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Tour de Handwerk 2026

 

Die Handwerkskammer Freiburg hatte zu einer„Tour de Handwerk“ zum Thema „Ausbildung“ geladen und zwölf Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus ganz Südbaden folgten der Einladung in die Gewerbe Akademie in Freiburg-Landwasser. Neben der Besichtigung zweier Ausbildungswerkstätten der Gewerke Sanitär Heizung Klima und Zahntechnik stand ein Rundgang durch das entstehende Azubi-Wohnheim „WIR:SÜD“ der Freiburger Stadtbau sowie ein moderierter Austausch zu den Themen „Nachfolge im Handwerk“, „Fachkräfte aus dem Ausland“ sowie „Berufliche Bildung gestern, heute und morgen“ auf dem Programm.  

Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, freute sich sehr über die zahlreichen politischen Mandatsträger, insbesondere aus dem neu konstituierten baden-württembergischen Landtag: „Wir können Ihnen hier vor Ort demonstrieren, dass die im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Maßnahmen zur Förderung des Handwerks, absolut sinnvoll sind.“ Mit Weiterführung der Initiative „Horizont Handwerk“, der Verdopplung der Meisterprämie auf 3.000 Euro und den vorgesehenen Investitionen von 30 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für die berufliche Bildung im Handwerk wurden zentrale Anliegen dieses wichtigen Wirtschaftszweigs aufgegriffen.

Stärkere Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung

Die Handwerkskammer ist Trägerin der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) in mehreren handwerklichen Gewerken. Diese ergänzt die schulische und die betriebliche Ausbildung um Grundlagenkenntnisse. „Für die dafür notwendige Infrastruktur haben wir schon vor Jahren einen Reformprozess angestoßen, der die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt abbildet“, so Annette Rebmann-Schmelzer, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Freiburg. „Um unser hohes Ausbildungsniveau zu halten, dürfen wir nicht stehenbleiben, sondern müssen uns weiterentwickeln.“

So entwickeln Expertinnen und Experten aus Forschung und Ausbildung im Projekt„learn.SHK“ am Beispiel des Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerks neue Lernformen sowie Kooperations- und Vernetzungsmöglichkeiten in der Ausbildung zwischen Berufsschulen, betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildern.

Ebenso setzt das Projekt„Dental Digital 4.0“ auf Innovation und entwickelt digitale Lernmedien, um die Ausbildung zur/zum Zahntechniker/in zeitgemäßer zu gestalten. Aufgrund der starken Zunahme von digitalisierten Fertigungsprozessen ist das Zahntechniker-Handwerk Vorreiter innerhalb des Handwerks im Bereich „Digitalisierung“.

Bildungsstandorte und Azubi-Wohnen im Fokus

Auch die Gewerbe Akademie selbst war Thema der„Tour de Handwerk“. Die überbetrieblichen Ausbildungsstätten müssen regelmäßig saniert und modernisiert werden: „Nur so kann eine hochwertige Ausbildung gewährleistet werden“, so Burger, „und ohne Fördermittel von Bund und Land ist das nicht möglich.Unsere Mitgliedsbetriebe müssen trotzdem einen finanziellen Beitrag leisten.“ Angesichts der demographischen Entwicklung und weniger Azubis im Handwerk gelte im Rahmen der beruflichen Bildung die Maxime ‚Konzentration und Kooperation‘.“ Jede Handwerkskammer in Deutschland müsse ihre Bildungsinfrastruktur kritisch hinterfragen. In Baden-Württemberg wurde dazu jüngst eine Strukturanalyse in Auftrag gegeben.

Werdenüberbetriebliche Ausbildungsgänge künftig landesweit stärker gebündelt, braucht es für Auszubildende bezahlbare und verlässliche Wohnmöglichkeiten in der Nähe der Bildungsstätten. Ein Beispiel dafür lernten die Politikerinnen und Politiker in direkter Nachbarschaft der Gewerbe Akademie kennen: Das im Bau befindliche Azubi-Wohnheim der Freiburger Stadtbau.

Beim moderierten Austausch am Ende des Besuchs wurde klar, wo noch weitere Herausforderungen fürs südbadische Handwerk bestehen. Viele Handwerksbetriebe in Südbaden sind auf der Suche nach Übernehmern. Mit dem vom Land geförderten Projekt „Next Generation Handwerk“ setzen die Kammern alles daran, junge Handwerkerinnern und Handwerker für eine Betriebsübernahmezu begeistern. An die Politikerinnen und Politiker wurde die Bitte gerichtet, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen: „Insbesondere bei der überbordenden Bürokratie sowie den langwierigen Aufenthalts- und Anerkennungsverfahren bei ausländischen Fachkräften und Azubis muss dringend angesetzt werden“, forderte Burger.

Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6.500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als10 Milliarden Euro.

Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Be­ra­tungs- und Bil­dungs­zent­ren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung,Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und – übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.

Posted by on 7. Juli 2026.

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Categories: Allgemein

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