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Rheinische Post: Bluttests und das Ende der Menschlichkeit Kommentar Von Gregor Mayntz

Im Grunde wäre der Umgang mit vorgeburtlichen
Bluttests als Kassenleistung ganz einfach: Unbedingt machen. Denn
wenn sie nicht mit dem Risiko von Fehlgeburten behaftet sind, die bei
den jetzt schon von den Kassen bezahlten Fruchtwasseruntersuchungen
drohen, wäre das sinnvoll schon mit Blick auf die Leben, die so
gerettet werden könnten. Diese Logik stimmte jedoch nur, wenn mit den
Tests nur solche Risikoschwangerschaften entdeckt werden sollen, die
sich zu einer Gefahr entwickeln. Tatsächlich aber geht es meist um
Trisomie 21 und somit um jene Kinder, die bei vielen als behindert
gelten, obwohl sie besonders begabt sind und später sehr viel
feinfühliger beispielsweise in Personalabteilungen die
Sozialkompetenz bewerten könnten. Gäbe es einen breiten Konsens
darüber, dass eine Abtreibung auf Ausnahmen beschränkt ist, könnten
wir mit Bluttests locker umgehen. Doch die Debatte verschiebt sich in
Richtung einer absoluten Entscheidungsfreiheit über Sein oder
Nichtsein von Leben. Dann wären wir am Anfang eines Weges zu einem
Lebensrecht nur noch für Kinder, die garantiert geliebt sind, weil
sie das richtige Geschlecht, die passende Intelligenz und hoffentlich
keine Sonder-Begabung besitzen. Und am Ende der Menschlichkeit.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 11. April 2019.

Tags:

Categories: Politik & Gesellschaft

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