Ärztinnen am Limit: Psychotherapeutin Beate Krasberg zeigt Wege aus dem Dauerstress

Studien belegen strukturelleÜberlastung
Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen überdurchschnittlich häufig unter Stress, Erschöpfung und Schlafproblemen leiden. Burnout wird dabei als Folge anhaltender Überlastung beschrieben und geht häufig mit emotionaler Erschöpfung, innerer Distanz und reduzierter Leistungsfähigkeit einher. Studien verweisen zudem auf strukturelle Faktoren wie Arbeitsverdichtung, Personalmangel und hohe Verantwortung. Besonders Frauen berichten von einem Spannungsfeld zwischen beruflichen Anforderungen, gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Bedürfnissen.
Der Preis des ständigen Funktionierens
Die Auswirkungen zeigen sich oft schleichend und werden langeübergangen. Für viele endet die Belastung nicht mit dem Arbeitstag: Gedanken kreisen weiter, Erholung bleibt aus, der Schlaf wird unruhig. Körperliche Symptome wie Anspannung oder Erschöpfung können hinzukommen. Gleichzeitig entsteht häufig eine innere Distanz – zu sich selbst, aber auch zum Umfeld. Was nach außen als Stabilität erscheint, ist innerlich oft ein Zustand dauerhafter Anspannung.
Beobachtungen aus der Praxis zeigen ein wiederkehrendes Muster: VieleÄrztinnen funktionieren über lange Zeit – im Dienst, für Patientinnen und Patienten, im Team und im privaten Umfeld. Eigene Grenzen werden erst dann wahrgenommen, wenn die Belastung bereits deutlich spürbar ist.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt,über den im Gesundheitswesen noch immer zu wenig gesprochen wird: der emotionale Schmerz. Viele Ärztinnen erleben täglich menschliches Leid, schwierige Diagnosen, Verluste oder Situationen, in denen sie Entscheidungen unter hohem Zeitdruck treffen müssen. Solche Erfahrungen können lange nachwirken. Der Schmerz zeigt sich nicht immer offen, sondern oft in Form von innerer Unruhe, Selbstzweifeln, Erschöpfung oder dem Gefühl, nur noch zu funktionieren.
Beate Krasberg: Ansatz und Haltung
Krasbergs Ansatz setzt bewusst nicht bei kurzfristiger Optimierung an, sondern bei einem grundlegenden Perspektivwechsel: weg vom reinen Funktionieren hin zu mehr Selbstwahrnehmung, innerer Klarheit und bewusster Selbstführung.
\“VieleÄrztinnen funktionieren über Jahre hinweg – und verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst. Der entscheidende Schritt ist, diesen Zustand überhaupt wahrzunehmen und ernst zu nehmen\“, sagt Krasberg.
Mit ihrem Programm\“Raus aus dem Funktionieren – Mentale Stabilität für Ärztinnen\“schafft sie einen geschützten Rahmen, in dem Betroffene innehalten können. Ziel ist es, nicht nur Symptome zu reduzieren, sondern ein tieferes Verständnis für die eigenen Belastungsmuster zu entwickeln.
Für Krasberg ist Schmerz dabei nicht ausschließlich etwas, das vermieden werden muss. Vielmehr kann er ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass persönliche Grenzen überschritten wurden oder zentrale Bedürfnisse über längere Zeit unbeachtet geblieben sind.
Erweitertes Programm: Beziehung, Intimität und Selbstfürsorge
Ergänzend dazu hat Krasberg ihr Angebot erweitert. In einem neuen Programm rücken Themen in den Fokus, die im beruflichen Kontext häufig wenig Raum finden: Beziehung, Intimität und Selbstfürsorge. Dabei geht es nicht ausschließlich um private Lebensbereiche, sondern um grundlegende Fragen des Selbstbezugs.
Wie gestalte ich Nähe und Abgrenzung? Wo orientiere ich mich stärker an äußeren Erwartungen als an meinen eigenen Bedürfnissen? Wie kann ich wieder Zugang zu meinen Gefühlen finden? Diese Fragen stehen im Zentrum der Arbeit. Häufig berichten Teilnehmerinnen von anhaltendem Grübeln, innerer Unruhe oder Schwierigkeiten, auch außerhalb der Arbeit abzuschalten.
Krise als Wendepunkt
Innere Unruhe, Schlafprobleme oder Gereiztheit werden im Ansatz nicht als Schwäche interpretiert, sondern als wichtige Signale. Sie weisen darauf hin, dass persönliche Belastungsgrenzen erreicht sind und Veränderung notwendig wird. Auch einzelne Erfahrungen – etwa schwierige Gespräche, Verluste oder belastende Entscheidungen – können als Auslöser wirken.
Gerade emotionaler Schmerz, Schuldgefühle oder Selbstzweifel werden häufig verdrängt, obwohl sie wichtige Hinweise auf innere Konflikte und Überlastung geben können. Werden diese Signale ernst genommen, können sie zum Ausgangspunkt für Entwicklung und Veränderung werden.
Diese Momente gelten als mögliche Wendepunkte. Statt sie zu verdrängen, werden sie als Ausgangspunkt für Entwicklung genutzt – hin zu einer bewussteren und stabileren inneren Ausrichtung.
Raum für Reflexion und Selbstwahrnehmung
Im Zentrum der Arbeit steht ein geschützter Raum, in dem Teilnehmerinnen zur Ruhe kommen und sich selbst wieder wahrnehmen können. Es geht darum, den Kontakt zu eigenen Gefühlen zu stärken, das Nervensystem zu regulieren und neue innere Orientierung zu entwickeln.
Dabei wird bewusst ein Gegenpol zum oft leistungsorientierten Alltag geschaffen: ein Raum, in dem nicht bewertet wird und in dem es nicht darum geht, zu funktionieren oder Erwartungen zu erfüllen.
Was sich verändern kann
Aus der Arbeit heraus ergeben sich laut Krasberg typische Entwicklungsschritte. Viele Teilnehmerinnen berichten von mehr innerer Ruhe, verbessertem Schlaf und einer spürbaren Entlastung im Umgang mit belastenden Gedanken. Das sogenannte Gedankenkarussell wird leiser, Entscheidungen fallen klarer, und der Umgang mit beruflichen Anforderungen verändert sich.
Auch die Fähigkeit zur Abgrenzung nimmt zu. Eigene Bedürfnisse werden früher wahrgenommen und können bewusster berücksichtigt werden – ohne dass dabei Schuldgefühle im Vordergrund stehen.
Praxisnahe Methoden für den Alltag
Krasbergs Ansatz verbindet psychotherapeutische Erfahrung mit alltagstauglichen Methoden. Dazu gehören Atemübungen zur Beruhigung des Nervensystems, imaginative Verfahren zur inneren Klärung sowie gezielte Übungen zur Selbstregulation.
Ergänzt wird dies durch strukturierte Reflexionsprozesse und Begegnungsräume, in denen Erfahrungen eingeordnet und neue Perspektiven entwickelt werden können. Ziel ist es, die erarbeiteten Impulse nachhaltig in den Alltag zu integrieren.
Wenn Helfende selbst an ihre Grenzen geraten
Wie tief die psychische Belastung im medizinischen Alltag reichen kann, zeigt auch das vielfach ausgezeichnete Krankenhausdrama\“Nachbeben\“(Originaltitel: Second Victims). Der Film erzählt die Geschichte einer erfahrenen Ärztin, deren Leben nach einem möglichen Diagnosefehler aus dem Gleichgewicht gerät. Im Mittelpunkt steht nicht nur das Schicksal eines Patienten, sondern auch die seelische Not der behandelnden Ärztin. Schuldgefühle, Selbstzweifel und die Angst, versagt zu haben, entwickeln sich zu einem emotionalen Schmerz, der ihr gesamtes Leben erschüttert.
Der Film macht sichtbar, was vieleÄrztinnen aus ihrem Berufsalltag kennen: die enorme Verantwortung für andere Menschen und die oft unsichtbaren seelischen Folgen belastender Erfahrungen. Damit greift\“Nachbeben\“ein Thema auf, das auch Beate Krasberg in ihrer therapeutischen Arbeit begegnet – den Schmerz derjenigen, die täglich für andere da sind und dabei häufig sich selbst aus dem Blick verlieren.
Rahmen und Zielgruppe
Das Angebot richtet sich anÄrztinnen, die sich erschöpft, überfordert oder innerlich distanziert erleben und spüren, dass ein\“Weiter so\“nicht mehr funktioniert. Die Begleitung erfolgt in Einzelsettings oder kleinen Gruppen, online oder vor Ort. Vertraulichkeit, Sicherheit und ein professioneller Rahmen stehen dabei im Vordergrund.
Wachsende Bedeutung von Selbstfürsorge
Angesichts steigender Anforderungen im Gesundheitswesen wächst der Bedarf an Angeboten, die die mentale Gesundheit von Fachkräften stärken. Programme wie das von Krasberg greifen diesen Bedarf auf und setzen bei einem zentralen Punkt an: der Fähigkeit, nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst zu sorgen.
Dabei geht es nicht nur um Stressbewältigung, sondern auch darum, emotionalen Schmerz wahrzunehmen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und wieder einen gesunden Zugang zu den eigenen Bedürfnissen zu finden. Denn langfristige Stabilität beginnt dort, wo Menschen sich selbst mit derselben Aufmerksamkeit begegnen, die sie täglich anderen schenken.
Über Beate Krasberg
Beate Krasberg ist psychologische Psychotherapeutin und Coachin mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Begleitung von Frauen in anspruchsvollen und hochbelastenden Berufen. Ihre Ausbildungen in Gestalttherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und verschiedenen Coachingmethoden bilden die Grundlage ihres ganzheitlichen Ansatzes.
Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine Verbindung aus fachlicher Klarheit, strukturierter Vorgehensweise und einem sensiblen Gespür für individuelle Prozesse aus. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage, wie nachhaltige Veränderung entstehen kann.
Pressekontakt:
Friedensallee 62a
22765 Hamburg
Email: krasberg@t-online.de
Telefon: +49 40 3893637
Mobil: +49 160 91009644
Original-Contentvon: Beate Krasberg,übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
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