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Steigende Pflegekosten durch Leiharbeit \“Report Mainz\“: Alterswissenschaftlerin befürchtet höhere Eigenanteile für Pflegebedürftige / 28.5.2019, 21:45 Uhr im Ersten / Moderation: Fritz Frey

Die Alterswissenschaftlerin Professor Tanja
Segmüller von der Hochschule für Gesundheit in Bochum rechnet mit
steigenden Kosten für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen
durch Leiharbeit in der Pflege. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin
\“Report Mainz\“ sagte sie, dass durch vermehrten Einsatz von
Zeitarbeitern in Heimen \“der Eigenanteil massiv steigen\“ werde.
Hintergrund ihrer Aussagen ist eine Umfrage des größten
Lobbyverbandes privater Einrichtungen, dem \“Bundesverband privater
Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)\“. Dieser hatte festgestellt,
dass 45 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden 700
Mitgliedsunternehmen Leiharbeitnehmer beschäftigen. Es entstünden
zusätzliche Kosten von bis zu 89 Prozent durch den Einsatz von
Leiharbeitern.

Pflegeeinrichtungen, die diese zusätzlichen Kosten bezahlen
müssen, bekommen von der Pflegeversicherung für jeden Kunden aber nur
einen festen Betrag entsprechend dem jeweiligen Pflegegrad des
betroffenen Menschen. Die Zusatzkosten für Leiharbeiter würden daher
an die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen weitergegeben. Diese
müssen die steigenden finanziellen Eigenanteile in der Pflege selbst
finanzieren oder Hilfe zur Pflege beantragen.

\“Report Mainz\“-Recherchen haben weiter ergeben, dass es für viele
Pflegefachkräfte derzeit eine große Motivation gibt, in die
Zeitarbeit zu wechseln. Sie verdienen vielfach mehr Geld als
festangestellte Heimmitarbeiter und haben bessere Arbeitsbedingungen.
Leiharbeitskräfte berichteten im Interview mit dem
ARD-Politikmagazin, dass sie Dienstpläne selbst mitbestimmen könnten
und \“nicht mehr einspringen\“ müssten, \“auch wenn jemand krank\“ sei.
Außerdem könne \“man Urlaub nehmen, wann man will\“.

Diese Arbeitsbedingungen würden die Zeitarbeit derzeit sehr
attraktiv machen, im Gegensatz zu einer Festanstellung im Heim: \“In
der Pflege ist es eher so, dass die Festanstellung häufig unattraktiv
ist, weil da eben keine Gehaltsverbesserungen sind, keine
Anreizsysteme sich fortzubilden, kein Gesundheitsschutz und all diese
Dinge. Und dass eben durch Zeitarbeit ein für mich passendes
Arbeitsgeschehen entwickelt werden kann\“, sagte Tanja Segmüller im
Interview mit \“Report Mainz\“.

2018 betrug der Anteil der Leiharbeiter in der Altenpflege rund
zwei Prozent. Durch attraktivere Arbeitsbedingungen und bessere
Bezahlung der Pflegekräfte zieht es nach \“Report Mainz\“-Recherchen
aber immer mehr Pflegekräfte in die Leiharbeit. Hohe Wechselprämien
im vierstelligen Bereich für Werber und geworbene Pfleger könnten
diesen Trend verstärken.

Zitate gegen Quellenangabe \“Report Mainz\“ frei.

Bei Rückfragen rufen Sie bitte in der Redaktion \“Report Mainz\“ an:
06131 929-33351 oder -33352.

http://x.swr.de/s/100c

Original-Content von: SWR – Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 28. Mai 2019.

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Categories: Vermischtes

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