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Trusted Shops Abmahnstudie 2017 stützt DIHK-Kritik: Abmahnvereine werden zum Problem für Online-Händler (FOTO)

Mehr als jeder zweite Online-Händler ist in den vergangenen zwölf
Monaten mindestens einmal abgemahnt worden – so ein Ergebnis der
Studie „Abmahnungen im Online-Handel“ von Trusted Shops. Damit stieg
die Quote der Abmahnopfer in den vergangenen zwei Jahren jeweils um
durchschnittlich vier Prozent. Die finanziellen Belastungen daraus
zwingen Shop-Betreiber zunehmend in die Knie. Die Umfrageergebnisse
bekräftigen die Kritik des Deutschen Industrie- und Handelskammertag
(DIHK) an der gängigen Praxis der Abmahnvereine. Erst im Sommer
beklagte DIHK-Chefjustiziar Wernicke den zunehmenden
Abmahnmissbrauch.

Jeder zweite Online-Händler sieht Existenz bedroht

Die Ergebnisse der Abmahnstudie von Trusted Shops liegen nun das
sechste Mal in Folge vor. Das Meinungs- und Stimmungsbild unter den
Online-Händlern hat sich in den letzten zwölf Monaten nochmals
verschlechtert. Grund hierfür sind steigende Abmahnungsfälle: 680 der
1.530 Online-Händler traf es in den vergangenen zwölf Monaten, ein
Zuwachs von 4 Prozent im Vergleich zum Umfrageergebnis des Vorjahres.
Im Schnitt werden pro Abmahnung 1.300 Euro fällig – theoretisch: Bei
den Befragten der diesjährigen Umfrage summierten sich die
geforderten Kosten allerdings auf durchschnittlich 4.700 Euro. Das
liegt daran, dass etliche Umfrageteilnehmer schon ein zweites Mal
oder häufiger betroffen waren und zusätzlich Vertragsstrafen zahlen
mussten. Die im Wiederholungsfall fälligen Vertragsstrafen fallen
deutlich höher aus und summieren sich auf bis zu 9.000 Euro. Vor
diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass 51 Prozent der
diesjährigen Befragten die gegenwärtige Abmahnpraxis als akut
existenzgefährdend einstufen.

Abmahnvereine am Pranger: Studie untermauert DIHK-Kritik

Der Unmut richtet sich aber weniger gegen das Instrument der
Abmahnung an sich. Im Fokus stehen vielmehr bestimmte Abmahnvereine:
„Die gängige Praxis einiger Abmahnvereine dient weniger dem fairen
Wettbewerb als vielmehr wirtschaftlichen Eigeninteressen“, so Dr.
Carsten Föhlisch, Leiter der Rechtsabteilung von Trusted Shops. „Den
abgemahnten Online-Händlern fehlt meist jeglicher Vorsatz. Es werden
bewusst einfachste Fehler abgemahnt, die für den Wettbewerb nicht
relevant sind, aber im Tagesgeschäft immer wieder passieren können.
Es geht ganz klar darum, mit Vertragsstrafen bei künftigen Verstößen
Geld zu verdienen.“

Zwar mahnen Mitbewerber laut Trusted Shops Abmahnstudie insgesamt
am häufigsten ab (in 51 Prozent der Fälle), aber sämtliche
nachfolgende Plätze im „Abmahn-Ranking“ belegen Abmahnvereine. Ein
einzelner Verein hat 22 Prozent aller Abmahnungen ausgesprochen, was
innerhalb der Vereine sogar 59 Prozent entspricht. Die Ergebnisse
untermauern die Forderung des DIHK an den Gesetzgeber, den
Abmahnmissbrauch einzudämmen.

Achillesferse „Widerrufsrecht“

Ein Blick auf die häufigsten Abmahngründe zeigt, dass das
Widerrufsrecht bei vielen Online-Händlern eine offene Flanke
darstellt: Fast ein Viertel (23 Prozent) aller Abmahnungen hatten
Verstöße gegen das Widerrufsrecht zum Anlass – ein Plus von 6 Prozent
im Vergleich zu den Trusted Shops-Ergebnissen des Vorjahres. Dabei
sind es meist Details, die beanstandet werden: Vielfach sind die
Widerrufsbelehrungen unvollständig oder veraltet, eine Telefonnummer
fehlt oder ist nur kostenpflichtig erreichbar, ein
Muster-Widerrufsformular ist nicht vorhanden oder fehlerhaft.

„Dies zeigt, dass die Komplexität der Vorschriften im
Online-Handel trotz Musterformulierungen des Gesetzgebers immer noch
zu hoch ist. Es ist angebracht, insbesondere die zahlreichen
Informationspflichten auf den Prüfstand zu stellen“, so Föhlisch
weiter. Auch die Internethändler sehen in erster Linie den
Gesetzgeber in der Pflicht, gegen den Abmahnmissbrauch vorzugehen. So
führt die Forderung nach vereinfachten Gesetzen die Liste an (14
Prozent). Auch die Anwaltskosten für Abmahnungen sollten nach Ansicht
der Händler gesetzlich limitiert werden (13 Prozent). Gleich viele
appellieren an die Gerichte, missbräuchliche Abmahnungen häufiger
zurückzuweisen. Details zur Trusted Shops-Umfrage:

– Durchführungszeitraum: 8. September bis 17. Oktober 2017
– Teilnehmer: 1.530 Befragte (Online-Händler)
– Methode: Online-Befragung

Über Trusted Shops

Trusted Shops ist Europas Vertrauensmarke im E-Commerce. Das
Kölner Unternehmen stellt mit dem Gütesiegel inklusive Käuferschutz,
dem Kundenbewertungssystem und dem Abmahnschutz ein
„Rundum-sicher-Paket“ bereit: Anhand von strengen Einzelkriterien wie
Preistransparenz, Kundenservice und Datenschutz überprüft Trusted
Shops seine Mitglieder und vergibt sein begehrtes Gütesiegel. Mit
dem Käuferschutz, den jeder zertifizierte Online-Shop bietet, sind
Verbraucher etwa bei Nichtlieferung von Waren abgesichert. Darüber
hinaus sorgt das Kundenbewertungssystem für nachhaltiges Vertrauen
bei Händlern und bei Käufern. Das Trusted Shops Projekt „Locatrust“
verhilft lokalen Händlern zu echten Bewertungen ihrer Kunden. Damit
bietet Trusted Shops lokalen Händlern die Möglichkeit, mehr
Sichtbarkeit für ihr Geschäft und ihr Sortiment im Netz zu schaffen,
um den Local Commerce zu stärken. Das Projekt wird im Rahmen des
Strukturfonds EFRE (Europäische Fonds für Regionale Entwicklung) von
der Europäischen Union gefördert. Weitere Informationen:
http://www.trustedshops.de

Pressekontakt:

Trusted Shops GmbH
Mustafa Uçar
Colonius Carré
Subbelrather Str. 15c
50823 Köln
Tel.: 0221 – 775 367 531
E-Mail: mustafa.ucar@trustedshops.de

achtung! GmbH
Rene Weber
Straßenbahnring 3
20251 Hamburg
Tel.: 040 – 450 210 614
E-Mail: rene.weber@achtung.de

Original-Content von: Trusted Shops GmbH, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 23. November 2017.

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Categories: Handel, Internet

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