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TÜV-Report: Die zehn häufigsten Mängel bei der Hauptuntersuchung

 

Sachverständige beanstanden vor allem mangelhafte Scheinwerfer, Bremsbauteile, Federn und Reifen. Der TÜV-Verband gibt Hinweise, wie sich Fahrzeughalter auf den HU-Termin vorbereiten können – Gewinn für die Sicherheit und den eigenen Geldbeutel.

Ausgefallenes Abblendlicht, verschlissene Bremsscheiben oder gebrochene Federn: Das sind einige der häufigsten Mängel, die von den TÜV-Sachverständigen bei der Hauptuntersuchung (HU) beanstandet werden. Eine aktuelle Sonderauswertung des\“TÜV-Report 2026\“zeigt, wo die Schwachstellen vieler Pkw liegen und was Fahrzeughalter tun können, um möglichst gut durch den HU-Termin zu kommen. Dafür hat der TÜV-Verband rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen der TÜV-Organisationen vertieft ausgewertet.\“Fahrzeughalter sollten sich vor der Hauptuntersuchung einen Eindruck vom Zustand ihres Fahrzeugs verschaffen\“, sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband.\“Jeälter das Fahrzeug ist und je mehr Bauteile auffällig sind, desto sinnvoller ist ein professioneller Checkup in einer Fachwerkstatt.\“In der Sonderauswertung werden\“erhebliche\“und\“gefährliche Mängel\“betrachtet. Fahrzeuge mit entsprechenden Mängeln erhalten keine Plakette, müssen umgehend repariert und innerhalb von vier Wochen erneut bei der Prüfstelle vorgeführt werden. Das war im Berichtszeitraum des TÜV-Reports 2026 bei 21,5 Prozent der untersuchten Fahrzeuge der Fall. Der TÜV-Verband gibt Tipps, welche Mängel am häufigsten auftreten und wie sich Pkw-Halter auf die HU vorbereiten können.

Top-Mangel bei der HU: die Scheinwerfer

Die mit Abstand meisten Mängel betreffen das Abblendlicht.\“Häufig funktionieren Scheinwerfer gar nicht oder sie sind falsch eingestellt\“, sagt Schneider. Die Folge: Fahrzeuge werden im Straßenverkehr in kritischen Situationen übersehen oder zu spät erkannt. Oder es werden andere Verkehrsteilnehmer gefährlich geblendet. Schneider:\“Sehen und gesehen werden ist ein wichtiger Faktor für die Verkehrssicherheit, der häufig unterschätzt wird.\“

Tipp: Alle Leuchten vor der HU prüfen. Bei vielen Herstellern und Modellen werden defekte Leuchtmittel im Armaturenbrett angezeigt. Ein Gang um das Auto identifiziert schnell den Fehler, dabei auch die Kennzeichenbeleuchtung beachten. Die Leuchtmittel des Abblendlichts können bei vielen Modellen auch heute noch selbst gewechselt werden. Das erfordert etwas handwerkliches Geschick und eine Durchsicht der Bedienungsanleitung (\“Bordbuch\“). Hier ist auch die Bezeichnung des richtigen Leuchtmittels angegeben. Technikversierte können die Scheinwerfer auch selbst einstellen, was aber aufwendig ist. Für die Nicht-Bastler ist ein Werkstattbesuch zu empfehlen, was je nach Modell zwischen 10 und 50 Euro kostet. Prüforganisationen und viele Werkstätten bieten diesen Service im Herbst im Rahmen der\“Aktion Lichttest\“kostenlos an.

Zentral für die Sicherheit: die Bremsanlage

Die weiteren drei häufigsten Mängel betreffen die Bremsanlage.\“Verschlissene, riefige oder stark korrodierte Bremsscheiben sind häufig der Grund für einen erheblichen Mangel bei der HU\“, sagt Schneider. Technischer\“Gegenpol\“der Scheiben sind die Bremsbeläge. Diese können unter anderem gebrochen, lose oder verölt sein. Auch eine unsachgemäße Montage oder eine falsche Größe führen zum Nichtbestehen. Besonders gefährlich sind undichte, beschädigte oder stark korrodierte Bremsleitungen.\“Bei einem Verlust von Bremsflüssigkeit lässt der Druck im Bremssystem nach, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremsen führen kann\“, sagt Schneider.

Tipp: Bremsscheiben und Bremsbeläge sind bei vielen Modellen, vor allem mit offenen Alufelgen, von außen sichtbar. Eine abschließende Beurteilung des Zustands ist aber nur bei einer Fachwerkstatt möglich. Daher sollten Halter die Bremsen bei Service-Terminen checken lassen. Wichtig: Warnzeichen wie Geräusche, Ruckeln oder Seitenzug beim Bremsen ernst nehmen. Bei längerer Standzeit und hoher Feuchtigkeit können die Bremsscheiben\“Flugrost\“ansetzen – das ist völlig normal. Der Flugrost kann einfach durch regelmäßiges kräftiges Bremsen entfernt werden.

Unterschätzte Schwachstelle: Federn und Dämpfer

Auf Platz fünf der Mängelliste liegen gebrochene, verschlissene oder falsch montierte Federn. Sie sorgen für Stabilität und Komfort beim Fahren. Technisch eng verknüpft mit den Federn sind die Schwingungsdämpfer. Ihre Funktion besteht darin, die Schwingungen der Federn zu kontrollieren und zureduzieren. Sie können beschädigt, korrodiert oder undicht sein, was zu austretendem Öl führt.\“Defekte Federn und Dämpfer sind gefährlich, weil sie die Fahrstabilität beeinträchtigen. In Kurven kann das Fahrzeug schlechter kontrolliert werden und der Bremsweg verlängert sich um bis zu 20 Prozent\“, sagt Schneider.\“Worstcase ist ein Federbruch während der Fahrt, der das Fahrzeug sofort manövrierunfähig macht.\“

Tipp: Vibrationen am Lenkrad, unpräzises Fahrverhalten oder ein starkes Absenken des Fahrzeugs beim Bremsen sind Indizien für akute Mängel an Federn und Dämpfern. Auch deutliche Ölspuren an den Dämpfern oder vorzeitig abgenutzte Reifen deuten auf Probleme bei diesen Bauteilen hin. Ein Werkstattbesuch ist dann Pflicht.

Im Blick behalten: die Reifen

Ein häufiger Kritikpunkt bei der HU sind die Reifen (Platz sechs).\“Bei Reifen gibt es eine lange Mängelliste\“, sagt Schneider.\“Dazu gehören Beulen, Alterungsrisse, Beschädigungen durch Fremdkörper oder eine zu geringe Profiltiefe.\“Nicht selten fahren Fahrzeugbesitzer auch mit unzulässigen Reifengrößen oder einer Mischbereifung vor.

Tipp: Profiltiefe vor dem HU-Termin prüfen. Die TÜV-Sachverständigen empfehlen mindestens 4 Millimeter, obwohl gesetzlich nur 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind. Das Reifengummi wird mit der Zeit spröde und verliert an Elastizität. Reifen sollten deshalb spätestens nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden.

Die zehn häufigsten Mängel bei der HU mit Rang, Bauteil und Mängeldetails (Auswahl) in der Übersicht:

1. Abblendlicht: ohne Funktion, (LED-)Lichtquelle mangelhaft oder unzulässig, Mehrfach-/LED-Lichtquellen mehr als 1/3 ohne Funktion, unzulässig verdeckt, Einstellung (wesentlich) zu hoch oder zu niedrig, Leuchtwirkung zu gering, Einstellung zu weit nach links oder rechts

2. Bremsscheibe: Tragbild mangelhaft, mit Riefenbildung, korrosionsgeschwächt, angerissen, hat Seitenschlag, verschlissen, verölt, Abschirmblech fehlt / erheblich beschädigt

3. Bremsbelag: unsachgemäß montiert, gebrochen, Größe falsch, verschlissen, lose, verölt

4. Bremsleitung: unsachgemäß repariert, Druckluftbremsanlage undicht, Befestigung mangelhaft, beschädigt, undicht, korrosionsgeschwächt oder korrodiert, gequetscht, unsachgemäß verlegt

5. Feder: Gebrochen,übermäßiger Verschleiß, unzulässig verändert oder montiert, Vorspannung unzureichend

6. Reifen: beschädigt, Alterungsrisse, Riss- / Schnittverletzung, Gewebebruch / Ausbeulung, drucklos, Freigängigkeit nicht ausreichend, beschädigt durch Nagel, Schraube oder andere Fremdkörper, Größe unzulässig, Profiltiefe zu gering, einseitig abgefahren, Mischbereifung unzulässig

7. Fahrtrichtungsanzeiger: Feuchtigkeitseintritt, (LED-)Lichtquelle mangelhaft, Mehrfach-/LED-Lichtquellen mehr als 1/3 ohne Funktion, Befestigung mangelhaft, FRA ohne Funktion/ fehlt/ beschädigt, Farbe unzulässig, verblasst, Farbbeschichtung der Lichtquelle abgelöst, Massefehler

8. Umweltbelastung Motor: undicht -Ölverlust mit Abtropfen

9. Schweller: unsachgemäß repariert, beschädigt, korrosionsgeschwächt, durchgerostet

10. Schwingungsdämpfer: Anschlaggummi / Zusatzfeder beschädigt oder fehlt, Befestigung mangelhaft, undicht, Lagerung ausgeschlagen, Wirkung unzureichend oder stark ungleich, Kolbenstange korrosionsgeschwächt

Weitere Informationen sind in der aktuellen Ausgabe (06/2026) der AutoBild (http://www.autobild.de) nachzulesen.

Methodik-Hinweis: Herausgeber des TÜV-Reports 2026 ist der TÜV-Verband, der den Gebrauchtwagenreport gemeinsam mit der AutoBild produziert und publiziert. Für den TÜV-Report 2026 hat die Redaktion 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen von Pkw ausgewertet, die von den TÜV-Prüfstellen in der Zeit vom 01.07.2024 bis 30.06.2025 durchgeführt wurden. Untersucht wurden 216 verschiedene Fahrzeugtypen, darunter 18 reine Elektrofahrzeuge.

Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.

Pressekontakt:

Maurice Shahd
Pressesprecher
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-320, presse@tuev-verband.de
www.tuev-verband.de | www.linkedin.com/company/tuevverband

Original-Content von: TÜV-Verband e. V., übermittelt durch news aktuell

Posted by on 9. Februar 2026.

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Categories: Allgemein

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