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\“ttt – titel thesen temperamente\“ (NDR) am Sonntag, 14. April 2019, um 23:35 Uhr

Die geplanten Themen:

\“Sieben Schritte in die Diktatur\“ – Neues Buch der Journalistin
Ece Temelkuran über die Türkei Die Journalistin und Juristin Ece
Temelkuran verlor 2011 aufgrund ihrer oppositionellen Haltung und
Kritik an der Regierungspartei ihre Stelle bei einer der großen
türkischen Tageszeitungen – und damit ihre Existenz. Mittlerweile
lebt sie in Zagreb. Ihr neues Buch \“Wenn Dein Land nicht mehr Dein
Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur\“ ist eine brillante
Analyse. Darin warnt sie vor dem Aufstieg von Autokraten und zeigt
Parallelen der Entwicklung in der Türkei zu anderen Ländern auf, in
denen Populisten mehr und mehr Einfluss gewinnen. Der langjährige
\“ttt\“-Autor Halil Gülbeyaz hat die Autorin getroffen, er selbst hat
seine Presseakkreditierung für die Türkei verloren und ist so
ebenfalls Opfer der Einschränkung der Pressefreiheit durch Erdogan
geworden.

Theater gegen das Trauma – 25 Jahre nach dem Genozid in Ruanda Die
Theater-Gründerin Hope Azeda erzählt in ihrer neuen Produktion
\“Generation 25\“ die Geschichte Ruandas vom Genozid bis heute. In
hundert Tagen wurden 800.000 Menschen ermordet, auch Hope Azeda hat
damals Angehörige in dem Massaker verloren. Noch bis zum Juli ist in
Ruanda Staatstrauer im Gedenken an das unfassbare Blutvergießen, das
das Land vor 25 Jahren erschütterte. In dem aktuellen und sehr
bewegenden Stück der Theatermacherin geht es darum, wie junge
Ruanderinnen und Ruander mit ihrer Geschichte umgehen und nach vorne
blicken, mit Hilfe von Gesang, Tanz und Sprache.

Andauerndes Unrecht – Wie die Erben von Max Emden noch immer um
seine Kunstschätze kämpfen Es war ein privilegiertes Leben, ein Leben
in Luxus, aber auch ein großzügiges Stifterleben, das der jüdische
Kaufmann Max Emden führte. Er besaß zahlreiche Immobilien und
Kaufhäuser, wie das KaDeWe in Berlin oder Oberpollinger in München.
Er trug eine stattliche Kunstsammlung zusammen und stiftete der
Freien und Hansestadt Hamburg den ersten Golfclub und Poloclub – bis
die Nationalsozialisten ihn nach und nach enteigneten und zu
Notverkäufen aus seiner Kunstsammlung zwangen. Zwei Bilder daraus
befinden sich heute im Besitz der Bundesrepublik. Erst kürzlich hat
die beratende Kommission der Bundesregierung die Rückgabe empfohlen –
über zwanzig Jahre nach Unterzeichnung der Washingtoner Erklärung und
nach langem Kampf der Erben. Eigentlich ein Skandal! Jetzt zeichnet
ein Dokumentarfilm den Fall Emden auf: \“Auch Leben ist eine Kunst\“
(Filmstart 25. April). \“ttt\“ über ein andauerndes Unrecht.

Thriller um einen deutschen Justizskandal – \“Der Fall Collini\“
nach Ferdinand von Schirach im Kino Ein Italiener erschießt einen
deutschen Großindustriellen. Vor Gericht schweigt der Täter, aber
sein Anwalt kann die Geschichte rekonstruieren: Der Vater des
Italieners wurde 1944 von einem deutschen SS-Kommando erschossen.
Seine Klage kam 1969 nicht vor Gericht, da die Tat verjährt sei, so
die Begründung. \“Der Fall Collini\“ ist ein Gerichtsthriller nach
Ferdinand von Schirach mit einem großartigen Cast (Elyas M\’\’\’\’Barek,
Franco Nero) und einem bitteren Hintergrund. 1968 wurde das
sogenannte Dreher-Gesetz vom Deutschen Bundestag beschlossen. Eduard
Dreher, zur Nazizeit als Staatsanwalt tätig, hatte als hoher
Ministerialbeamter ein Gesetz verfasst, das zahlreiche
Kriegsverbrechen als Totschlag und nicht als Mord bewertete – wodurch
viele Taten von Nazi-Tätern auf einmal als verjährt galten und
straffrei blieben. Ein Justizskandal, der Pate für die Verfilmung
dieser Geschichte stand (Filmstart 18. April.).

Makellos, schön und digital – Wie ein Kunstwesen den Supermodels
Konkurrenz macht Sie ist makellos und schön. Große Modehäuser werben
mit ihrem Gesicht. Dabei erledigt sie mehrere Jobs gleichzeitig, ist
nie müde oder krank. Optimale Voraussetzungen für einen Knochenjob
also. Doch Shudu ist nicht echt, sondern das erste künstliche
Fotomodel der Welt – hochglanz, ganz und gar erschaffen am Computer.
Eine Revolution in der Modeindustrie und vielleicht die Zukunft der
Modebranche, in der ohnehin schon getrickst, nachbearbeitet und immer
mehr geschönt wird. Und doch regt sich Widerstand: zu perfekt, zu
wenig ausdrucksfähig, zu glatt wirke das Kunstwesen. ttt über die
Auswüchse eines Trends, der das Ende der Supermodel-Kultur einläutet.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

Moderation: Max Moor

Pressekontakt:
Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen,
Thorsten Mack

Pressekontakt:
Agnes Toellner,
Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876,
E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 11. April 2019.

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Categories: Kunst & Kultur

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