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Urlaub 2020, unverpackt / WWF-Studie zeigt effektive Maßnahmen um Plastikmüll im Hotelbetrieb zu vermeiden

In den aktuellen Reisekatalogen für die Sommersaison
präsentieren sich Urlaubsregionen makellos und kein Plastikbecher verdreckt den
weißen Sandstrand. Die Realität sieht anders aus. 310 Tonnen Plastikmüll werden
weltweit jedes Jahr erzeugt. Jede Minute gelangt eine LKW-Ladung Plastikmüll in
die Weltmeere. Die Tourismusbranche ist gleichzeitig Leittragender und
Verursacher des Müllproblems. Denn mit den Reisenden kommt die Plastikflut.
Während der sommerlichen Hochsaison steigt etwa die Kunststoffmüllbelastung des
Mittelmeeres und seiner Strände um 30 Prozent an. Eine aktuelle Studie des WWF
Deutschland – mit Unterstützung von Wikinger Reisen – zeigt deshalb die zehn
wirkungsvollsten Maßnahmen, mit denen sich die Abfallmengen von Kunststoff im
Hotelbetrieb vermeiden lassen und die Branche einen konkreten Beitrag gegen die
Verschmutzung der Meere leisten kann.

\“Die Tourismusbranche ist abhängig von einer intakten Umwelt und muss auch
etwas dafür tun. Niemand möchte an vermüllten Stränden liegen oder zwischen
Plastiktüten schwimmen. Gerade der Hotelsektor kann mit müllvermeidenden
Maßnahmen dafür sorgen, dass weniger Kunststoffabfall anfällt. Dieser Beitrag
ist umso notwendiger, wenn die kommunalen Abfallsysteme und Infrastrukturen vor
Ort überlastet sind\“, erklärt Martina von Münchhausen, Tourismusexpertin beim
WWF Deutschland.

Die identifizierten Maßnahmen lassen sich von Hotels jeder Nationalität, Größe
und Führung umsetzen. Vermeiden, Wiederverwenden und Recyceln heißt kurz
gefasst die Formel für eine praktikable, umfassende und effektive Strategie zur
Vermeidung von Plastikmüll. Zu den wirksamsten Stellschrauben zählen eine
Abfallinventur aller verbrauchten Einwegprodukte und Verpackungen, das Einsparen
von Einwegverpackungen und Produkten sowohl im Beschaffungsprozess als auch im
Hotelbetrieb, Trinkwasserspender oder Wasseraufbereitung anstelle von
Plastikflaschen, sowie eine Mülltrennung, die ein optimales Recycling im Rahmen
der regionalen Infrastruktur ermöglich. Der WWF appelliert auch dafür, Allianzen
zu suchen. Im Schulterschluss mit gleichgesinnten Hotels, Reiseveranstaltern
und Interessenvertretern in der Region können die kommunale Abfallinfrastruktur
beeinflusst sowie das Angebot der Lieferanten verbessert werden.

Zudem sollten Hoteliers Mitarbeiter und Gäste über die Bemühungen zur
Plastikvermeidung aufklären und einbinden. Denn auch die Erwartungen der
Touristen können Hindernisse darstellen, etwa wenn portionierte Butter oder
Marmelade als besonders hygienisch oder bereitgestellte Shampoofläschchen am
Waschbecken als luxuriös empfunden werden. \“Urlauber sollten sich bewusst
machen, dass sich der Wert einer Reise nicht an den plastikverpackten
Serviceleistungen bemisst. In Erinnerung bleiben eher saubere Strände und
gesunde Meere\“, so von Münchhausen. In eine Sackgasse führe außerdem das
Vorgehen vieler Hotels, Einwegplastik durch Wegwerfprodukte aus anderen
Materialien zu ersetzen. \“Einwegprodukte aus Holz oder Papier haben nicht per se
eine bessere Ökobilanz und verringern nicht das Müllaufkommen. Biokunststoffe
lassen sich im Normalbetrieb nicht immer recyclen, werden in Kompostwerken oft
aussortiert und landen dann in der Verbrennung oder Deponie. Am wirksamsten
sind Vermeidung und Mehrwegalternativen.\“

Viele Zertifizierungsprogramme für nachhaltigen Tourismus lassen das Thema
Plastikvermeidung außen vor bzw. behandeln es zu unspezifisch. Der Bericht
bietet deshalb Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll, die als
Mindestanforderungen in keinem Kriterienkatalog fehlen sollten.

Für einen exemplarischen Praxis-Check befragte der WWF 13 kleine und große
Hotels in Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien. Es stellt sich heraus,
dass der Hotelsektor durchaus zum Handeln bereit ist. Im alltäglichen Betrieb
werden vor allem die Punkte Mülltrennung und Einkauf im Mehrweggebinden bereits
umgesetzt. Zwei der zehn identifizierten Maßnahmen haben in der kleinen
Stichprobe damit den Umsetzungsgrad grün. In anderen Themenfeldern kämpfen die
Hotels noch mit der Umsetzung. Hohe Kosten etwa für Wasseraufbereitungsanlagen,
unzureichende Angebote und fehlende Lieferanten, festgefahrene Gästeerwartungen,
mangelnde Kenntnisse über umweltfreundliche Alternativen und die Lücken im
Abfallmanagement der Urlaubsregion zählen zu den Hindernissen.

Die Lösung liegt im Zusammenspiel: Die Formel \“Reduce – reuse- recycle\“ sollte
nach WWF Empfehlung in der politischen Gesetzgebung genauso zugrunde gelegt
werden wie im täglichen Handeln von Tourismusbetrieben, Lieferanten,
Abfallentsorgern vor Ort, Zertifizierungssystemen und Touristen.

Pressekontakt:
WWF Deutschland
Britta König
Telefon: 040 / 530 200 318
E-Mail: britta.koenig@wwf.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/6638/4458441
OTS: WWF World Wide Fund For Nature

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 4. Dezember 2019.

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Categories: Vermischtes

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