2025 auf offene, unstrukturierte Freitextantworten. Die 530 Rückmeldungen aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Dieser Ansatz ermöglicht einen unverfälschten Einblick in die Praxis, da die Teilnehmenden ihre Defizite und Lernbedarfe in eigenen Worten schildern konnten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es sich um ein strukturelles Problem in der Vertriebsentwicklung handelt.
Verschärfung durch den Fachkräftemangel
Die mangelnde Unterstützung des Vertriebsschwerpunkts trifft die Wirtschaft in einer kritischen Phase: Qualifizierte Vertriebsprofis verlassen zunehmend den Arbeitsmarkt. Laut dem Fachkräftemonitor NRW der IHKs fehlen allein hier bereits heute rund 290.000 Arbeitskräfte, wobei Vertriebs- und Verkaufsberufe einen der größten Engpässe darstellen.
\“Wenn der Vertrieb das Geld einbringt, die Mitarbeitenden dort aber nicht befähigt werden, steht das Geschäftsmodell zahlreicher Unternehmen auf der Kippe\“, bilanziert Dirk Stöcker, Geschäftsführer der triup GmbH.\“Wer Verkäufer ohne klare innere Haltung, psychologisches Kundenverständnis und souveräne Verkaufsrhetorik in Gespräche schickt, verschenkt nicht nur Abschlusschancen, sondern oft auch Vertrauen, Marge und wertvolle Kundenbeziehungen. Der einzige Gewinner in diesem Szenario ist der Wettbewerb.\“
Die vollständige Studie\“Größte Praxisherausforderungen im Vertrieb 2025\“kann ab sofortüber die Website der triup GmbH angefordert werden.
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