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Riffels Vision von weltberühmten Rieslingen vom Binger Scharlachberg

 

Schon als Junge hatte Erik Riffel den legendären Binger Scharlachberg vor Augen: vor dem Fenster seines Kinderzimmers und zugleich als Vorstellung, die vergessenen Weinberge der einst berühmten Lage wieder zu Weltruhm zu bringen. Seit über 30 Jahren arbeitet er kontinuierlich daran und kommt seiner Idee eines perfekten Rieslings aus der Großen Lage Scharlachberg immer näher. Sensationelle internationale Ratings von Stuart Pigott, der für James Suckling verkostet, beweisen jüngst, dass sich Beharrlichkeit und Überzeugung auszahlen. Sämtliche Scharlachberg-Rieslinge von Riffel aus dem Jahrgang 2019 erreichen Höchstnoten von bis zu 98 Punkten. Die allererste Riesling-Beerenauslese in der Geschichte des Weinguts ist dabei der Spitzenreiter. Das Flaggschiff des biodynamisch-arbeitenden Betriebs, der 2019 Scharlachberg Riesling trocken aus der Großen Lage, folgt mit 97 Punkten und zeigt seit Jahren Konstanz auf höchstem Niveau: „Mineralisch ins Schwarze getroffen“ meint Pigott dazu.

Revival der einst berühmten Lage Scharlachberg
Vor rund 30 Jahren startet Riffel sein „Wiederbelebungsprojekt“ auf dem Scharlachberg mit gerade einmal 0,1 Hektar Riesling, eine Parzelle aus dem Weingut seiner Urgroßeltern. Mittlerweile bewirtschaften Carolin und Erik Riffel dort 6 Hektar, die ökologisch und klimatisch eine Bandbreite an Prädikatsweinen zulassen. 2009 stellt Riffel die Weinberge auf ökologische Bewirtschaftung um und 2012 auf Biodynamie – aus Überzeugung. Von Jahr zu Jahr gewinnen die Weine an Lebendigkeit, Kraft und Ausdruck und die Natur im Weinberg an Vielfalt, Vitalität und Balance.

Einzigartig: Quarzit und Steillage in Rheinhessen
Der Scharlachberg verdankt seine einzigartige Ausdruckskraft seinem Quarzitboden. Der Anteil an Eisenoxidpigmenten im Boden ist hoch, färben ihn rot und geben ihm seinen Namen. Geologisch gehört der Rochusberg, die nördlichste Erhebung in Rheinhessen mit rund 245 Metern Höhe, mit seinen Lagen Scharlachberg, Kirchberg und Osterberg zum einem riesigen Quarzitriegel. Der erstreckt sich von Frankfurt über den Rheingau und Taunus bis hin in den Hunsrück und ist damit südlichster Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Der Scharlachberg weist ein ähnliches Terroir wie der Rüdesheimer Berg im Rheingau auf der anderen Seite des Rheins auf. Vor Jahrmillionen gehörten diese beiden Berge zu selben Gebirgszug, bevor der Rhein die beiden Hänge trennte. Im Scharlachberg ist eine der wenigen Steillagen Rheinhessens zu finden.

Faszination Rochusberg: Kirchberg und Osterberg
Die Scharlachberg-Rieslinge werden flankiert von Rieslingen der Großen Lagen Kirchberg und Osterberg. Der Kirchberg ist ein mineralisch geprägter Riesling: gewachsen auf Quarzit, aber in einem kühleren Mikroklima. Für Stuart Pigott ist 2019er Kirchberg Riesling trocken (94 Punkte) der bisher beste Jahrgang und fast mit einem GG gleichzusetzen. Riffel selbst ist fasziniert von der Ausdruckskraft und Charakter von Riesling auf unterschiedlichen Böden. So kommt mit dem 2019er Jahrgang der Osterberg Riesling trocken ein Counterpart hinzu, der mit dunklem, beeindruckendem Charakter eine neue Markanz in Riffels Portfolio zeigt. Zusammen bilden die drei Lagenrieslinge ein lebendiges, neu interpretiertes Statement der Renaissance des historisch berühmten Rochusberges.

Jahrtausendalte Weinbautradition
Schon die römischen Gründer von Bingium, dem heutigen Bingen am Rhein, erkannten das Potenzial des Rochusberges und legten damit den Grundstein zu einer 2.000 Jahre alten Weinbautradition, die geschichtlich mit der an der Mosel oder Rheingau vergleichbar ist.
Die Lage Scharlachberg wird erstmals 1248 urkundlich erwähnt, als das Kloster Eberbach die Lage „Scarlachen“ erwirbt. Das Zisterzienserkloster verpachtet einzelne Stücke der Lage, um mehr Einnahmen zu erwirtschaften. Der Katharinenzins, das Herzstück der Lage, erhält so seinen Namen: Am Katharinentag, dem 25. November, war die Pachtzahlung fällig.

Große Lage Scharlachberg: Weltweiter Exportschlager
Der Name Scharlachberg Riesling war bei Weinliebhabern und -erzeugern ein Begriff, es fehlte ihm bis ins 19. Jahrhundert aber eine allgemein anerkannte Definition – und die internationale Vermarktung. Wie die französische Konkurrenz im Bordeaux, dem Burgund und der Champagne führte man deswegen auch in Kurhessen um 1850 fest definierte Lagen-Bezeichnungen ein. Die Einzellage Scharlachberg ist heute als Große Lage nach dem Verband deutscher Prädikatsweingüter (VDP) klassifiziert.
Wie überzeugt man von der Qualität der Rieslinge vom Binger Scharlachberg war, zeigen die Prestige-Events, auf denen die Weine weltweit präsentiert wurden. Dazu gehörte unter anderem die Weltausstellung 1904 in St. Louis, USA, auf der ein Scharlachberg Katharinenzins Riesling vorgestellt wurde.

Posted by on 28. September 2020.

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Categories: Bilder, Essen & Trinken

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